Douchapt

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Die französische Gemeinde Douchapt (Aussprache [duˈʃa], okzitanisch Dochac) mit 353 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) liegt im Nordwesten des Départements Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes du Périgord Ribéracois. Die Bewohner werden Douchaptois und Douchaptoises genannt.

Schnelle Fakten Dochac ...
Douchapt
Dochac
Douchapt (Frankreich)
Douchapt (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Brantôme en Périgord
Gemeindeverband Périgord Ribéracois
Koordinaten 45° 15′ N,  27′ O
Höhe 66–204 m
Fläche 8,68 km²
Einwohner 353 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 41 Einw./km²
Postleitzahl 24350
INSEE-Code

Bürgermeisteramt (Mairie)
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Geografie

Nordarm der Dronne zwischen Douchapt und Saint-Victor
Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Douchapt liegt etwa 36 Kilometer südsüdwestlich von Nontron, etwa 22 Kilometer westnordwestlich von Périgueux und etwa 44 Kilometer nördlich von Bergerac in der Région naturelle des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert. Das Gemeindegebiet liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die es im Norden begrenzt, von den Flüsschen Pinquet und Sauvagnac, das es im Nordosten begrenzt, sowie von zwei kleineren Flussläufen.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser ehemaligen Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Douchapt liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und Sedimentgesteinen datierend aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Das Relief des Gemeindegebiets weist eine wenig bewaldete Hügellandschaft auf mit Erhebungen selten über 200 m. Der topografisch höchste Punkt befindet sich mit 204 m Höhe in der Nähe des Lieu-dit l’Abbaye im äußersten Süden von Douchapt an der Grenze zur Nachbargemeinde Segonzac. Der tiefste Punkt befindet sich im äußersten Nordwesten mit 66 m Höhe beim Austritt der Dronne aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt auf 112 m Höhe.

Rund 75 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, zumeist heterogen genutzt, rund 20 % sind bewaldet, rund 5 % entfallen auf bebaute Flächen.[2]

Douchapt wird von folgenden fünf Gemeinden umgeben:

Saint-Méard-de-Drône Saint-Victor
Saint-Pardoux-de-Drône Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Tocane-Saint-Apre
Segonzac

Natürliche und technologische Risiken

Risikokarte des Quellungs/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Douchapt

Naturrisiken manifestieren sich in Douchapt neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Schlammlawinen in den Jahren 1982, 1983 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde jeweils der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Im größten Teil des Gemeindegebiets besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer mittleren, im überwiegenden Maße aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1997, 2003, 2005 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.

Ein technologisches Risiko besteht durch den Verlauf einer Erdgasleitung, die quer durch das südliche Gemeindegebiet verläuft. Obwohl diese Anlagen sicher sind, kann es in sehr seltenen Fällen zu einem Bruch oder einem Leck kommen. Dies könnte dann eine Umweltverschmutzung oder ein Unfallereignis (Explosion, Brand, giftige Wolke usw.) zur Folge haben.[4]

Etymologie und Geschichte

Die erstmalige Erwähnung des Namens des Dorfes erfolgte ungefähr zur gleichen Zeit wie der Bau der Kirche, genannt Sanctus Petrus de Dupchac im Jahre 1178. In der Folge wurde er Dopchac (1365) geschrieben, latinisiert im selben Jahr als Dopchacum. Er stammt von dem Namen einer ursprünglich gallischen Person Duppius ab, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Duppiacum, Anwesen des Duppius). Die Verschiebung des -p- von der ersten zur zweiten Silbe ist schwer zu erklären.[5]

Im lokalen Dialekt bedeutet Douchapt „Zwei Katzen“, ein besonderes Merkmal dieses Dorfes, das sich sogar in den Mauern der Pfarrkirche widerspiegelt, wo zwei Katzenfiguren eingemeißelt sind.

