Dirk Riedel

deutscher Historiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Dirk Riedel (* 1971 in Düsseldorf) ist ein deutscher Historiker.[1]

Werdegang

Dirk Riedel studierte Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaft und Psychologie an der Universität Augsburg. Von 1997 bis 2008 bekleidete er unterschiedliche Positionen in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Eine Förderung durch die Lagergemeinschaft Dachau ermöglichte ihm Recherchen bei den National Archives in London und dem norwegischen Riksarkivet in Oslo über den KZ-Kommandanten Hans Loritz. Mit der unter anderem aus diesen Forschungen hervorgegangenen und von Wolfgang Benz betreuten Arbeit wurde Riedel 2009 am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin promoviert.[2] Von 2009 bis 2016 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der KZ-Gedenkstätte Dachau und anschließend am NS-Dokumentationszentrums München.[3]

Seit 2024 ist Riedel wissenschaftlicher Referent der KZ-Gedenkstätte Dachau.[4] Er hat einen Lehrauftrag am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München.[5]

Forschung

Riedel forscht zur Geschichte der Konzentrationslager, zu Fragen nach Opfern, Tätern und Mittätern des NS-Regimes, zum Umgang mit den historischen Orten nationalsozialistischer Verbrechen sowie zu aktuellen Formen des Nationalismus und Rechtsextremismus.[6] Für seine Biografie über den KZ-Kommandanten Hans Loritz orientierte sich Riedel an Saul Friedländers „integrierter Geschichte des Holocaust“, indem er die Zeugnisse ehemaliger KZ-Häftlinge als essentiellen Quellenbestand in seine Arbeit über einen nationalsozialistischen Täter einbezog.[7]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Dirk Riedel: Ordnungshüter und Massenmörder im Dienst der „Volksgemeinschaft“. Der KZ-Kommandant Hans Loritz Metropol, Berlin 2. korrigierte Auflage 2020 (Diss., Erstauflage 2010), ISBN 978-3-86331-520-7.
  • Dirk Riedel: Kerker im KZ Dachau. Die Geschichte der drei Bunkerbauten Dachau 2002.
  • Gabriele Hammermann/Dirk Riedel: Sanierung – Rekonstruktion – Neugestaltung. Zum Umgang mit historischen Bauten in Gedenkstätten Wallstein Göttingen 2014, ISBN 978-3-8353-1451-1.

Weitere Beiträge publiziert er u. a. für die Dachauer Hefte[8], die Reihe Der Ort des Terrors, das Journal of Contemporary History[9] und die Schriftenreihe der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit „Einsichten und Perspektiven“.[10]

Einzelnachweise

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