Die Bleikinder
Polnische Drama-Serie
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Die Bleikinder (polnisch: Ołowiane Dzieci) ist eine polnische Drama-Serie, die unter der Regie von Maciej Pieprzyca nach der gleichnamigen Buchvorlage Ołowiane Dzieci: Zapomniana epidemia. von Michał Jędryka für Netflix produziert wurde. Basierend auf wahren Ereignissen aus den 1970er-Jahren, erzählt sie die Geschichte der Kinderärztin Jolanta Wadowska-Król, die sich selbstlos für die Gesundheit tausender Kinder in einem von Industrieabgasen belasteten Gebiet von Katowice einsetzt. Gegen Widerstände, Ignoranz und politische Macht kämpft sie dafür, die Wahrheit über die verheerenden Folgen von Bleivergiftungen ans Licht zu bringen und gerät dabei ins Visier des polnischen Geheimdienstes, den die Volksrepublik Polen auf die Ärztin ansetzte, um sie zum Schweigen zu bringen.
| Serie | |
| Titel | Die Bleikinder |
|---|---|
| Originaltitel | Olowiane dzieci |
| Produktionsland | Polen |
| Originalsprache | Polnisch |
| Genre | Drama |
| Erscheinungsjahre | seit 2026 |
| Länge | 52–66 Minuten |
| Episoden | 6 in 1 Staffel |
| Produktionsunternehmen | Orient Film |
| Regie | Maciej Pieprzyca |
| Produktion | Wiesław Łysakowski |
| Premiere | 11. Feb. 2026 auf Netflix |
| Besetzung | |
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Handlung

Zusammen mit ihrer Familie zieht die Kinderärztin Dr. Jolanta Wadowska-Król in den Kattowitzer Stadtteil Szopienice-Burowiec. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Nichteisenmetallhütte Szopienice (polnisch: Huta Metali Nieżelaznych Szopienice), die in den 1970er-Jahren ein staatseigener Betrieb der Volksrepublik Polen und der größte Hersteller von gewalzten Kupfer- und Messingprodukten war. Die Arbeiter wohnten in einer schlecht ausgestatteten Siedlung direkt neben den Industriebauten und waren den gesundheits- und umweltschädlichen, schwermetallhaltigen Abgasen unmittelbar ausgesetzt.
Schnell erkennt Wadowska-Król die Auswirkungen dieser Belastung auf die Gesundheit der Kinder. In ihrer Praxis beginnt sie gemeinsam mit der Krankenschwester Wiesława Wiliczek, die Fälle zu dokumentieren. Dabei entnehmen sie konspirativ Blutproben bei Hausbesuchen. Die hohe Zahl an Kindern, die ausgeprägte Symptome einer Bleivergiftung entwickeln und bislang keine angemessene Behandlung erhalten haben, veranlasst sie schließlich, die Behörden zu informieren. Unterstützung erhält sie von der Professorin Krystyna Berger am Stadtkrankenhaus, die sich nach anfänglichen Bedenken ihrer Arbeit anschließt und sie dazu ermutigt, zu diesem Thema zu promovieren.
Der Geheimdienst manipuliert Wadowska-Króls Arbeit, versucht sie und ihre Familie einzuschüchtern und behindert ihre Bemühungen, die Lebensbedingungen der Kinder zu verbessern. Auch die Polnische Vereinigte Arbeiterpartei, die vor allem die Erfüllung der Produktionspläne verfolgt, sieht in der Ärztin eine Störfaktorin. Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit sowie die Gesundheit der Arbeiter und ihrer Familien werden zugunsten der Produktionssteigerung vernachlässigt. Bei einem Rundgang durch die Fabrik mit dem Direktor und ausgewählten Arbeitern erfährt Wadowska-Król vom Einsatz von Filtern in den Schloten zur Verbesserung der Luftqualität. Ein Arbeiter berichtet ihr jedoch, dass diese Filter den Luftzug in den Schächten verringern und dadurch die Produktionsleistung sinkt, weshalb sie häufig nicht eingesetzt werden. Stattdessen werden die Filtermaterialien anderweitig verwendet: Familien nähen daraus Tischdecken und Vorhänge. Bei ihren Hausbesuchen erkennt Jolanta diese Stoffe wieder.
Zu den Maßnahmen, die sie von der Fabrik fordert, zählen Kuren für die betroffenen Kinder sowie die Zuweisung geeigneter Wohnungen außerhalb der belasteten Industriegebiete. Zunächst stoßen diese Forderungen bei den Arbeitern und ihren Familien auf Unverständnis und Ablehnung. Zudem agitieren Informanten des Geheimdienstes gegen die Ärztin und ihre Unterstützer. Erst als ein zuvor als genesen geltender Junge an den Folgen einer Bleivergiftung stirbt, beginnt ein Umdenken: Der Vater des Kindes unterstützt fortan Jolantas Anliegen. Nach der Verhaftung Jolantas versammeln sich spontan zahlreiche Frauen vor dem Gefängnis und fordern lautstark ihre Freilassung. Der Geheimdienst gibt schließlich nach und lässt sie frei. In der Folge entwickelt sich aus den Ereignissen ein gemeinschaftlicher Einsatz für bessere Lebensbedingungen in der Region.
Produktion und Hintergründe

Die Miniserie basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt das selbstlose Wirken der Kinderärztin Jolanta Wadowska-Król, die in den 1970er-Jahren in Kattowitz tätig war. Dort stellte sie bei Kindern aus dem Stadtteil Szopienice (deutsch: Schoppinitz) vermehrt gesundheitliche Auffälligkeiten wie Anämie, Verhaltensstörungen und Zahnausfall fest. Für ihr Engagement im Einsatz für die betroffenen Kinder erhielt sie später zahlreiche Auszeichnungen.[1]
Als Vorlage für das Drehbuch, diente das Werk Ołowiane Dzieci: Zapomniana epidemia. von Michał Jędryka, einem ehemaligen Patienten der Ärztin, der die damaligen Ereignisse aus eigener Erfahrung schildert.
Gedreht wurde die Serie in Katowice, Ruda Śląska, Świętochłowice, Zabrze, Gliwice, Bytom und Warschau. Die historischen Schauplätze sind zum Teil nicht mehr vorhanden, und das Stadtbild des einstigen Arbeiterviertels hat sich seit den 70er-Jahren grundlegend gewandelt, weshalb auf authentische Drehorte ausgewichen wurde.[2][3]
Weblinks
- Die Bleikinder bei IMDb
- Die Bleikinder bei Netflix