Dinocap

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Dinocap ist ein Gemisch chemischer Verbindungen aus der Gruppe der substituierten Carbonsäureester und Dinitrophenole.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Dinocap-4
Beispielhafte Strukturformel – Gemisch mehrerer Struktur- und Stereoisomere
Allgemeines
Name Dinocap
Andere Namen
  • (2,6-Dinitro-4-octylphenyl)crotonat und (2,4-Dinitro-6-octylphenyl)crotonat, Isomerengemisch
  • [2-(1-Methylheptyl)-4,6-dinitrophenyl]crotonat und [4-(1-Methylheptyl)-2,6-dinitrophenyl]crotonat
  • Karathane
Summenformel C18H24N2O6
Kurzbeschreibung

dunkelbraune Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 254-408-0
ECHA-InfoCard 100.049.444
Wikidata Q904360
Eigenschaften
Molare Masse 364,40 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Dichte

1,135 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−25 °C[1]

Siedepunkt

138–140 °C bei 7 Pa[1]

Dampfdruck

7,3·10−6 Pa (20 °C)[2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (4 mg·l−1 bei 25 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302332315317360D373410
P: 273280301+312302+352304+340+312308+313[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Dinocap ist eine brennbare dunkelbraune Flüssigkeit, welche praktisch unlöslich in Wasser ist.[1] Die Verbindung ist ein Gemisch von (RS)-2,6-Dinitro-4- und (RS)-2,4-Dinitro-6-octylphenylcrotonaten, bei welchen "octyl" eine Mischung von 1-Methylheptyl, 1-Ethylhexyl- und 1-Propylpentyl Gruppen bedeutet, wobei die kommerziellen Produkte ungefähr ein 2:1 Verhältnis von 6-Octyl- und 4-Octyl-Isomeren enthalten.[4]

Dinocap besteht zu etwa 22 % aus Meptyldinocap, seinem aktivsten Isomer.[5]

Verwendung

Dinocap wird als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verwendet.[1] Es wirkt als Fungizid sowie teilweise als Akarizid.[2] Der erste Einsatz des Stoffes lag im Jahr 1930.[4] In den 1950er Jahren wurde es erstmals zugelassen.[6]

Zulassung

In Österreich war ein Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Dinocap zugelassen. In der Schweiz gab es mehrere zugelassene Präparate gegen Echten Mehltau, allerdings wurden inzwischen alle Bewilligungen suspendiert. In den EU-Staaten einschließlich Deutschland und Österreich sowie in der Schweiz sind heute keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff mehr zugelassen.[7]

Handelsnamen

Arathan, Capran, Caproyl, Mildex[6]

Einzelnachweise

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