Dirk Denninger

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Dirk Denninger (* 24. September 1928 in Bonn[1][2][3]; † 3. März 2002 ebenda[2][1]) war ein deutscher Architekt. Er prägte mit zahlreichen Büro- und Verwaltungsgebäuden insbesondere das Stadtbild seiner Heimatstadt Bonn.

Leben und Wirken

Dirk Denninger war der Sohn des in Bonn selbständigen Architekten Wilhelm Denninger (1899–1973). Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er ein Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Karlsruhe, wo er insbesondere Student Egon Eiermanns war.[4.1] Nach einer Tätigkeit für die Bundesbaudirektion[5] trat er 1956[1] in das Architekturbüro seines Vaters ein. Gemeinsam zeichneten Wilhelm und Dirk Denninger für die Projektierung mehrerer Großbauten verantwortlich, darunter der Stadthalle in Bad Godesberg (heute unter Denkmalschutz) und des Bundesministeriums für Gesundheitswesen.

Anfang der 1970er Jahre war Dirk Denninger mit Ernst August Jann assoziiert. In dieser Partnerschaft nahm er unter anderem an den Wettbewerben für den Bundesrat in Bonn (1974) sowie für das Wallraf-Richartz-Museum in Köln im Jahr 1976 teil (in: "Der Architektenring Bonn" mit Wilfried Pilhatsch, Ernst A. Jann, Till von Hasselbach, 2. Preis[6]) und plante – zum Teil auch zugleich als Bauherr auftretend – zahlreiche Bürogebäude für Interessenverbände und Lobbyorganisationen an der als Verbindungsachse zwischen Bonn und Bad Godesberg fungierenden Bundesstraße 9.[7][8][9] Das Architekturbüro befand sich in einem Bürogebäude an der Walter-Flex-Straße (heute: Genscherallee) im heutigen Bundesviertel. Denninger ließ es Mitte der 1980er-Jahre zugunsten des Neubaus des Kunstmuseums Bonn abreißen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite nach eigenem Entwurf ein neues Haus erbauen.[2] Das Büro wurde von Dirks Sohn Malte in Gemeinschaft mit dessen Frau Margit Ventulett-Denninger weitergeführt.

Werk

(ausgenommen die in Zusammenarbeit mit Wilhelm Denninger entstandenen Bauten)

Bauten in Bonn

Weitere Informationen Bauzeit, Ortsteil ...
BauzeitOrtsteilAdresseBildObjektMaßnahmeAnmerkungen
1954–1956GronauWelckerstraße 11
Lage

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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung[5]Neubau (Gesamtleitung: Bundesbaudirektion)[5]
1966MehlemIm Hag 24
Lage

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EinfamilienhausNeubau[10.1]ehemalige Residenz des Botschafters von Indonesien[11]; 2019/20 abgebrochen
um 1970[12]PlittersdorfKennedyallee 74
Lage
Bürogebäude (später Botschaft von Brasilien)Neubau[13]heute Postbank
1970–1972Bonn-ZentrumBerliner Freiheit 36/ Sandkaule
Lage

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Büro- und Geschäftshaus („Volksfürsorgehaus“)Neubau (mit Ernst Jann; Bauherr: Volksfürsorge Versicherungsgruppe)[14.1]2016 abgebrochen[15][16][17]
1973Bonn-ZentrumMarkt 7
Lage
Wohn- und GeschäftshausNeubau (mit Ernst Jann)[14.2]
1974/1975[18]GronauAdalbert-Stifter-Straße 4/ Friedrich-Ebert-Allee
Lage
Zentrale der Firma BonnfinanzNeubau[2]2003 abgebrochen[19]
1975FriesdorfGodesberger Allee 133–137
Lage

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Bürogebäude (Botschaft von Iran)Neubau[13]heute Leerstand im Eigentum von Iran
1975–1976Bonn-ZentrumFriedrichstraße 57/
Bertha-von-Suttner-Platz
Lage
Büro- und Geschäftshaus („Lufthansa-Haus“)Neubau[2][20]
1977–1979/1980TannenbuschHirschberger Straße 3/ Agnetendorfer Straße
Lage

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Schulzentrum Tannenbusch (Haupt-, Real- und Abendrealschule)Neubau (mit Ernst Jann)[14.3]heute „Freiherr-vom-Stein-Realschule“ und „Tannenbusch-Gymnasium“
um 1985GronauGenscherallee 2
Lage
Atelier- und Wohnhaus Dirk DenningerNeubau[13]
um 1985FriesdorfGodesberger Allee 77–79
Lage

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Botschaft von KuwaitNeubau[1]heute Außenstelle der Botschaft von Katar
um 1985DottendorfIn der Raste 18–26
Lage
BW
Lager- und AusstellungshallenUmbau zu Bürogebäuden[21]
1988–1989PlittersdorfGodesberger Allee 90/ Kennedyallee
Lage
BürogebäudeUmbau[22]seit 2004 „Hochkreuz Augenklinik“
1988–1989FriesdorfGodesberger Allee 105–107
Lage

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Botschaft von AustralienNeubau[13]2000/2001 Umbau durch Malte Denninger
1992–1993GronauFriedrich-Ebert-Allee 63
Lage
BW
Büro- und GeschäftshausNeubau (Bauherr: Sparkasse)[23]
1994–1996GronauFriedrich-Ebert-Allee 65–69/ Adalbert-Stifter-Straße
Lage
BW
Büro- und Geschäftshaus („Adalbert-Stifter-Haus“)Neubau[24]
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Außerhalb von Bonn

Rezeption

„Gelungen ist zum Beispiel das Volksfürsorgehaus am Bertha von Suttner-Platz. In städtebaulich schwieriger Lage versucht es, sich durch eine versetzt angeordnete Folge unterschiedlich hoher Baukörper der Umgebung einzufügen und interessante Ecklösungen zu verwirklichen.“

Frank-Lothar Kroll 1989[26]

Literatur

  • Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J.P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 814 (Architektenverzeichnis).
  • Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7, S. 109.
  • Ursel und Jürgen Zänker (Bearb.) mit Beiträgen von Edith Ennen, Dietrich Höroldt, Gerd Nieke, Günter Schubert: Bauen im Bonner Raum 49–69. Versuch einer Bestandsaufnahme. (=Kunst und Altertum am Rhein. Führer des Rheinischen Landesmuseums in Bonn. Nr. 21) Rheinland-Verlag, Düsseldorf 1969.
Commons: Dirk Denninger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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