Douzillac
französische Gemeinde
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Douzillac (Aussprache [duziˈjak] okzitanisch Dosilhac) ist eine französische Gemeinde mit 845 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Communauté de communes Isle Vern Salembre en Périgord. Die Einwohner werden Douzillacois und Douzillacoises genannt.
| Douzillac Dosilhac | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Dordogne (24) | |
| Arrondissement | Périgueux | |
| Kanton | Périgord Central | |
| Gemeindeverband | Isle Vern Salembre en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 5′ N, 0° 25′ O | |
| Höhe | 48–167 m | |
| Fläche | 17,17 km² | |
| Einwohner | 845 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 49 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 24190 | |
| INSEE-Code | 24157 | |
| Website | Douzillac | |
Ortsansicht mit der Kirche Saint-Vincent | ||
Geografie


Douzillac liegt etwa 26 Kilometer westsüdwestlich von Périgueux und etwa 27 Kilometer nordnordwestlich von Bergerac am Übergang der Région naturelle des Ribéracois zur Double. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Isle, die es im Südosten und Süden begrenzt, von der Beauronne, die es im Westen begrenzt, von den Flüsschen Biacle und Ruisseau des Trois Fontaines sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Douzillac liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär, einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Abgesehen vom Gebiet im Isle-Tal liegt der größte Teil des Gemeindegebiets im Double-Wald. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 167 m im Nordosten am Lieu-dit Le Portail Rouge, der tiefste Punkt mit 48 m im äußersten Südwesten beim Austritt der Isle aus dem Gemeindegebiet. Das Zentrum liegt am Rand des Isle-Tals auf etwa 95 m Höhe.
Rund 54 % der Fläche der Gemeinde sind bewaldet, rund 36 % werden landwirtschaftlich genutzt, rund 7 % entfallen auf bebaute Flächen, rund 4 % auf Flächen mit Strauch- und/oder Kräutervegetation.[2]
Douzillac wird von folgenden sechs Gemeinden umgeben:
| Saint-Jean-d’Ataux | Saint-Germain-du-Salembre | |
| Beauronne | Neuvic | |
| Saint-Louis-en-l’Isle | Sourzac |
Natürliche Risiken

Naturrisiken manifestieren sich in Douzillac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als
- Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen, besonders entlang der Isle
- Dürren
- Waldbrände
- Bodensetzungen
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1986, 1991, 1993 und 1999 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde jeweils der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugende Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehören u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]
Wie die Risikokarte zeigt, sind etwa 85 % des Gemeindegebiets von einer mittleren, meist aber von einer starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 1995, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]
Etymologie und Geschichte
Der Name des Dorfes hat sich seit der erstmaligen Erwähnung zu Beginn des 12. Jahrhunderts kaum verändert: Duzilac (1122). Er wurde zu Duzilhac im 13. Jahrhundert, dann Douzilhac im Jahre 1665. Er stammt vom Namen einer gallorömischen Person, Docilius, ab, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Dociliacum, Anwesen des Docilius).
Über die Jahrhunderte hinweg war Douzillac Objekt großer Begierde. Dies führte zu heftigen Auseinandersetzungen während der Konflikte, die das Umland heimsuchten, aber auch zu ihrer Anziehungskraft auf Bürgertum und Adel.
Archäologische Funde belegen die Besiedlung des Ortes bereits in der Zeit des Magdalénien (15.000 v. Chr.). Anschließend entwickelte sich das Dorf vor allem in der gallorömischen Zeit, nahe der Römerstraße zwischen Bordeaux und Périgueux. In der Zeit, als die Flüsse als Verkehrswege dienten, gab es einen Hafen an der Isle. Zu Beginn des Mittelalters war Douzillac eine Adelsresidenz, was bedeutete, dass dort ein bewaffneter Diener des Grafen wohnte. Die Stadt unterstand damals der Kastellanei Saint-Astier, die das höchste Gerichtsrecht über das Dorf innehatte.
Douzillac wurde vom anglo-französischen Konflikt und später von den Hugenottenkriegen schwer getroffen. Ein Zeugnis dieser Zeit ist das Schloss Mauriac, ursprünglich eine Festung der Familie Talleyrand. Dank seiner strategischen Lage konnte es den Verlauf des Flusses Isle sowie mehrere Feste Häuser in der Umgebung kontrollieren. Das heutige Schloss datiert aus dem 15. bis 16. Jahrhundert. Es wurde neu gebaut auf den Trümmern eines Vorgängerbaus vermutlich aus dem 11. Jahrhundert, der wiederum auf den Überbleibseln einer gallorömischen Siedlung errichtet wurde.
