Dschubbe

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Die Dschubbe, Djubbeh[1] oder auch Gibbeh[1] ist das aus Tuch oder Wollstoff angefertigte Obergewand traditionell gekleideter arabischer Männer. Sie ist dem Kaftan ähnlich, wird jedoch aufwändiger hergestellt.[1] Der Name und der Schnitt der im 15. und 16. Jahrhundert bei wohlhabenden Europäern beliebten Schaube[1] ist von der Dschubbe abgeleitet.

Ägypter in gestreifter Dschubbe (19. Jahrhundert)

Etymologie

Das arabische Wort ǧubba mit der Bedeutung ‚langes Kleidungsstück aus Wolle, Unterkleid‘ gilt als Ursprung von Bezeichnungen für ähnliche Kleidungsstücke in verschiedenen europäischen Sprachen, wie zum Beispiel Joppe (dt.), Tschoope (in der Schweiz), jupe (fr.), giubba (ital.).[2]

Beschreibung

Die Dschubbe ist vorne zumindest teilweise offen und hat weite Ärmel, die nicht ganz bis zu den Handgelenken reichen und aus denen die Ärmel des Untergewandes herausragen. Manchmal wird das Kleidungsstück oben mit einem Knopf geschlossen, aber ohne Gürtel getragen. Es reicht bis zu den Knöcheln. Die Stoffe reichen von Wolle in kälteren Klimazonen bis hin zu leichteren Stoffen in wärmeren Regionen.[3]

Die Dschubbe wird vorne offen getragen, hat enge, nicht ganz an das Handgelenk reichende Ärmel, aus denen die Ärmel des Unterkleides Entari herausragen. Zuweilen wird die Kleidung oben mit einem Knopf[1] geschlossen, jedoch ohne Gürtel getragen.[1] Sie reicht bis zu den Knöcheln herab. Ältere Schnitte haben einen kegelförmig[1] auslaufenden Unterrand. In Syrien war die Dschubbe ein bis auf die Füße herabreichender Mantel mit weiten Ärmeln.

Laut der Studie „Arab Dress. A Short History. From the Dawn of Islam to Modern Times“ wurde die Jubbah während der Zeit des Gründers des Islam, des Propheten Mohammed, aus Syrien und möglicherweise anderen Regionen des Byzantinisches Reiches in andere Gebiete des Nahen Ostens und Nordafrikas importiert.[4]

Tunesien

Die Dschubbe im heutigen Tunesien

Die tunesische Jebba ist eine Variante der maghrebinischen Djellaba. Dieses Kleidungsstück aus Wolle, Seide oder Leinen bedeckt ebenfalls den gesamten Körper, ohne die Unterarme oder Waden zu verdecken. Es kann mit einer Weste (farmla, badia oder sadria), einer Jacke (mentan), einer weiten Hose (sirwal), die mit einem Seidengürtel in der Taille gebunden wird, einem Paar Pantoffeln (balghas) und einer chechia getragen werden. Bei Aktivitäten im Freien kann darüber ein Burnus getragen werden.[5][6]

Die Jebba zeichnet sich durch ihre charakteristischen andalusischen Merkmale aus, die auf die Ankunft maurischer Flüchtlinge in Tunesien zurückgehen, sowie durch die Tatsache, dass sie aus verschiedenen Stoffen hergestellt und mit Stickereien verziert ist. Sie wird insbesondere bei religiösen und offiziellen Feierlichkeiten, Hochzeitszeremonien und Beschneidungsfeiern getragen und ist nach wie vor das Hauptkleidungsstück von Beamten und Imamen in Tunesien.[7]

Sufismus

In der Tradition der islamischen Mystiker symbolisiert Jubbah oft die Abkehr von weltlichen Bindungen oder die Einweihung in einen spirituellen Weg. In diesem Zusammenhang steht das auf den Sufi Mystiker Al-Hallaj zurückgehende Zitat „Unter der Jubbah gibt es nichts außer Gott“.[8]

Siehe auch

Einzelnachweise

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