Dieter Zembski

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Dieter Zembski (* 6. November 1946 in Bremen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der zumeist als Verteidiger eingesetzte Defensivakteur hat bei seinen zwei Vereinen SV Werder Bremen (178/4) und Eintracht Braunschweig (122/0) von 1969 bis 1980 insgesamt 300 Bundesligaspiele absolviert und vier Tore erzielt.[1]

Schnelle Fakten Personalia, Herren ...
Dieter Zembski
Personalia
Geburtstag 6. November 1946
Geburtsort Bremen, Deutschland
Position Abwehr
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1968–1975 Werder Bremen 178 (4)
1975–1980 Eintracht Braunschweig 122 (0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1971 Deutschland 1 (0)
1 Angegeben sind nur Ligaspiele.
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Karriere

Vereine

Bremen, bis 1975

Der Sohn des ehemaligen Oberliga Nord Aktiven Franz Zembski beim Bremer SV, wurde von den Grün-Weißen des SV Werder Bremen zur Saison 1968/69 aus der Landesliga Bremen von BBV Union Bremen in den Lizenzspielerkader für die Bundesliga verpflichtet. Aus finanziellen Gründen kamen nur neue Spieler aus dem Amateurlager im Sommer 1968 ins Weserstadion. Neben dem Mann von Union kamen auch noch Ralf Faber (SG Düren 99) und aus der eigenen Amateurmannschaft Horst Bünting, Herbert Meyer und Kurt Roder zum Team von Trainer Fritz Langner. Dieter Zembski, gelernter Schriftsetzer, hatte aber zu dieser Zeit sich schon einen Namen als Musiker gemacht. Als Schlagzeuger und Gitarrist bei den „Mushroams“ war die Band in der Bremer Szene eine Institution. Animiert von seinem älteren Bruder Udo, der beim französischen Zweitligisten St. Germain du Pres in Paris Fußball spielte, fing Dieter nach seiner Bundeswehrzeit wieder beim BVV mit dem Fußball an. Unter Trainer Walter Nachtwey ging es in der Landesliga los und schon wenige Monate später bot ihm Werder Bremen einen Vertrag für die Bundesliga an.

Sein Debüt gab er am 7. Juni 1969 (34. Spieltag) beim 6:5-Sieg im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit Einwechslung für Helmut Schimeczek in der 38. Minute. In der Saison 1969/70 bestritt er bereits 19 Punktspiele; zuerst unter Trainer Fritz Rebell und ab dem 17. März unter seinem Nachfolger Hans Tilkowski. In der Folgesaison erspielte er sich endgültig unter Trainer Robert Gebhardt einen Stammplatz und kam gemeinsam mit seinem erfahrenen Mitspieler in der Abwehr, Horst-Dieter Höttges, in allen 34 Punktspielen zum Einsatz; dabei gelangen ihm zwei Tore. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 7. Oktober 1970 (10. Spieltag) beim 1:1 im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit dem Führungstreffer in der 10. Minute.

In der Saison 1971/72 erlebte er an der Weser die Geburt der „Millionenelf“, aber auch das Scheitern des willkürlich zusammengestellten Kaders. Trotz teurer Neuzugänge wie Peter Dietrich, Herbert Laumen, Willi Neuberger, Werner Weist, Carsten Baumann und Jürgen Weber kam das Team nicht über den 11. Rang hinaus. Zembski hatte in 30 Ligaeinsätzen ein Tor erzielt. Als Werder in der Saison 1974/75 unter Trainer Josef Piontek den 15. Rang belegte und Zembski in 30 weiteren Bundesligaspielen aufgelaufen war, war nahm er im Sommer 1975 ein Angebot von Eintracht Braunschweig an wechselte zur Saison 1975/76 zu den „Löwen“ nach Niedersachsen. Max Lorenz hatte die Verbindung zur Eintracht hergestellt.

Des Weiteren war Zembski in 27 DFB-Pokalspielen für den SV Werder zum Einsatz gekommen, in denen er drei Tore erzielt hatte.

Eintracht Braunschweig, 1975 bis 1980

Mit Zembski hatten die Blau-Gelben auch noch den jugoslawischen Flügelstürmer Danilo Popivoda unter Vertrag genommen. Beide konnten aber durch Verletzungen bedingt in ihrem Debütjahr bei der Eintracht nicht konstant zum Einsatz gebracht werden; trotzdem belegte Braunschweig 1975/76 mit 39:29 Punkten den 5. Rang und hatte eine überzeugende Runde absolviert. Die Stammbesetzung von Trainer Branko Zebec bildeten in der Abwehr Wolfgang Grzyb, Friedhelm Haebermann, Reiner Hollmann und Franz Merkhoffer. Sie wurden im Mittelfeld in erster Linie von Wolfgang Dremmler und Aleksandar Ristic defensiv unterstützt. Zembski musste sich im ersten Jahr in Braunschweig mit 14 Ligaeinsätzen begnügen.[2] Ab seiner zweiten Runde war er aber dann Stammspieler. Für die Braunschweiger spielte er 122-mal um Punkte, zwölfmal im DFB-Pokal- und neunmal im UEFA-Pokal-Wettbewerb. Für diesen qualifizierte sich seine Mannschaft aufgrund des guten Abschneidens in seiner Premierensaison als Fünftplatzierter der Meisterschaft. Sein erstes von drei Spielen bestritt er am 15. September 1976 im Erstrunden-Hinspiel beim 7:0-Sieg gegen den dänischen Vertreter Holbæk B&I.

