Dykanka

Siedlung städtischen Typs in der Ukraine From Wikipedia, the free encyclopedia

Dykanka (ukrainisch Диканька; russisch Диканька Dikanka) ist eine Siedlung städtischen Typs in der zentralukrainischen Oblast Poltawa. Sie war bis Juli 2020 das administrative Zentrum des gleichnamigen Rajons Dykanka. Die Ortschaft liegt auf dem Poltawa-Plateau, in welches sich im Osten des Gemeindegebiets der Fluss Worskla über 60 m tief eingegraben hat. Westlich von Dykanka fließt der Srednja Howtwa.

Sankt-Nikolaus-Kirche in Dykanka
Schnelle Fakten Basisdaten, Verwaltung ...
Dykanka
Диканька
Wappen von Dykanka
Dykanka (Ukraine)
Dykanka (Ukraine)
Dykanka
Basisdaten
Staat: Ukraine Ukraine
Oblast:Oblast Poltawa
Rajon:Rajon Poltawa
Höhe:72 m
Fläche:11.74 km²
Einwohner:7.662 (2019)
Bevölkerungsdichte: 653 Einwohner je km²
Postleitzahlen:38500–38502
Vorwahl:+380 5351
Geographische Lage:49° 49′ N, 34° 32′ O
KATOTTH: UA53080050010011580
KOATUU: 5321055100
Verwaltungsgliederung: 1 Siedlung städtischen Typs, 57 Dörfer
Verwaltung
Adresse: вул. Леніна 133
38500 смт. Диканька
Dykanka (Oblast Poltawa)
Dykanka (Oblast Poltawa)
Dykanka
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Der Name des Ortes soll sich vom ukrainischen Wort für ‚wild‘ (ukrainisch дикий) ableiten, da die Gegend vor der Gründung mit dichtem Eichenwald bestanden war.

Straße in Dykanka gegen Ende des 19. Jahrhunderts
Palast des Fürsten Wiktor Sergejewitsch Kotschubei vor 1917

Geschichte

Dykanka wird erstmals 1658 urkundlich erwähnt, als in der Nähe eine Schlacht zwischen Kämpfern des Poltawer Kosakenpulkführers Martyn Puscharja und Kriegern des Hetmans Iwan Wyhowkyj stattfand. 1668 kam es zu einer Schlacht zwischen den Kriegern des Hetmans Petro Doroschenko und Kämpfern des Hetmans Iwan Brjuchowezkyj. Das Gebiet war aber bereits lange vorher besiedelt. So wurden etwa westlich des Ortes Siedlungsspuren der Skythen aus dem 7. bis 6. Jh. v. Chr. gefunden. Die Entwicklung des Ortes war seit 1689 eng mit der ukrainisch-russischen Adelsfamilie Kotschubej verbunden, die hier ihre Besitzungen hatte. Diese errichtete zahlreiche Bauten, welche größtenteils noch erhalten sind. Hierzu gehören die Mykolajiwkirche (1794, Glockenturm: 1810), die Dreifaltigkeitskirche (1780) und ein Triumphbogen (1820) an der Straße PoltawaHadjatsch, der an den Sieg im Vaterländischen Krieg 1812 gegen die Franzosen unter Napoleon erinnert. Im 19. Jh. benannte der Dichter Nikolai Gogol eine Sammlung von Kurzgeschichten nach dem Ort.

Um 1907 lebten in der Ortschaft 3442 Einwohner auf 757 Höfen. Es gab eine Lehranstalt, Destillerien und Brauereien, 43 Windmühlen, zwei Molkereien, eine Schmiede und drei Banken. Über das Jahr gab es insgesamt fünf Jahrmärkte.

1957 wurde das Dorf zu einer Siedlung städtischen Typs erhoben. Nachdem die Bevölkerung zwischen 1979 und 1989 noch um mehr als 10 % von 7916 auf 8863 Einwohner angewachsen war, hat sie seitdem leicht an Bevölkerung verloren. Seit kurzem trägt auch eine Wodkasorte den Namen des Ortes.

Verkehr

Der Ort liegt an der Regionalstraße R-17 zwischen Poltawa und Ochtyrka bzw. Sumy. Die nächste Eisenbahnstation befindet sich im 29 km entfernten Poltawa.

Verwaltungsgliederung

Am 12. Juni 2020 wurde die Siedlung zum Zentrum der neugegründeten Siedlungsgemeinde Dykanka (Диканська селищна громада/Dykanska selyschtschna hromada). Zu dieser zählen auch die 57 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer[1], bis dahin bildete sie zusammen mit den Dörfern Proni, Trojany und Wassyliwka die gleichnamige Siedlungsratsgemeinde Dykanka (Диканська селищна рада/Dykanska selyschtschna rada) im Osten des Rajons Dykanka.

Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Poltawa[2].

Folgende Orte sind neben dem Hauptort Dykanka Teil der Gemeinde:

Weitere Informationen Name, ukrainisch transkribiert ...
Name
ukrainisch transkribiertukrainisch
Andrenky Андренки
Andrijiwka Андріївка
Bajrak Байрак
Baljasne Балясне
Boryssiwka Борисівка
Chomenky Хоменки
Dejnekiwka Дейнеківка
Dibrowa (bis 2016 Tschapajewka) Діброва (Чапаєвка)
Djatschkowe Дячкове
Fedoriwka Федорівка
Hawronzi Гавронці
Hlody Глоди
Horbatiwka Горбатівка
Horjanschtschyna Горянщина
Jarochiwka Ярохівка
Jelysawetiwka Єлизаветівка
Kamjanka Кам'янка
Kardaschiwka Кардашівка
Klymkiwka Климківка
Kokosiwka Кокозівка
Kononenky Кононенки
Kratowa Howtwa Кратова Говтва
Kutscheriwka Кучерівка
Landari Ландарі
Lany Лани
Mala Rudka Мала Рудка
Martschenky Марченки
Mischhirja Міжгір’я
Mychajliwka Михайлівка
Nadija (bis 2025 Nadeschda[3]) Надія (Надежда)
Neljubiwka Нелюбівка
Nowa Wassyliwka Нова Василівка
Odarjukiwka Одарюківка
Olefirschtschyna Олефірщина
Onazky Онацьки
Ordaniwka Орданівка
Petrenky Петренки
Petro-Dawydiwka Петро-Давидівка
Popiwka Попівка
Proni Проні
Pyssariwschtschyna Писарівщина
Schadany Жадани
Slynkiw Jar Слиньків Яр
Sochazka Balka Сохацька Балка
Stassi Стасі
Stepaniwka Степанівка
Sudiwka Судівка
Sywzi Сивці
Topoliwka Тополівка
Trojany Трояни
Tscherneschtschyna Чернещина
Tschernetschyj Jar Чернечий Яр
Wassyliwka Василівка
Welyka Rudka Велика Рудка
Welyki Budyschtscha Великі Будища
Wesseliwka Веселівка
Wodjana Balka Водяна Балка
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Persönlichkeiten

Rezeption in der Kunst

Commons: Dykanka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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