Ethylen-Chlortrifluorethylen-Copolymer

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Ethylen-Chlortrifluorethylen-Copolymer (ECTFE) ist ein thermoplastisches Block-Copolymer, welches eine gute Schlagzähigkeit, thermische Beständigkeit und Antihaftwirkung besitzt. Es wurde erstmals 1970 durch Solvay unter dem Handelsnamen Halar® ECTFE auf den Markt gebracht.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von ECTFE
Allgemeines
NameEthylen-Chlortrifluorethylen
Andere Namen
  • ECTFE
  • Ethylen-Chlortrifluorethylen
  • Ethylen-Trifluorchlorethylen
  • Poly(Ethen-Co-Chlortrifluorethen)[1]
CAS-Nummer25101-45-5
Monomere
Summenformel der WiederholeinheitC4H4ClF3
Molare Masse der Wiederholeinheit144,52 g·mol−1
PubChem159996
Art des Polymers

Thermoplast

Kurzbeschreibung

weißer[1] oder transparenter[2] Feststoff

Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,70–1,74 g/cm³[1]

Schmelzpunkt

220–227 °C[1]

Glastemperatur

92 °C[2]

Härte

Shore D55[1]

Kristallinität

teilkristallin[2]

Elastizitätsmodul

1410–1500 MPa[1][2]

Wasseraufnahme

4·10−2 % (+23 °C; 50 % rel. Feuchte)[1]

Elektrische Leitfähigkeit

10−12 S/m[1]

Bruchdehnung

> 50 % (DIN 53455)[1]

Chemische Beständigkeit

beständig gegen aliphatische und aromatische Kohlenwasserstoffe, Phenole, halogenierte Lösungsmittel, Ester und Ketone, Kali- und Natronlauge, aliphatische Amine/Ammoniakwasser, organische und anorganische Säuren, Wasserstoffperoxid, UV-Strahlung; unbeständig gegen Halogene; vollständige Zersetzung durch freie Alkalimetalle[1]

Thermischer Ausdehnungskoeffizient

8·10−5 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[3]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Herstellung

ECTFE wird durch Copolymerisation bei Temperaturen um −80 bis −60 °C aus Chlortrifluorethen und Ethylen hergestellt.[2] ECTFE wird als Schmelzgranulat oder als Pulver zur Weiterverarbeitung mittels Rotationsformen oder Spritzgießen bereitgestellt. Alternativ wird es zu Folien mit einer Stärke von 250–300 µm verarbeitet.[2]

Eigenschaften

Beschichtungen mit ECTFE sind besonders geeignet für Anwendungen, bei denen die chemische Beständigkeit bei erhöhter Temperatur im Vordergrund steht. Es ist beständig gegen Säuren und Laugen in einem pH-Bereich von 1 bis 14. Unter anderem beständig gegen Salpetersäure, Ozon, Wasserstoffperoxid, Schwefelsäure, Fluorwasserstoffsäure und Ammoniakwasser.[4]

ECTFE zeichnet sich durch eine hohe Temperaturbeständigkeit von −75 bis 150 °C[1] und hohe Abriebfestigkeit aus. Es kann auch in großen Schichtdicken von bis zu 1 mm aufgebracht werden. Zum Vergleich: bei Polytetrafluorethylen (PTFE) sind Schichtdicken von wenigen µm üblich.[5] Durch eine niedrige Rauhtiefe verfügt eine ECTFE-Oberfläche über gute Antihaft-Eigenschaften.

ECTFE ist ein guter elektrischer Isolierstoff, der spezifische elektrische Widerstand beträgt 1013 Ω/cm und die Durchschlagfestigkeit 14,5 kV/mm. Die beiden Werte sind jedoch geringer als jene Werte bei PTFE, welches unter anderem bei Hochspannungskabeln eingesetzt wird.[1]

Gegenüber dem oft verwendeten Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (ETFE) erreicht ECTFE eine höhere Transmissivität sowie eine geringerer Trübung bei ansonsten gleichen Eigenschaften.[2]

Verwendung

  • In der chemischen Industrie werden Beschichtungen aus ECTFE für Behälter oder Verrohrungen eingesetzt.[1]
  • In Form von lichtdurchlässigen Folien wird es für Membranstrukturen in der Architektur anstelle von Glas verwendet.[2]
  • Es findet bei Solarzellen als lichtdurchlässige Schutzschicht für Dünnschichtzellen Anwendung.[6]
  • Zur Beschichtung der Verrohrung von Luftaustausch- und Reinigungssystemen in Reinräumen.[7]

Siehe auch

Einzelnachweise

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