Mangan(VII)-oxid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Mangan(VII)-oxid (engl. Manganese heptoxide) ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel Mn2O7. Die ölige Flüssigkeit ist als starkes Oxidationsmittel hochreaktiv. Die erste Beschreibung erfolgte 1860.[4]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Mangan(VII)-oxid
Allgemeines
Name Mangan(VII)-oxid
Andere Namen

Dimanganheptoxid

Summenformel Mn2O7
Kurzbeschreibung

ölige, grünlichbraune Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12057-92-0
EG-Nummer 235-025-8
ECHA-InfoCard 100.031.829
PubChem 13879826
Wikidata Q27506
Eigenschaften
Molare Masse 221,87 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

2,40 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

6 °C[1]

Siedepunkt

langsame Zersetzung ab −10 °C, ab 40 °C Verpuffung[1]

Löslichkeit

Zersetzung bei Kontakt mit Wasser in Permangansäure[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Mangan(VII)-oxid wird durch die Reaktion von Schwefelsäure mit Kaliumpermanganat gewonnen.[5]

Eigenschaften

Mangan(VII)-oxid in einer Petrischale; man erkennt die beiden Farben der Substanz

Bei niedrigen Temperaturen liegt die Verbindung als kristalliner Feststoff vor, der grünes Licht reflektiert und im Durchlicht rot aussieht.[1] Die Verbindung besteht aus einem Paar Tetraeder, die über ein Sauerstoffatom verbunden sind, was mit der Strukturformel O3Mn–O–MnO3 beschrieben werden kann. Die außenliegenden Mn–O–Bindungen haben eine Länge von 158,5 pm, die zentrale Bindung von 177 pm. Die zentrale Mn–O–Mn-Bindung hat einen Winkel von 120,7°.[6] Diese Eigenschaften ähneln Pyrosulfaten, Pyrophosphaten, Dichromaten und anderen R2O7–Verbindungen (wobei R für Chlor oder Metalle wie Technetium oder Rhenium[7] steht).

Sicherheitshinweise

Mangan(VII)-oxid ist eine hochreaktive Verbindung. Sie zersetzt sich ab −10 °C langsam und ab 95 °C explosionsartig[8], wobei die Explosion auch durch Schlag oder Verunreinigungen ausgelöst werden kann. Zwischen diesen Temperaturen wird Verpuffung beobachtet.[1] Es entstehen dabei Mangan(IV)-oxid (Braunstein), Sauerstoff sowie geringe Mengen an Ozon, was der Verbindung einen starken Geruch verleiht.[9]

Sie verkohlt die meisten organischen Stoffe, wie etwa Holz, in zum Teil explosionsartiger Reaktion und ist damit stark ätzend. Mit Aceton oder anderen Lösungsmitteln erfolgt Selbstentzündung. In Tetrachlorkohlenstoff ist es relativ stabil.[9]

Einzelnachweise

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