Doxazosin

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Doxazosin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Alphablocker, der zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie und der arteriellen Hypertonie verwendet wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
1:1-Gemisch aus (R)-Form (oben) und (S)-Form (unten)
Allgemeines
Freiname Doxazosin
Andere Namen
  • (RS)-1-(4-Amino-6,7-dimethoxychinazolin-2-yl)-4-(2,3-dihydro-1,4-benzodioxin-2-ylcarbonyl)piperazin
  • DL-1-(4-Amino-6,7-dimethoxy-2-chinazolinyl)-4-[(2,3-dihydro-1,4-benzodioxin-2-yl)carbonyl]-piperazin
Summenformel C23H25N5O5
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer (Listennummer) 616-059-6
ECHA-InfoCard 100.128.642
PubChem 3157
ChemSpider 3045
DrugBank DB00590
Wikidata Q419939
Arzneistoffangaben
ATC-Code

C02CA04

Wirkstoffklasse

Alphablocker

Wirkmechanismus

α1-Adrenozeptor-Antagonist

Eigenschaften
Molare Masse 451,48 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

289–290 °C (Doxazosin·Hydrochlorid) [1]

Löslichkeit

Schwer löslich in Wasser, schwer löslich in Methanol, praktisch unlöslich in Aceton[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze[3]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Klinische Angaben

Doxazosin blockiert selektiv α1-Rezeptoren, wodurch es zu einer peripheren Erweiterung der Blutgefäße und damit zu einer Senkung des Blutdrucks kommt.

Ferner bewirkt es eine Senkung des Serum-Cholesterins.

Pharmakologische Eigenschaften

Da Doxazosin nur langsam abgebaut und ausgeschieden wird (22 Stunden Halbwertszeit im Blut[5][6]), reicht in der Regel eine einmal tägliche Einnahme.[6]

Der Wirkstoff wird in der Leber abgebaut.[6]

Nebenwirkung

Unter anderem kann es zu Beginn der Behandlung mit Doxazosin zu einem starken Blutdruckabfall mit Schwindel und Kopfschmerzen kommen („First-Dose-Effekt“).[7] Die orthostatische Hypotonie ist für Alphablocker charakteristisch. Nebenwirkungen wie Priapismus sind eher selten.[8][9] Impotenz ist eine gelegentliche Nebenwirkung.[6][10][9]

Infektion der Harn- und Atemwege gelten als häufige Nebenwirkung.[6]

Sonstige Information

Doxazosin wurde als α1-Sympatholytikum 1979/1980 von Pfizer patentiert und 1989 als Cardular in Deutschland eingeführt. Mittlerweile gibt es Generika im Handel. Von Doxazosin kommt wegen der besseren Löslichkeit gegenüber dem Hydrochlorid ausschließlich das Mesilat zum Einsatz. Doxazosinmesilat existiert wie das strukturverwandte Prazosinhydrochlorid in mehreren polymorphen Formen.[11][12] Die gezielte Synthese einiger Polymorphe erfolgt aus Solvaten von Doxazosinmesilat in Lösungsmitteln, die keine Solvate mit diesem Salz bilden.[13][14][15] Zur Charakterisierung der Polymorphie beim Doxazosinmesilat sind Röntgenbeugung und thermische Analyse geeignet. Die polymorphen Formen von Doxazosinmesilat unterscheiden sich deutlich in der Lagerstabilität, denn sie neigen mehr oder weniger schnell zur Hydratation.[16]

Handelsnamen

Monopräparate
Adoxa (A), Ascalan (A), Cardular PP (D), Cardura (CH), Diblocin PP (D), Doxacor (D), Hibadren (A), Jutalar (D), Prostadilat (A), Supressin (A), Uriduct (D), zahlreiche Generika (D, A, CH)

Einzelnachweise

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