Die Gegend um Douchapt war schon sehr früh besiedelt. Ein Dolmen steht noch heute am Lieu-dit Margot. Ausgrabungen am Lieu-dit Beauclair, nördlich des Dorfes, haben zudem Spuren einer Besiedlung aus der Jungsteinzeit freigelegt. Innerhalb der Dorfgrenzen, im Weiler Les Farges, wurde außerdem eine unterirdische Struktur entdeckt.[6]

Im 14. Jahrhundert gehörte die Pfarrgemeinde Dopchac zur Kastellanei Saint-Astier.[7]

Eine Kapelle, die zunächst Notre-Dame von Douchapt und später Notre-Dame-des-Sept-Douleurs (Unserer Lieben Frau der Schmerzen) geweiht war, wurde im 17. Jahrhundert an der Stelle einer Marienerscheinung errichtet, bevor sie 1892 zerstört wurde.[8]

Bevölkerungsentwicklung

Douchapt: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
528
1800
 
562
1806
 
557
1821
 
622
1831
 
650
1836
 
601
1841
 
583
1846
 
621
1851
 
658
1856
 
622
1861
 
647
1866
 
641
1872
 
564
1876
 
598
1881
 
574
1886
 
580
1891
 
507
1896
 
475
1901
 
435
1906
 
456
1911
 
418
1921
 
421
1926
 
429
1931
 
421
1936
 
433
1946
 
377
1954
 
329
1962
 
330
1968
 
297
1975
 
253
1982
 
260
1990
 
240
1999
 
251
2006
 
276
2013
 
344
2020
 
350
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10][11][12]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Die Pfarrkirche Saint-Pierre-ès-Liens wurde im 12. Jahrhundert erbaut, besitzt aber ältere, wiederverwendete Elemente wie ein skulptiertes monolithisches Tympanon aus dem 11. Jahrhundert. Das gesamte Bauwerk wurde 1880 restauriert, wobei das Gewölbe erneuert und einige der bisherigen Blendarkaden mit Fenstern versehen wurden. Auch die Nordkapelle und die an die Apsis angrenzende Sakristei scheinen aus dieser Zeit zu stammen.[13]
  • Kapelle Notre-Dame-de-Pitié aus dem 19. Jahrhundert
  • Unterhalb und westlich der Kapelle befindet sich der Saint-Pierre- oder Saint-Pé-Brunnen. Der Brunnen war, wie die Kapelle, früher zweimal jährlich Ziel einer Wallfahrt, am 8. Juni, um Schutz vor Unwettern zu erbitten, und, wichtiger noch, am 14. und 15. August, um die Jungfrau Maria zu verehren.[14]
  • Die Räumlichkeiten des Rathauses wurden im ehemaligen Pfarrhaus aus dem 18. Jahrhundert eingerichtet. An dessen südöstlicher Ecke befindet sich ein Turm mit einer innenliegenden Wendeltreppe.

Bildung

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vorschule (École maternelle).[15]

Wirtschaft

Erwerbstätigkeit

Im Jahre 2022 waren 172 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Douchapt erwerbstätig, entsprechend 81,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (83,0 %) höher war als bei den Frauen (79,6 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 12 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (15). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 9,1 % (2016) auf 6,8 % (2022).[16]

Branchen und Betriebe

32 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Douchapt wirtschaftlich aktiv:[16]

Weitere Informationen Branche, Anzahl ...
Branche
Anzahl%
Gesamt32
Fertigung, Bergbau und andere Industrien412,5 %
Baugewerbe412,5 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1134,4 %
Information und Kommunikation13,1 %
Immobilien26,3 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten721,9 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln26,3 %
Andere Dienstleistungen13,1 %
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Landwirtschaft

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[17] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 15 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 11 im Jahr 2000, auf 8 im Jahr 2010 und auf 5 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 66,7 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 309 Hektar im Jahre 1988 auf 303 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 20,6 Hektar signifikant auf 60,6 Hektar.[18][19][20]

Verkehr

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Ribérac von Westen kommend nach Fumel über Périgueux führt, durchquert das nördliche Gemeindegebiet. Lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und weiteren Nachbargemeinden.

Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Douchapt mit Périgueux und mit Mussidan über Ribérac.[21]

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Douchapt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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