1976/77 erreichte er mit Eintracht Braunschweig den dritten Platz, punktgleich mit Vizemeister FC Schalke 04 (beide wiesen 43:25 Punkte vor) und einen Punkt hinter Titelverteidiger Borussia Mönchengladbach. Braunschweig hatte sich die gesamte Runde am Kampf um den Meistertitel beteiligt und war nur knapp am erneuten Gewinn nach 1967 vorbeigeschrammt. Mit Torhüter Bernd Franke und Franz Merkhoffer absolvierte Zembski alle 34 Rundenspiele für die Eintracht. Der BTSV qualifizierte sich damit abermals für den UEFA-Pokal-Wettbewerb zur Runden 1977/78. Trainer Zebec schwärmte nach dem 2:0-Auswärtserfolg am 24. September 1976 beim Hamburger SV über seine Mannschaft und deren System:[3] „Wir haben keinen Fehler gemacht. Die Mannschaft hielt gegen einen starken HSV diszipliniert am Konzept und der Rollenverteilung fest. Mit unserer elastischen Mann-Raum-Deckung sind wir wieder einmal zum Erfolg gekommen.“ Braunschweig war beim Hamburger SV in der bewährten Abwehr aufgelaufen und hatte im Mittelfeld auf Zembski, Ristic und Spielmacher Karl-Heinz Handschuh gesetzt und auf den Angriff mit Popivoda, Wolfgang Frank und Gersdorff gesetzt. Auf Seiten des Gastgebers bildeten Klaus Zaczyk, Ole Björnmose und Felix Magath das lauf- und spielstarke Mittelfeld.[4]

Die entscheidenden Punktverluste erlitt Braunschweig am 7. Mai 1977, am 32. Rundenspieltag, bei einer unerwarteten 0:1-Heimniederlage gegen Zembskis alten Verein SV Werder Bremen. Zembski wird im Eintracht-Buch mit folgender Aussage zitiert: „Wir haben auf der Zielgeraden durch eigenes Verschulden den Meistertitel verspielt“.[5]

Zembski bestritt alle sechs Spiele, bevor Braunschweig in der 3. Runde mit 1:4 im Gesamtergebnis nach Hin- und Rückspiel gegen den PSV Eindhoven aus dem Wettbewerb ausschied. Sportlich und emotional ragt die Auseinandersetzung in der Erstrunde gegen das ukrainische Team Dynamo Kiew mit Weltklassestürmer Oleg Blochin und Trainerlegende Walerij Lobanowskyj in diesem Wettbewerb heraus. Mit dem Abstieg der Braunschweiger am Saisonende 1979/80 beendete er nach insgesamt 301 Erstligaspielen, in denen er vier Tore erzielte, seine aktive Fußballerkarriere. Er hatte bereits in der Hinrunde wegen Achillessehnenproblemen nach sieben Einsätzen seine Karriere beenden müssen.[6]

Mit Mannschaftskamerad Bernd Gersdorff hatte er 1976 die Stadionzeitung „Eintracht aktuell“ gegründet und die erste Ausgabe am 17. Januar 1976 zu Heimspiel gegen den FC Bayern München auf den Markt gebracht.

Nationalmannschaft

Bundestrainer Helmut Schön berief ihn zu Beginn der Saison 1971/72 in den Kader der A-Nationalmannschaft. Vereinskollege Horst-Dieter Höttges fehlte durch eine Verletzung. In Hannover bestritt er am 8. September 1971 gegen die Nationalmannschaft Mexikos sein erstes Länderspiel. Beim 5:0-Sieg wurde er nach der Halbzeitpause für Berti Vogts eingewechselt; es blieb allerdings sein einziger Einsatz im Trikot des DFB, da der junge Paul Breitner ihn verdrängte und mit Vogts und Höttges noch weitere hochkarätige Verteidiger zur Verfügung standen. Er gehörte lediglich nochmals dem Kader für das EM-Qualifikationsspiel am 10. Oktober 1971 in Warschau gegen Polen (3:1) an, wo er aber nicht zum Einsatz kam.

Sonstiges

Vor und nach seiner Fußballerkarriere spielte er bei Bremer Bands wie The Mushroams, BLAX[7] bzw. Happy Times am Schlagzeug und an der Gitarre. 1965 trat er mit den Mushroams in der bekannten Musiksendung Beat-Club auf.[8]

Er war langjähriges Mitglied der „Uwe-Seeler-Elf“ und nahm 1987 an der Oldie-Weltmeisterschaft in Brasilien teil.

Er ist verheiratet und lebt mit seiner Ehefrau in Bremen. Zusätzlich leitet er jeden Sommer ein Jugendfußballcamp.

Literatur

  • Christian Karn, Reinhard Rehberg: Spielerlexikon 1963 bis 1994. Agon Sportverlag, Kassel 2012, ISBN 978-3-89784-214-4, S. 564.
  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, 1997, ISBN 3-328-00749-0, S. 559.
  • Arnd Zeigler: Das W auf dem Trikot ... 40 Jahre Werder Bremen in der Bundesliga. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-695-6.
  • Horst Bläsig, Alex Leppert: Ein roter Löwe auf der Brust. Die Geschichte von Eintracht Braunschweig. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2010, ISBN 978-3-89533-675-1, S. 380.

Einzelnachweise

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