Dobromyl

Stadt in der Ukraine From Wikipedia, the free encyclopedia

Dobromyl (ukrainisch Добромиль/?; russisch Добромыль, polnisch Dobromil) ist eine in der Westukraine liegende Stadt, 4 km östlich der polnisch-ukrainischen Grenze.

Blick in den Ort
Schnelle Fakten Basisdaten, Verwaltung ...
Dobromyl
Добромиль
Wappen von Dobromyl
Dobromyl (Ukraine)
Dobromyl (Ukraine)
Dobromyl
Basisdaten
Staat: Ukraine Ukraine
Oblast:Oblast Lwiw
Rajon:Rajon Sambir
Höhe:298 m
Fläche:4,97 km²
Einwohner:4.111 (1. Januar 2022)
Bevölkerungsdichte: 827 Einwohner je km²
Postleitzahlen:82042
Vorwahl:+380 3238
Geographische Lage:49° 34′ N, 22° 47′ O
KATOTTH: UA46080050010034058
KOATUU: 4625110300
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 1 Siedlung städtischen Typs, 35 Dörfer
Verwaltung
Bürgermeister: Petro Turko
Adresse: площа Ринок 1
82042 м. Добромиль
Website: http://www.dobromyl.org/
Dobromyl (Oblast Lwiw)
Dobromyl (Oblast Lwiw)
Dobromyl
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Dobromyl wurde im Jahr 1374 zum ersten Mal schriftlich als Dorf erwähnt und erhielt 1566 das Stadtrecht. Unter der seit 1772 bestehenden österreichischen Herrschaft kam die Stadt zu Galizien und war kurzzeitig von 1850 bis 1854[1] und von 1876 bis 1918 Sitz der Bezirkshauptmannschaft Dobromil, ab 1867 der Sitz eines Bezirksgerichts. Nach dem Ersten Weltkrieg kam der Ort als Dobromil zu Polen und lag hier ab 1921 in der Woiwodschaft Lwów als Sitz des gleichnamigen Powiats Dobromil. Nach der Sowjetischen Besetzung Ostpolens wurde der Ort Sitz des Ujesd Dobromil innerhalb der Oblast Drohobytsch, im Januar 1940 die Rajonshauptstadt des Rajons Dobromyl/Dobromil. Nach dem Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges wurde Dobromyl in das Generalgouvernement, Distrikt Krakau eingegliedert und verblieb hier bis zur Rückeroberung durch die Rote Armee im Sommer 1944. Die Stadt wurde wieder in die Ukrainische SSR innerhalb der Sowjetunion eingegliedert und verblieb bis zur Auflösung des gleichnamigen Rajons im Jahre 1962 eine Rajonshauptstadt. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist sie Teil der unabhängigen Ukraine.

1924 wurde das bis dahin selbstständige Dorf Huczko (ukrainisch Гучко Hutschko) eingemeindet.

Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neu gegründeten Stadtgemeinde Dobromyl (Добромильська міська громада/Dobromylska miska hromada) zu dieser zählen auch noch die Siedlung städtischen Typs Nyschankowytschi sowie die 35 in der untenstehenden Tabelle aufgelistetenen Dörfer[2] im Rajon Sambir, bis dahin war sie ein Teil der Stadtratsgemeinde Dobromyl (Добромильська міська рада/Dobromylska miska rada) im Rajon Staryj Sambir.

Sehenswürdigkeiten

Auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof wurde aus Grabsteinen, die unter deutscher Besatzung zur Straßenbefestigung genutzt wurden, eine Gedenkstätte errichtet.

Ortsgliederung

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Dobromyl Teil der Gemeinde:

Weitere Informationen Name, ukrainisch transkribiert ...
Name
ukrainisch transkribiertukrainischrussischpolnisch
Bolosiw Болозів Болозев (Bolosew) Błozew Górna
Bonewytschi Боневичі Боневичи (Bonewitschi) Boniowice
Borschewytschi Боршевичі Боршевичи (Borschewitschi) Borszowice
Byblo Библо Быбло Bybło
Deschytschi Дешичі Дешичи (Deschitschi) Gdeszyce
Drosdowytschi Дроздовичі Дроздовичи (Drosdowitschi) Drozdowice
Horodysko Городисько Городиско (Gorodisko) Grodzisko
Hrabiwnyzja Грабівниця Грабовница (Grabowniza) Grabownica Sozańska
Hruschatytschi Грушатичі Грушатичи (Gruschatitschi) Hruszatyce
Hubytschi Губичі Губичи (Gubitschi) Hubice
Knjaschpil Княжпіль Княжполь (Knjaschpol) Kniażpol
Komarowytschi Комаровичі Комаровичи (Komarowitschi) Komarowice
Koniw Конів Конев (Konew) Koniów
Kropywnyk Кропивник Крапивник (Krapiwnik) Kropiwnik
Mihowo Мігово Мигово (Migowo) Michowa
Mischenez Міженець Миженец (Mischenez) Miżyniec
Nowe Misto Нове Місто Новое Мисто (Nowoje Misto) Nowe Miasto
Nyschankowytschi Нижанковичі Нижанковичи (Nischankowitschi) Niżankowice
Nyschnja Wowtscha Нижня Вовча Нижняя Волчья (Nischnjaja Woltschja) Wołcza Dolna
Pazkowytschi Пацьковичі Пацковичи (Pazkowitschi) Paćkowice
Peredilnyzja Передільниця Передельница (Peredelniza) Przedzielnica
Pidmostytschi Підмостичі Подмостичи (Podmostitschi) Podmojsce
Pjatnyzja П'ятниця Пятница (Pjatniza) Pietnice
Poljana Поляна Поляна Polana
Possada-Nowomiska Посада-Новоміська Посада-Новомистская (Possada-Nowomistskaja) Posada Nowomiejska
Roschewe Рожеве Рожевое (Roschewoje) Rosenburg, Rozenburg, Radyczówka
Sanotschany Саночани Саночаны Sanoczany
Soljanuwatka Солянуватка Соляноватка (Soljanowatka) Lacko
Sorotowytschi Зоротовичі Зоротовичи (Sorotowitschi) Zrotowice
Storonewytschi Стороневичі Стороневичи (Storonewitschi) Stroniowice
Ternawa Тернава Тернава Tarnawa
Towarna Товарна Товарная (Towarnaja) Towarnia
Truschewytschi Трушевичі Трушевичи (Truschewitschi) Truszowice
Tschyschky Чижки Чижки (Tschischki) Czyszki
Welyke Велике Великое (Welikoje) Wełykie
Wiljunytschi Вілюничі Вилюничи (Wiljunitschi) Wielunice
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Galiziendeutsche Siedlung Engelsbrunn

Nördlich des Ortes existierte die galiziendeutsche Siedlung Engelsbrunn (geteilt ins westlicher gelegene Oberengelsbrunn und das östlicher gelegene Unterengelsbrunn), diese wurde bereits 1867 ins damalige Dobromil eingemeindet und ist heute ein Teil der Stadt Dobromyl. Der Ort wurde im Zuge der Josephinischen Kolonisation 1784 angelegt, die letzten deutschsprachigen Einwohner wurden 1940 auf Grund des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrags ausgesiedelt.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Aurelie Obermayer (* 1845; † nach 1914), österreichische Schriftstellerin
  • Emil Probst (* 1877; † 1950), deutscher Bauingenieur
  • Wolodymyr Hruza (* 1976), ukrainischer Geistlicher, griechisch-katholischer Weihbischof in Lemberg
Commons: Dobromyl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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