Eckenhaid
Ortsteil von Eckental
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Eckenhaid ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern).[2] Die Gemarkung Eckenhaid hat eine Fläche von 3,983 km². Sie ist in 2487 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1601,69 m² haben.[3] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Eckenmühle und Marquardsburg.[4]
Eckenhaid Markt Eckental | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 34′ N, 11° 13′ O |
| Höhe: | 352 (324–372) m ü. NHN |
| Einwohner: | 3485 (1. Juli 2025)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 |
| Postleitzahl: | 90542 |
| Vorwahl: | 09126 |
Der Eckentaler Gemeindeteil Eckenhaid | |

Geografie
Das Pfarrdorf Eckenhaid bildet mit Eschenau im Westen eine geschlossene Siedlung. Diese liegt im Erlanger Albvorland am Eckenbach, einem linken Zufluss der Schwabach. Eckenhaid ist von einer Weiherkette durchzogen, die von einem namenlosen rechten Zufluss des Eckenbachs gespeist wird. Die Kreisstraße ERH 11 durchquert den Ort und verläuft zur Staatsstraße 2236 bei Herpersdorf (2 km östlich) bzw. nach Eschenau zur Staatsstraße 2240 (1,7 km westlich). Außerdem führt die Kreisstraße ERH 9/LAU 21 in Nord-Süd-Richtung durch den Ort nach Forth zur Bundesstraße 2 (1,7 km nördlich) bzw. zur St 2240 (2,1 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Bullach (2,5 km östlich).[5]
Geschichte
Der Ort wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gegründet. Er war ursprünglich Reichsgut und gehörte zum Reichsamt Heroldsberg. 1278 verpfändete König Rudolf I. die „Villa Eckenhaide“ an einen Rudigerus Brander um 100 Pfund Heller. Weitere Verpfändungen fanden 1315, 1339, 1347 und 1367 statt; zuletzt verpfändete Kaiser Karl IV. um 1000 Pfund Heller an Nikolaus Wendelstein. 1383 geht die Pfandschaft an Ulrich von Wolfsberg über. 1387 wurde die Reichspfandschaft für Eckenhaid in ein Reichslehen umgewandelt und an Niklas I. Muffel verliehen. Eckenhaid blieb bis 1784 Erbbesitz der Familie Muffel.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Eckenhaid aus 21 Anwesen (1 Schloss, 5 Höfe, 6 Güter, 1 Zubaugut, 6 Leerhäuser, 2 Tagelöhnerhäuser) und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das pfalz-bayerische Landrichteramt Schnaittach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte die Herrschaft Eckenhaid, die Graf Bettschart auf Immendorf in der Halden, ein Nürnberger Eigenherr, hatte.[7]
1806 kam Eckenhaid an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Herpersdorf und der zugleich gebildeten Ruralgemeinde Herpersdorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die mittelbare Ruralgemeinde Eckenhaid, zu der die Eckenmühle und Marquardsburg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lauf zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Hersbruck (1919 in Finanzamt Hersbruck umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand die Gemeinde dem Patrimonialgericht Eckenhaid. Ab 1862 gehörte Eckenhaid zum neu gegründeten Bezirksamt Hersbruck und weiterhin zum Landgericht Lauf (1879 in das Amtsgericht Lauf an der Pegnitz umgewandelt). Ab 1908 war für die Verwaltung das neu gebildete Bezirksamt Lauf zuständig (1939 in Landkreis Lauf an der Pegnitz umbenannt).[8] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,984 km².[9] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Eckenhaid am 1. Juli 1972 ein Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Eckental.[10][11]
Baudenkmäler
In Eckenhaid gibt es sechs Baudenkmäler:[12]
- ehemaliges Schloss
- Birkenweg 8: Wohnhaus
- Eckenhaider Hauptstraße 9: Wohnhaus mit Scheune
- Eckenhaider Hauptstraße 15: Wohnhaus
- Eckenhaider Hauptstraße 28: Gasthaus Kavala
- Jägerstraße: Ziehbrunnen
Einwohnerentwicklung
- Gemeinde Eckenhaid
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 161 | 238 | 236 | 261 | 224 | 220 | 204 | 203 | 226 | 241 | 228 | 233 | 228 | 242 | 307 | 264 | 300 | 313 | 358 | 498 | 477 | 441 | 782 | 1396 |
| Häuser[13] | 37 | 33 | 38 | 39 | 37 | 46 | 50 | 56 | 127 | |||||||||||||||
| Quelle | [14] | [15] | [16] | [16] | [17] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [16] | [24] | [16] | [25] | [26] | [27] | [26] | [26] | [26] | [28] | [26] | [9] | [29] |
- Ort Eckenhaid
Religion
Eckenhaid ist römisch-katholisch geprägt und ursprünglich nach St. Walburgis (Kirchröttenbach) gepfarrt.[7] 1945 wurde Eckenhaid zur Seelsorgestelle erhoben und nach dem Zuzug vieler katholischer Heimatvertriebener 1965 zur eigenen Pfarrei.[31] Zum Kirchensprengel gehören Beerbach, Eckenhaid, Eschenau, Großgeschaidt, Kleingeschaidt, Neunhof und Tauchersreuth.[32]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Eckenhaid. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 683 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Eckenhaid. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 476 (Digitalisat).
- Franz Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Verlag für Behörden u. Wirtschaft, