Douville
französische Gemeinde
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Douville (Aussprache [duˈvil], okzitanisch Dovila) ist eine französische Gemeinde mit 453 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle et Crempse en Périgord. Die Bewohner werden Douvillois und Douvilloises genannt.
| Douville Dovila | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Périgord Central | |
| Gemeindeverband | Isle et Crempse en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 0′ N, 0° 35′ O | |
| Höhe | 110–233 m | |
| Fläche | 19,91 km² | |
| Einwohner | 453 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 23 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24140 | |
| INSEE-Code | 24155 | |
Blick auf Douville | ||
Die Gemeinde liegt am Pilgerweg nach Santiago de Compostela, der Via Lemovicensis, einem der vier historischen Wege der Jakobspilger in Frankreich. Sie liegt außerdem auf dem 45. Breitengrad.
Geografie

Douville liegt etwa 24 Kilometer südsüdwestlich von Périgueux, etwa 50 Kilometer westnordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 18 Kilometer nordnordöstlich von Bergerac im touristisch benannten Périgord pourpre am Übergang der Région naturelle des Bergeracois zur Région naturelle des Landais. Die Gemeinde hat kein eigentliches Zentrum. Die Kirche befindet sich im Weiler Douville, das Bürgermeisteramt im Weiler Pont Saint-Mamet.
Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Crempse, von den Flüsschen Maurillas und Tabac, vom Ruisseau de la Sauvetat sowie von einem kleineren Fließgewässer.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Douville liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, aus Sedimentgesteinen, die bei bestimmten aus dem Känozoikum datieren, bei anderen aus dem Mesozoikum.
Das Relief des Gebiets von Douville zeigt eine relativ bewaldete Hügellandschaft, die durch die Flusstäler eingeschnitten wird und mit Erhebungen, die nach Norden hin Höhen von über 200 m überschreiten. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 233 m im äußersten Norden an der Grenze zur Nachbargemeinde Bourrou, der tiefste Punkt mit 110 m im Westen bei der Mündung des Ruisseau de la Sauvetat in die Crempse, die hier das Gemeindegebiet verlässt. Der Weiler Pont Saint-Mamet liegt am linken Ufer der Crempse auf etwa 126 m Höhe.
Rund 54 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen genutzt, rund 43 % sind bewaldet, etwa 3 % entfallen auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Umgeben wird Douville von den acht Nachbargemeinden:
| Villamblard | Bourrou Grun-Bordas |
Saint-Mayme-de-Péreyrol |
| Beauregard-et-Bassac | ||
| Montagnac-la-Crempse | Campsegret (Berührungspunkt) | Saint-Martin-des-Combes |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Douville neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet bis auf die Flusstäler von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1991, 1992, 1995, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden.
Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer geringen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes erschien erstmals im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Douvilla. In der Folge sind zwei Varianten belegt, Dosvila im Jahre 1382 und (Sanctus Johannis de) Dovillo (1526). Er ist zusammengesetzt aus dem Namen einer germanischen Person Deudo und villa (deutsch Landgut). Diese Kombination ist ziemlich verbreitet anzutreffen in der Zone, die die Visigoten im fünften Jahrhundert besetzten.
In der gesamten Gemeinde finden sich prähistorische Überreste, die auf eine sehr frühe menschliche Besiedlung hindeuten. Ein großer Stein namens Roc de Gomard scheint ein Megalith zu sein. Funde aus der Altsteinzeit und der Jungsteinzeit finden sich an verschiedenen Lieu-dits innerhalb der Gemeinde: Le Noyer, Cantalouette und Pont-Saint-Mamet, wo 1845 eine Wetzrille entdeckt wurde. Eine 12 Zentimeter lange Bronzeaxt, die am Lieu-dit Ferrant gefunden wurde, stammt aus der mittleren Bronzezeit.
Straßenbauarbeiten im Jahr 1998 legten zahlreiche Feuersteinwerkzeuge und Keramiken aus der frühen Bronzezeit bis zur Latènezeit frei. In Le Noyer finden sich Spuren gallorömischer Aktivitäten. Mehrere antike Gräber wurden in der Nähe von Pont-Saint-Mamet und der Umgehungsstraße entdeckt.
