Eberhard Metternich
deutscher katholischer Kirchenmusiker, Schulmusiker, Sänger, Domkapellmeister und Hochschullehrer
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Eberhard Metternich (* 24. Juli 1959 in Limburg an der Lahn) ist ein deutscher katholischer Kirchenmusiker, Schulmusiker, Sänger, ehemaliger Kölner Domkapellmeister und Professor für Chorleitung in Köln.
Biografie
Eberhard Metternich sang als Jugendlicher bei den Limburger Domsingknaben. Nach seiner Schulzeit, die 1979 mit dem Abitur an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar endete, studierte er in Köln Schulmusik, Germanistik und Gesang und schloss später noch Studien der Chorleitung an der Musikhochschule Frankfurt bei Uwe Gronostay an. In weiteren Stationen studierte er auch in Wien sowie bei Eric Ericson in Stockholm.
1985 wurde Metternich Domkantor in Mainz. Im Jahr 1987 wurde er als Domkapellmeister nach Köln berufen. Zuständig für die Konzeption der Kölner Dommusik, erweiterte er die Musikschule des Kölner Domchores und gründete 1991 die Konzertreihe Geistliche Musik am Dreikönigsschrein. Er leitete unter anderem das Vokalensemble Kölner Dom sowie den Kölner Domchor. Zum 1. September 2025 hat Alexander Niehues seine Nachfolge angetreten.[1]
Daneben leitete Metternich bis Mitte der 1990er Jahre das collegium vocale limburg.
Seit 1993 ist Metternich Lehrbeauftragter für Chorleitung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. 2001 wurde er dort zum Honorarprofessor ernannt.
Aufbau der Kölner Dommusik
Metternich gilt als maßgeblicher Gestalter und Erneuerer der Kölner Dommusik in der zweiten Hälfte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Er war der erste Domkapellmeister nach der Wiedergründung des Kölner Domchores, der kein Priester war.
Nach seiner Berufung zum Domkapellmeister im Jahr 1987 übernahm er den Aufbau und die künstlerische Leitung der Kölner Dommusik, die 1986 von Joseph Kardinal Höffner ins Leben gerufen worden war. Unter seiner Leitung entstanden und entwickelten sich mehrere neue Ensembles, die das musikalische Leben am Dom entscheidend prägten:
• 1989 gründete er den ersten Mädchenchor am Kölner Dom, der sich rasch zu einem der führenden Mädchenchöre im deutschsprachigen Raum entwickelte. Heute wird er von Oliver Sperling geleitet.
• 1995 rief er die Domkantorei Köln ins Leben, die vor allem im oratorischen Bereich tätig ist und das Repertoire der Dommusik erweiterte. Heute wird sie von Joachim Geibel geleitet.
• 1996 folgte die Gründung des professionellen Vokalensembles Kölner Dom, das sowohl in der Liturgie als auch konzertant in verschiedenen Ländern auftritt.
Darüber hinaus verantwortete Metternich die musikalische Ausbildung in der Kölner Domsingschule, einer kirchlichen Grundschule, die seit 1986 in enger Verbindung mit dem steht. Mit diesen Initiativen gelang es ihm, die traditionsreiche Knabenchorarbeit um neue Klangkörper zu ergänzen und die Dommusik auf eine breitere Basis zu stellen.
Auszeichnungen
- Mit dem Kölner Domchor errang er beim 6. Deutschen Chorwettbewerb 2002 in Osnabrück den ersten Preis der Kategorie „Knabenchöre“
- Mit dem collegium vocale limburg errang er unter anderem beim 2. Deutschen Chorwettbewerb 1985 in Hannover den 1. Preis in der Kategorie Männerkammerchöre
- Am 31. August 2025 wurde ihm die Orlando-di-Lasso-Medaille verliehen.[2]
Ausgaben (Auswahl)
- Carl Leibl: Messe Nr. 3 Es-Dur, als Erstdruck herausgegeben in der Reihe Denkmäler rheinischer Musik
Weblinks
- Werke von und über Eberhard Metternich im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiographie
- „Musik, die unheimlich begeistert!“" Ein Interview mit Prof. Eberhard Metternich. Domradio Musica vom 28. Juli 2019.
- Kölner Stadt-Anzeiger Kultur & Medien vom 4. Juli 2025: Kölner Domkonzert. Eine große Feier zum Abschied von Eberhard Metternich, von Markus Schwering
- Domradio.de vom 2. Juli 2025: Kölner Domkapellmeister verabschiedet sich mit Mozart und Verdi. "Die Liebe zur Musik behält man ein Leben lang". Das Interview führte Beatrice Tomasetti.