Später zog der Ort viele wohlhabende Bürger an, darunter Sieur de la Fontpeyre, einen Chirurgen, der dort im 18. Jahrhundert eine Chartreuse errichten ließ. Zahlreiche Herrenhäuser und repräsentative Landhäuser entstanden ebenfalls.[5][6]
Bevölkerungsentwicklung
| Douzillac: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1793 | 1.182 | |||
| 1800 | 1.208 | |||
| 1806 | 1.155 | |||
| 1821 | 1.117 | |||
| 1831 | 1.232 | |||
| 1836 | 1.187 | |||
| 1841 | 1.188 | |||
| 1846 | 1.250 | |||
| 1851 | 1.175 | |||
| 1856 | 1.115 | |||
| 1861 | 1.091 | |||
| 1866 | 1.074 | |||
| 1872 | 1.043 | |||
| 1876 | 1.052 | |||
| 1881 | 1.065 | |||
| 1886 | 1.117 | |||
| 1891 | 1.027 | |||
| 1896 | 1.007 | |||
| 1901 | 938 | |||
| 1906 | 975 | |||
| 1911 | 944 | |||
| 1921 | 802 | |||
| 1926 | 831 | |||
| 1931 | 793 | |||
| 1936 | 754 | |||
| 1946 | 753 | |||
| 1954 | 737 | |||
| 1962 | 689 | |||
| 1968 | 716 | |||
| 1975 | 679 | |||
| 1982 | 604 | |||
| 1990 | 628 | |||
| 1999 | 710 | |||
| 2006 | 784 | |||
| 2013 | 806 | |||
| 2020 | 810 | |||
| Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[7] INSEE ab 2006[8][9][10] Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz | ||||
Sehenswürdigkeiten
- Douzillac
- Die ursprünglich romanische Kirche Saint-Vincent stammt – wie die Westfassade zeigt – aus dem 12. Jahrhundert. In späterer Zeit wurde der Kirchenbau wiederholt ausgebessert und vergrößert. Das Innere wird dominiert von einem spätgotischen Rippengewölbe aus dem 16. Jahrhundert; bemerkenswert sind einige Bleiglasfenster aus dem 19. Jahrhundert.
- Das ehemalige Pfarrhaus ist das größte in weitem Umkreis; es verfügt über eine breite Loggienterrasse.
- Ein öffentlicher Brunnen ist in eine Hauswand eingelassen.
- Mauriac
- Auf dem Weg zum Weiler Mauriac liegt das im 18. und 19. Jahrhundert erbaute und in Privatbesitz befindliche Schloss Les Chauveaux.
- Das im 15. Jahrhundert auf älteren Grundmauern erbaute Schloss Mauriac liegt versteckt in einem Wäldchen und befindet sich in Privatbesitz. Während der Französischen Revolution wurden Teile zerstört, doch blieb das Gesamtbild weitgehend erhalten. Das Schloss, seine Torburg und seine Umfassungsmauer, seine Nebengebäude, das Gelände ihres Parks sowie das umliegende Land sind seit dem Jahr 2016 als Monument historique eingeschrieben.[11]
- Bois Carré
- Im Weiler Bois Carré befindet sich das Herrenhaus Bois-carré aus dem 19. Jahrhundert mit seinem Taubenschlag
- Kirche Saint-Vincent
- Kircheninneres
- Ehemaliges Pfarrhaus
- Brunnen
- Schloss Les Chauveaux
- Schloss Mauriac
- Herrenhaus Bois-carré
Bildung
Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule (École primaire).[12]
Wirtschaft
Erwerbstätigkeit
Im Jahre 2022 waren 362 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Douzillac erwerbstätig, entsprechend 74,8 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersgruppe, wobei der Anteil der Männer (78,8 %) höher war als bei den Frauen (71,1 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 35 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (57). Die Arbeitslosenquote sank entsprechend von 16,8 % (2016) auf 9,7 % (2022). Die Zahl der Arbeitslosen in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen hat sich dabei mehr als halbiert.[13]
Branchen und Betriebe
50 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Douzillac wirtschaftlich aktiv:[13]
| Branche | ||
|---|---|---|
| Anzahl | % | |
| Gesamt | 50 | |
| Fertigung, Bergbau und andere Industrien | 9 | 18,0 % |
| Baugewerbe | 10 | 20,0 % |
| Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie | 11 | 22,0 % |
| Finanzen und Versicherungen | 2 | 4,0 % |
| Immobilien | 2 | 4,0 % |
| Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten | 10 | 20,0 % |
| Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln | 1 | 2,0 % |
| Andere Dienstleistungen | 5 | 10,0 % |
Landwirtschaft
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[14] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 23 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, auf 8 im Jahr 2010 und auf 6 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 73,9 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 463 Hektar im Jahre 1988 auf 197 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 20,1 Hektar auf 33,8 Hektar.[15][16][17]
Fernwanderweg
- Der 116 Kilometer lange Fernwanderweg GR 646 von Périgueux nach Sainte-Foy-la-Grande durchquert das Gemeindegebiet.[18]
Verkehr
Die zur Departementsstraße D 709 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 709 von Montmoreau-Saint-Cybard nach Bergerac verläuft entlang an der westlichen Gemeindegrenze zur Nachbargemeinde Beauronne. Die D 3 verbindet das Zentrum von Douzillac mit den Nachbargemeinden Saint-Louis-en-l’Isle im Südwesten und mit Neuvic im Osten. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.
Die Gemeinde verfügte über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Coutras–Tulle, der nicht mehr angefahren wird.
Literatur
- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Editions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
