Dominikanermöwe

Art der Gattung Larus From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Dominikanermöwe (Larus dominicanus) ist eine Vogelart innerhalb der Möwen (Larinae). Sie brütet ausschließlich auf der südlichen Halbkugel.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Dominikanermöwe

Dominikanermöwe (Larus dominicanus)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Regenpfeiferartige (Charadriiformes)
Familie: Möwenverwandte (Laridae)
Unterfamilie: Möwen (Larinae)
Gattung: Larus
Art: Dominikanermöwe
Wissenschaftlicher Name
Larus dominicanus
Lichtenstein, 1823
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Merkmale

Die Dominikanermöwe ist mit einer Körperlänge (Schnabelspitze bis Ende Schwanzfedern) von bis zu 58 Zentimeter[2] und einer Flügelspannweite von 125 Zentimeter eine der größeren Möwenarten. Weibchen und Männchen schauen gleich aus.[2] An Kopf, Hals, Unterseite sowie Schwanz trägt sie ein weißes Gefieder, die Oberflügel und der Rücken sind dagegen schwarz. Die Bezeichnung der Möwe ist von dieser Farbgebung abgeleitet und geht auf den Habit der Dominikaner zurück. Der Schnabel ist gelb mit einem roten Fleck am Unterschnabel. Die Färbung der Füße reicht von gelb bis olivgrün.

Junge Tiere sind braun-schwarz gesprenkelt und erlangen erst im Alter von 3 bis 4 Jahren das adulte Federkleid.[3]

Systematik

Es gibt 5 Unterarten der Dominikanermöwe:[1]

  • Larus dominicanus dominicanus: Küstenregion des südlichen Südamerika, einschließlich der Falklandinseln und Südgeorgien; Südaustralien (einschließlich Tasmanien) und Neuseeland (einschließlich der Chatham-Inseln und aller subantarktischen Inselgruppen)
  • Larus dominicanus austrinus: Antarktis und antarktische Inseln
  • Larus dominicanus judithae: Subantarktische Inseln im Indischen Ozean
  • Larus dominicanus vetula: Süden von Afrika von Namibia entlang der Küste bis zum Nordosten Südafrikas; brütet im Senegal; Nichtbrüter kommen an der Westküste bis nach Angola und selten bis nach Mauretanien und Südwestmarokko sowie an der Ostküste bis nach Südmosambik vor.
  • Larus dominicanus melisandae: Küsten im Südwesten und Süden von Madagaskar

Verwechslungsmöglichkeiten

Im Gebiet der südlichen Ozeane ist die Dominikanermöwe die einzige große Möwenart, die einen weißen Kopf und einen weißen Schwanz aufweist. Aus der Entfernung kann sie lediglich mit der Blutschnabelmöwe verwechselt werden, die aber erheblich kleiner ist und einen leuchtend roten Schnabel aufweist.

Verbreitung

Verbreitungskarte

Das Verbreitungsgebiet der Dominikanermöwe reicht von den Küsten Südamerikas bis Südafrika, Neuseeland und vielen subantarktischen Inseln im südlichen Ozeangürtel. Die Dominikanermöwe ist außerdem die einzige Möwenart, die auf der antarktischen Halbinsel brütet.

Dominikanermöwe im Flug

Ernährung

Dominikanermöwen ernähren sich vorwiegend von Napfschnecken und den Abfällen anderer Vogelkolonien. Sie fressen auch den Abfall, der sich in menschlichen Siedlungen findet. Zum Nahrungsspektrum der Dominikanermöwen zählen außerdem Fische, kleine Säugetiere, Vögel bis zu Größe einer Gans und kränkliche Lämmer,[4] sowie die Nachgeburt von Seelöwen. Auf See folgen Dominikanermöwen gelegentlich auch Booten, um deren Abfall zu fressen. Sie jagen außerdem Sterna-Arten das Futter ab.

Vor der argentinischen Halbinsel Valdés haben Dominikanermöwen in den letzten 30 Jahren begonnen sich auch von den Südkapern zu ernähren. Anfangs landeten die Möwen auf den Walen und pickten Parasiten und lose Stückchen Haut auf. Irgendwann fingen die Dominikanermöwen jedoch an, gesunde Fleischstücke aus den Walen zu picken. Mittlerweile sind die Möwen für die Wale, die in der Region ihren Nachwuchs großziehen, zu einer Plage geworden. Die Wale tauchen viel häufiger als gewöhnlich, um sich vor den Möwen in Sicherheit zu bringen, und vergeuden dadurch viel Energie; gerade die Walmütter würden für die Aufzucht ihrer Kälber viel Ruhe benötigen. Zudem konzentrieren sich die Möwen auf die Walmütter und ihre Kälber, die viel häufiger an die Wasseroberfläche kommen müssen, als die anderen Wale.[5][6] Die seit 2003 ungewöhnlich stark zugenommene Sterblichkeit der Kälber wird auf Verletzungen durch diese Möwen zurückgeführt.[7]

Auf Guafo Island ernähren sich die Möwen zudem von Hakenwürmern aus dem Kot von den Jungtieren der Südamerikanischen Seebären (Arctocephalus australis), die als Parasiten im Darmtrakt dieser Tiere leben. Sie picken die Würmer und den blutigen Stuhl teilweise noch bei der Defäkation vom Anus der Robbenjungen auf und fügen diesen dabei regelmäßig teilweise schwere Wunden zu, die häufig zu Infektionen der Analregion der Robben führen.[8]

Fortpflanzung

Küken und Eier im Nest

Die Fortpflanzungszeit der Dominikanermöwen fällt gewöhnlich in den Zeitraum September bis Januar. Sie bildet dichte und gelegentlich sehr große Kolonien. Mitunter ist sie mit der Blutschnabelmöwe vergesellschaftet. Auch einzeln brütende Dominikanermöwen werden regelmäßig beobachtet.

Das Nest wird aus getrockneten Pflanzen und Algen errichtet. Es findet sich häufig am Fuß eines Strauchs oder eines Felsbrocken. Das Gelege besteht gewöhnlich aus zwei bis drei gesprenkelten Eiern. Das Nest wird aus Pflanzenteilen, Knochen und Napfschneckenschalen gebaut. Die Eier werden für einen Zeitraum von 24 bis 30 Tagen bebrütet. Die Jungvögel sind in einem Alter von 6 bis 8 Wochen flügge.[4]

Galerie

Belege

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