Dirk Denninger
deutscher Architekt
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Leben und Wirken
Dirk Denninger war der Sohn des in Bonn selbständigen Architekten Wilhelm Denninger (1899–1973). Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, wo er insbesondere Student Egon Eiermanns war.[4.1] Nach einer Tätigkeit für die Bundesbaudirektion[5] trat er 1956[1] in das Architekturbüro seines Vaters ein. Gemeinsam zeichneten Wilhelm und Dirk Denninger für die Projektierung mehrerer Großbauten verantwortlich, darunter der Stadthalle in Bad Godesberg (heute unter Denkmalschutz) und des Bundesministeriums für Gesundheitswesen.
Anfang der 1970er Jahre war Dirk Denninger mit Ernst August Jann assoziiert. In dieser Partnerschaft nahm er unter anderem an den Wettbewerben für den Bundesrat in Bonn (1974) sowie für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln im Jahr 1976 teil (in: "Der Architektenring Bonn" mit Wilfried Pilhatsch, Ernst A. Jann, Till von Hasselbach, 2. Preis[6]) und plante – zum Teil auch zugleich als Bauherr auftretend – zahlreiche Bürogebäude für Interessenverbände und Lobbyorganisationen an der als Verbindungsachse zwischen Bonn und Bad Godesberg fungierenden Bundesstraße 9.[7][8][9] Das Architekturbüro befand sich in einem Bürogebäude an der Walter-Flex-Straße (heute: Genscherallee) im heutigen Bundesviertel. Denninger ließ es Mitte der 1980er-Jahre zugunsten des Neubaus des Kunstmuseums Bonn abreißen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite nach eigenem Entwurf ein neues Haus erbauen.[2] Das Büro wurde von Dirks Sohn Malte in Gemeinschaft mit dessen Frau Margit Ventulett-Denninger weitergeführt.
Werk
(ausgenommen die in Zusammenarbeit mit Wilhelm Denninger entstandenen Bauten)
Bauten in Bonn
| Bauzeit | Ortsteil | Adresse | Bild | Objekt | Maßnahme | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1954–1956 | Gronau | Welckerstraße 11 Lage | weitere Bilder | Presse- und Informationsamt der Bundesregierung[5] | Neubau (Gesamtleitung: Bundesbaudirektion)[5] | |
| 1966 | Mehlem | Im Hag 24 Lage | weitere Bilder | Einfamilienhaus | Neubau[10.1] | ehemalige Residenz des Botschafters von Indonesien[11]; 2019/20 abgebrochen |
| um 1970[12] | Plittersdorf | Kennedyallee 74 Lage | Bürogebäude (später Botschaft von Brasilien) | Neubau[13] | heute Postbank | |
| 1970–1972 | Bonn-Zentrum | Berliner Freiheit 36/ Sandkaule Lage | weitere Bilder | Büro- und Geschäftshaus („Volksfürsorgehaus“) | Neubau (mit Ernst Jann; Bauherr: Volksfürsorge Versicherungsgruppe)[14.1] | 2016 abgebrochen[15][16][17] |
| 1973 | Bonn-Zentrum | Markt 7 Lage | Wohn- und Geschäftshaus | Neubau (mit Ernst Jann)[14.2] | ||
| 1974/1975[18] | Gronau | Adalbert-Stifter-Straße 4/ Friedrich-Ebert-Allee Lage | Zentrale der Firma Bonnfinanz | Neubau[2] | 2003 abgebrochen[19] | |
| 1975 | Friesdorf | Godesberger Allee 133–137 Lage | weitere Bilder | Bürogebäude (Botschaft von Iran) | Neubau[13] | heute Leerstand im Eigentum von Iran |
| 1975–1976 | Bonn-Zentrum | Friedrichstraße 57/ Bertha-von-Suttner-Platz Lage | Büro- und Geschäftshaus („Lufthansa-Haus“) | Neubau[2][20] | ||
| 1977–1979/1980 | Tannenbusch | Hirschberger Straße 3/ Agnetendorfer Straße Lage | weitere Bilder | Schulzentrum Tannenbusch (Haupt-, Real- und Abendrealschule) | Neubau (mit Ernst Jann)[14.3] | heute „Freiherr-vom-Stein-Realschule“ und „Tannenbusch-Gymnasium“ |
| um 1985 | Gronau | Genscherallee 2 Lage | Atelier- und Wohnhaus Dirk Denninger | Neubau[13] | ||
| um 1985 | Friesdorf | Godesberger Allee 77–79 Lage | weitere Bilder | Botschaft von Kuwait | Neubau[1] | heute Außenstelle der Botschaft von Katar |
| um 1985 | Dottendorf | In der Raste 18–26 Lage | Lager- und Ausstellungshallen | Umbau zu Bürogebäuden[21] | ||
| 1988–1989 | Plittersdorf | Godesberger Allee 90/ Kennedyallee Lage | Bürogebäude | Umbau[22] | seit 2004 „Hochkreuz Augenklinik“ | |
| 1988–1989 | Friesdorf | Godesberger Allee 105–107 Lage | weitere Bilder | Botschaft von Australien | Neubau[13] | 2000/2001 Umbau durch Malte Denninger |
| 1992–1993 | Gronau | Friedrich-Ebert-Allee 63 Lage | Büro- und Geschäftshaus | Neubau (Bauherr: Sparkasse)[23] | ||
| 1994–1996 | Gronau | Friedrich-Ebert-Allee 65–69/ Adalbert-Stifter-Straße Lage | Büro- und Geschäftshaus („Adalbert-Stifter-Haus“) | Neubau[24] |
Außerhalb von Bonn
- 1963: Wachtberg, Ortsteil Niederbachem, Rodderberg, Haus Dirk Denninger (unter Einbeziehung und Umbau des ehem. Hotels „Zum alten Vulkan“)[10.2]
- 1994–1997: Dresden, Güntzplatz 5, Stadtsparkasse (ehemaliges Stadthaus), Rekonstruktion/Neubau (u. a. mit Malte Denninger)[25]
Rezeption
„Gelungen ist zum Beispiel das Volksfürsorgehaus am Bertha von Suttner-Platz. In städtebaulich schwieriger Lage versucht es, sich durch eine versetzt angeordnete Folge unterschiedlich hoher Baukörper der Umgebung einzufügen und interessante Ecklösungen zu verwirklichen.“
Literatur
- Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 814 (Architektenverzeichnis).
- Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7, S. 109.
- Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) mit Beiträgen von Edith Ennen, Dietrich Höroldt, Gerd Nieke, Günter Schubert: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. (=Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Nr. 21) Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969.
Weblinks
- Dirk Denninger auf nrw-architekturdatenbank.tu-dortmund.de. Abgerufen am 18. März 2014.