Doris Gercke

deutsche Krimi-Schriftstellerin (1937–2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Doris Gercke (* 7. Februar 1937 in Greifswald; † 25. Juli 2025 in Hamburg) war eine deutsche Schriftstellerin. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre Krimibuchreihe Bella Block, die später vom ZDF verfilmt wurde.

Doris Gercke, 2007

Leben

Doris Gercke wurde 1937 in eine Greifswalder Arbeiterfamilie geboren, die 1949 nach Hamburg flüchtete. Nach dem Schulbesuch des Hamburger Gymnasiums Lerchenfeld von 1951 bis 1954, den sie abbrechen musste, weil ihre Eltern das damals geforderte Schulgeld nicht mehr aufbringen konnten, absolvierte sie eine Ausbildung zur Verwaltungsbeamtin.[1] Sie heiratete mit 20 Jahren. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes gab sie ihren Beruf auf und lebte als Hausfrau und Mutter. 1970 trat sie der DKP bei.[2]

1980, nach 15-jähriger Erziehungspause, machte sie das Begabtenabitur und studierte Rechtswissenschaften. Den Beruf der Juristin übte sie aber nie aus. Stattdessen entschied sie sich 1988, ihren ersten Roman zu schreiben: Weinschröter, du mußt hängen. Ursprünglich inspirieren ließ sie sich dabei nach eigenen Angaben durch Romane von Raymond Chandler sowie des schwedischen Autorenpaars Maj Sjöwall und Per Wahlöö. Der Krimi um die Ermittlerin Bella Block wurde ein Erfolg. Darauf folgten zahlreiche weitere Kriminalromane mit derselben Protagonistin. Die Figur der selbstbewussten, raubeinigen und trinkfesten Kriminalbeamtin wurde durch die Fernsehverfilmungen mit Hannelore Hoger in der Titelrolle einem breiten Publikum ein Begriff. Die Drehbücher wurden später jedoch von anderen Autoren verfasst, nachdem sie die Rechte an der Fernsehfigur abgegeben hatte. Gercke schrieb auch Kinder- und Jugendbücher, Romane und Storys sowie Lyrikbände.

Doris Gercke, 2001

Gercke fühlte sich mit der Friedensbewegung sowie dem Kampf gegen Neofaschismus verbunden, war allerdings kein Parteimitglied mehr. Sie nahm regelmäßig an Veranstaltungen wie den Ostermärschen, Demonstrationen und Konferenzen der linken Opposition teil. Sie war Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und Mitgründerin des Netzwerks HERland – Feministischer Realismus in der Kriminalliteratur, das sie bei ihrem alljährlichen Kolloquium in Hamburg 2023 zur Ehrenvorsitzenden wählte.[3]

Doris Gercke starb im Juli 2025 im Alter von 88 Jahren in Hamburg.[4]

Auszeichnungen

  • 1991 Schwedischer Krimipreis (International) für: Du skrattade, du ska dö. Skriftställarna, Lund 1991 (dt.: Weinschröter, du musst hängen. Edition Galgenberg, Hamburg 1988)
  • 2000 Glauser Ehrenpreis der Vereinigung deutschsprachiger Krimiautoren – Syndikat für das „Gesamtschaffen einer Person im Dienste des deutschen Krimis“

Bibliografie

Lyrik

Romane

Kriminalromane

Krimis der Bella-Block-Reihe

Kinder- und Jugendliteratur

Diskografie

Hörbücher

Hörspiele

  • 1992: Am Hoffnungsberg, NDR, 55 Minuten.
  • 1994: Horace McCoy: Schatten der Vergangenheit, NDR/HR/SWF, 52 Minuten, Hörspielbearbeitung von Doris Gercke.
  • 1995: Niederlage, NDR, 49 Minuten.
  • 1995: Tony Fenelly: Mord auf der Klappe, NDR, 55 Minuten, Hörspielbearbeitung von Doris Gercke.
  • 1997: Das tote Haus, NDR 44 Minuten.
  • 2000: Vor Gericht, NDR/DLB 54 Minuten.
  • 2001: Wex. Ein Gefängnispsychologendrama. Produktion: NDR; Länge: 54 Minuten; Regie: Alexander Schuhmacher; mit: Matthias Matschke, Judith Engel, Nina Weniger, Konstantin Graudus u. a.[5]

Einzelnachweise

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