Dossier 137

Film von Dominik Moll (2025) From Wikipedia, the free encyclopedia

Dossier 137 ist ein Kriminalfilm von Dominik Moll. Der Film beschäftigt sich mit den Ermittlungen der Inspection Générale der französischen Nationalpolizei im Jahr 2018 während der Proteste der Gelbwestenbewegung. Der Film feierte im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes seine Premiere und kam Mitte November 2025 in die französischen Kinos.

TitelDossier 137
ProduktionslandFrankreich
OriginalspracheFranzösisch
Erscheinungsjahr2025
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Dossier 137
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 115 oder 116 Minuten
Stab
Regie Dominik Moll
Drehbuch Dominik Moll, Gilles Marchand
Musik Olivier Marguerit
Kamera Patrick Ghiringhelli
Schnitt Laurent Rouan
Besetzung
  • Léa Drucker: Stéphanie
  • Yoann Blanc
  • Guslagie Malanda: Alicia Mady
  • Antonia Buresi
  • Kevin Debonne
  • Laurent Bozzi: Monsieur Santoni
  • Jonathan Turnbull: Benoit Guérini
  • Mathilde Roehrich: Carole Delarue
  • Stanislas Marhar: Jérémy
  • Sandra Colombo: Joëlle Girard
  • Valentin Campagne: Rémi Cordier
  • Mathilde Riu: Sonia Girard
  • Côme Peromnet: Guillaume Girard
  • Solàn Machado-Graner: Victor
  • Théo Costa-Marini: Arnaud Lavallée
  • Théo Navarro Mussy: Mickael Fages
  • Florence Viala: Mme Jarry
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Handlung

Im Jahr 2018. Stéphanie ist eine erfahrene Ermittlerin bei der Inspection Générale de la Police Nationale. Diese Abteilung untersucht übermäßige Anwendung von Gewalt der Polizei bei den Gelbwestenprotesten in Paris. Als sie einen Polizisten befragt, dem ein Steinwurf vorgeworfen wird, erklärt dieser, er sei nach 15 Jahren pflichtbewussten Dienstes einfach durchgedreht, und fleht Stéphanie an, ihm seinen Job nicht wegzunehmen.

Danach untersucht sie gemeinsam mit ihrem Team einen Vorfall - dem titelgebenden „Fall 137“ - bei dem ein junger Mann durch ein Gummigeschoss am Kopf schwer verletzt wurde. Akribisch und mit großer Beharrlichkeit werden Zeugen befragt, Überwachungsvideos sowie medizinische Unterlagen ausgewertet. Durch Widersprüche in den Aussagen – insbesondere einer kleinen Spezialeinheit der Polizei – werden Fragen aufgeworfen. Als Stéphanie bei einem Besuch ihrer Eltern in ihrer kleinen Heimatstadt Saint-Dizier im Supermarkt zufällig der Mutter des verletzten Jungen begegnet, wird ihr klar, dass sie im Grunde auch persönlich involviert ist. Bei der Auswertung von Videoaufnahmen macht Stéphanie eine wichtige Beobachtung. Sie vermutet, dass der Vorfall aus dem Fenster eines Luxushotelfensters mitgefilmt worden sein könnte.[1][2][3][4] Im weiteren Verlauf der Ermittlungen kollidieren die Loyalität zum Polizeiapparat und berufliche Verantwortung.

Produktion

Regie, Drehbuch und Filmförderung

Regisseur Dominik Moll

Regie führte Dominik Moll, der gemeinsam mit Gilles Marchand auch das Drehbuch schrieb. Sie arbeiteten bereits für Molls letzten Film La nuit du 12 zusammen. In Dossier 137 fiktionalisiert Moll einen realen Fall um Beamte der Brigade de recherche et d’intervention, die vorwiegend zur Geiselrettung und im Kampf gegen die organisierte Kriminalität eingesetzt wird.[2]

Der Film erhielt eine Förderung vom Centre national du cinéma et de l’image animée.

Besetzung und Dreharbeiten

Léa Drucker spielt in der Hauptrolle Stéphanie, die als Ermittlerin der Inspection Générale de la Police Nationale den Fall untersucht.[5] Solàn Machado-Graner spielt ihren 12-jährigen Sohn Victor. Der Nachwuchsschauspieler war bereits in En attendant Bojangles von Romain Compingt in einer Hauptrolle sehen.[2] Sandra Colombo spielt Joelle Girard, die Mutter des bei dem Einsatz von der Bereitschaftspolizei verletzten Guillaume, der durch einen Schuss an den Kopf eine Hirnschädigung erlitten hat. Dieser wird von Côme Peronnet verkörpert.[6] Valentin Campagne spielt den Freund von Guillaume und Zeugen Rémi und Guslagie Malanda die zufällige Augenzeugin Alicia Mady, die Stéphanie belastende Videobeweise zur Identität und Schuld ihrer Kollegen zukommen lässt.[2]

Die Dreharbeiten begannen am 6. Oktober 2024 und wurden Anfang Dezember 2024 beendet. Sie fanden in Saint-Dizier, Paris und der Region Paris statt.[5] Kameramann war wie bei La nuit du 12 Patrick Ghiringhelli.[5]

Filmmusik und Veröffentlichung

Die Filmmusik stammt von Olivier Marguerit, mit dem Moll ebenfalls bereits für La nuit du 12 arbeitete.[5]

Charades übernahm den internationalen Vertrieb.[7] In Frankreich wurde der Vertrieb von Haut et Court übernommen.[5] Die Premiere des Films war am 15. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte.[8] Dort stellte Charades Dossier 137 auch beim Marché du film vor.[9] Ende Juni, Anfang Juli 2025 wurde der Film beim La Rochelle Film Festival gezeigt[10], hiernach bei Nowe Horyzonty und im August 2025 beim Edinburgh International Film Festival.[11][12] Ende September 2025 wird er beim Filmfest Hamburg und beim Zurich Film Festival gezeigt.[13][14] Anfang Oktober 2025 erfolgten Vorstellungen beim Vancouver International Film Festival und hiernach beim Internationalen Filmfestival Warschau.[15] Am 19. November 2025 kam der Film in die französischen Kinos.[16]

Rezeption

Kritiken

Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 92 Prozent positiv.[17] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 73 von 100 möglichen Punkten.[18]

Thomas Schultze schreibt in seiner Kritik, mit unendlicher Ruhe sehe der Film Stéphanie bei ihrer beharrlichen Arbeit zu, eigentlich ganz simpel und methodisch, langsam aber entwickele er das komplexe Porträt einer Frau, von Léa Drucker überwältigend präzise und ohne Effekthascherei gespielt, die allein einen Zwölfjährigen großzieht, der erwachsener wirkt als seine Mutter. Dominik Moll lege seinen Film nüchtern an, entwickele daraus aber eine beachtliche Durchschlagskraft. Gerade weil er seine Geschichte nicht emotionalisiert, könne sie sich steigern zu einer resignierten Anklage gegen ein System, das die gewalttätigen Cops beschützt, weil man politischen Gegenwind befürchtet. Dass am Ende nur Stéphanie negative Konsequenzen zu erwarten hat, weil sie angeblich ethische Grenzen überschritten haben soll, sei kein überraschender, aber allemal niederschmetternder Ausgang.[3]

Auszeichnungen

César 2026

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2025

Léa Drucker spielt Stéphanie

Europäischer Filmpreis 2026

Internationales Filmfestival Warschau 2025

  • Nominierung für den Polish Film Institute Award (Audience Award - Encounters)[19]

Prix Lumières 2026

Einzelnachweise

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