Doblegg

Ortschaft und Rotte in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung, Steiermark From Wikipedia, the free encyclopedia

Doblegg ist eine Ortschaft und gleichnamige Rotte in der Weststeiermark in der Marktgemeinde Hitzendorf im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark.

Schnelle Fakten Doblegg (Rotte) Ortschaft ...
Doblegg (Rotte)
Ortschaft
Doblegg (Österreich)
Doblegg (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Graz-Umgebung (GU), Steiermark
Gerichtsbezirk Graz-Ost
Pol. Gemeinde Hitzendorf  (KG Mayersdorf)
Koordinaten 47° 2′ 0″ N, 15° 19′ 11″ O
Höhe 442 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 189 (1. Jän. 2025)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 14952
Zählsprengel/ -bezirk Hitzendorf (60665 )
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk
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BW

Lage und Geographie

Doblegg liegt im zentralen Teil der Marktgemeinde Hitzendorf, südöstlich des Marktortes, im Norden und Nordosten in der Katastralgemeinde Mayersdorf auf einem von Norden nach Süden streichenden Hügelrücken des Weststeirischen Riedellandes. Dieser Hügelrücken trennt das im Westen gelegene Liebochtal mit dem Marktort Hitzendorf von den im Osten gelegenen Tälern des Lonkesbachs und des Doblbachs.

Im Süden verläuft die Dobleggerstraße (L383), die Mayersdorf mit der nach Graz führenden Hitzendorferstraße (L301) verbindet und im Westen verläuft die Liebochtalstraße (L336), die Hitzendorf mit Mayersdorf verbindet an Doblegg vorbei.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert um 1268/69 als Tobelekke. Weitere Erwähnungen finden sich 1621 als Toblegg sowie 1625 als Doblegg. Der Ortsname verbindet das althochdeutsche tobal oder das mittelhochdeutsche tobel als eine Bezeichnung für ein Waldtal oder einen Taleinschnitt mit dem Bestandteil -egg, der sich auf eine auffällige Geländekante bezieht. Auch eine Ableitung vom slawischen Wortstamm topol als Bezeichnung für eine Quelle oder Heilquelle erscheint möglich.[1]

Laut dem Historiker und Burgenforscher Robert Baravalle gab es ab dem 17. Jahrhundert in Doblegg einen Freisassenhof. Dieser könnte aus einem in mittelalterlichen Urkunden erwähnten Wehrbau der Parnegger hervorgegangen sein. Dieser Hof lässt sich bis 1716 nachweisen, als er sich im Besitz des Michael Schreiners befand.[2]

Bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 gehörten die Bewohner Dobleggs zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Altenberg, Altkainach, Eggenberg, Gjaidhof, Lankowitz, Ligist, Oberthal, Plankenwarth, Schütting und Wachsenegg Untertanen im Ort. 19 Zinsgüter in Doblegg waren dem Amt Doblegg der Herrschaft Dobl untertänig. In Doblegg gab es zudem die gleichnamige Gült, die ursprünglich ein Eigentum des Judenburger Paradeisklosters war und von der Herrschaft Hornegg verwaltet wurde. Als das Kloster 1785 aufgelassen wurde, kam die Gült an den Religionsfonds und wurde 1822 mit der Herrschaft Herbersdorf vereint. Im Jahr 1827 kauften schließlich die Freiherren von Mandell die Doblegger Gült mit 75 untertänigen Zinsgütern in den umliegenden Orten.[3]

Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Doblegg Teil der freien Ortsgemeinde Hitzendorf.[3]

Am 9. März 1945 überflog ein aus etwa 500 Bombern bestehender Verband aus südöstlicher Richtung kommend Doblegg und warf rund 200 Bomben auf den Ort ab. Durch die Bombentreffer wurden zwei Menschen getötet und zwei weitere schwer verletzt. Die Treffer lösten Brände aus, wodurch 23 Gebäude beschädigt oder zerstört wurden.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Ort Doblegg ist landwirtschaftlich geprägt. Bis in den Ersten Weltkrieg hinein war vor allem die Milchviehhaltung von wirtschaftlicher Bedeutung. Die produzierte Milch wurde nach Graz gebracht.[3]

Der Ort ist nach Hitzendorf eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schulen in Hitzendorf.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Pius-Kapelle in Doblegg

Vor allem die Pius-Kapelle, auch als Messkapelle Maria Himmelskönigin oder „Zur heiligen Maria im grünen Wald“ bekannt, ist von regionalgeschichtlicher Bedeutung. Sie wurde 1861 durch den Bergholden Vinzenz Hanawik als kleine Kirche mit Dachreiter und zwei kleinen Glocken errichtet. Bereits 1871 wurde sie vergrößert und erhielt ein gewölbtes Kirchenschiff mit Chor sowie einen dreistöckigen Turm. Der fertiggestellte Kirchenbau wurde am 2. Juli 1872 geweiht. Seit spätestens 1884 hat die Kapelle eine Messlizenz. Im Jahr 1985 wurde ein Vorbau angebaut. Auf dem neugotischen Hochaltar steht eine Figur der Maria mit Kind, die von Statuen der beiden Heiligen Katharina und Barbara flankiert wird. Über den Figuren ist eine Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit angebracht. Auf dem rechten Seitenaltar steht hinter einem Gitter eine figurale Darstellung des Christ in Ketten. Im Kirchenschiff selbst stehen Figuren, die den Erzengel Michael, den heiligen Dominikus, eine Maria mit Kind sowie eine Pietà darstellen. An den Wänden hängt ein Kreuzweg. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es jährlich am Annasonntag eine Wallfahrt, die von Wetzelsdorf zur Kapelle führte.[3]

Commons: Doblegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

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