Roussille, die ehemalige Burg des Herzogs von Aquitanien, Waifar (gestorben 768), wurde ab dem 12. Jahrhundert in einem kleinen Tal errichtet und folgte einer gallorömischen Festung. Sie wurde später Sitz einer Kastellanei und ging in den Besitz der Grafen von Périgord über. Die Burg wurde im Hundertjährigen Krieg um 1440 zerstört, wobei einige Überreste erhalten blieben.[5][6]
Während der Französischen Revolution wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Mamet und La Sauvetat Grasset in die Gemeinde Douville eingegliedert.[7]
Bevölkerungsentwicklung
| Douville: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 795 | |||
| 1800 | 772 | |||
| 1806 | 740 | |||
| 1821 | 893 | |||
| 1831 | 995 | |||
| 1836 | 970 | |||
| 1841 | 1.111 | |||
| 1846 | 1.130 | |||
| 1851 | 1.001 | |||
| 1856 | 999 | |||
| 1861 | 958 | |||
| 1866 | 919 | |||
| 1872 | 837 | |||
| 1876 | 800 | |||
| 1881 | 783 | |||
| 1886 | 811 | |||
| 1891 | 755 | |||
| 1896 | 780 | |||
| 1901 | 762 | |||
| 1906 | 720 | |||
| 1911 | 661 | |||
| 1921 | 539 | |||
| 1926 | 555 | |||
| 1931 | 488 | |||
| 1936 | 459 | |||
| 1946 | 405 | |||
| 1954 | 385 | |||
| 1962 | 377 | |||
| 1968 | 351 | |||
| 1975 | 331 | |||
| 1982 | 352 | |||
| 1990 | 402 | |||
| 1999 | 401 | |||
| 2006 | 427 | |||
| 2013 | 452 | |||
| 2020 | 462 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Douville
- Die Kirche Saint-Front stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die eher schmucklose Kirche hat eine flachgeschlossene Apsis und einen dreieckigen Glockengiebel im Westen.
- Das bereits im achten Jahrhundert erwähnte Burg Roussille wechselte im Mittelalter, besonders aber im Verlauf des Hundertjährigen Krieges (1337–1453), wiederholt den Besitzer. In der Zeit der Französischen Revolution wurde sie zerstört.[11]
- Le Pont Saint-Mamet
- Auf dem Friedhof des Weilers Pont Saint-Mamet steht die ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammende und dem legendenhaften Heiligen Mamas geweihte Kirche Saint Mamet. Auch sie verfügt über eine flachschließende Apsis und einen dreieckigen Glockengiebel.
- Das im 17. Jahrhundert erbaute Schloss La Forge ist ein zweigeschossiger Bau mit Lukarnen. Es dient heute als Hotel.[12]
- Das Schloss Saint-Mamet stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es befindet sich in Privatbesitz.[13]
- Das Schloss Lestaubiere ist ein Bau des 19. Jahrhunderts und bietet heute Gästezimmer an.[14]
- Kirche Saint-Front
- Kirchenschiff der Kirche Saint-Front
- Bleiglasfenster mit der Darstellung des heiligen Fronto von Périgueux
- Kirche Saint Mamet
- Kirchenschiff der Kirche Saint Mamet
- Bleiglasfenster
- Rathaus (Mairie)
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[15]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 201 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Douville erwerbstätig, entsprechend 77,6 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (74,6 %) kleiner war als bei den Frauen (81,2 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit acht Personen im Jahr 2022 etwas niedriger als im Jahr 2016 (9). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 4,3 % (2016) auf 4,0 % (2022).[16]
Branchen und Betriebe
43 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Douville wirtschaftlich aktiv:[16]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 43 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 7 | 16,3 % |
| Baugewerbe | 9 | 20,9 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 8 | 18,6 % |
| Information und Kommunikation | 2 | 4,7 % |
| Immobilien | 1 | 2,3 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 6 | 14,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 8 | 18,6 % |
| Andere Dienstleistungen | 2 | 4,7 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[17] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 31 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 24 im Jahr 2000, auf 12 im Jahr 2010 und stieg auf 13 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 58,1 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 687 Hektar im Jahre 1988 auf 642 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 22,2 Hektar signifikant auf 49,4 Hektar.[18][19][20]
Fernwanderweg
Durch das Gemeindegebiet von Douville verläuft der Fernwanderweg GR 654 von Namur in Belgien über Vézelay nach Montréal-du-Gers im Département Gers, der in seinem Verlauf der Via Lemovicensis ähnelt.[21]
Verkehr
Die Nationalstraße N 21 durchquert das Gebiet der Gemeinde und verbindet sie mit Périgueux im Norden und mit Bergerac im Süden, wobei der Weiler Pont-Saint-Mamet durch die Departementsstraße D 6021 auf der ehemaligen Trasse der Nationalstraße umfahren wird. Die nachgeordnete Departementsstraße D 38 verbindet Pont-Saint-Mamet mit Montagnac-la-Crempse im Westen und mit Beauregard-et-Bassac im Osten. Die nachgeordnete Departementsstraße D 39 trifft auf die D 38 bei Pont-Saint-Mamet, die im Nordwesten nach Villamblard über Douville führt. Lokale Landstraßen verbinden die beiden Zentren mit weiteren Weilern und Nachbargemeinden.
Regionalbusse einer Linie im Auftrag der Region Nouvelle-Aquitaine verbinden Douville mit Périgueux und mit Bergerac.[22]
Persönlichkeit
- Paul Faure (1878–1960), französischer sozialistischer Politiker, in Pont-Saint-Mamet beigesetzt.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
- Douville – Fotos + Infos (französisch) ( vom 29. Juni 2018 im Internet Archive)
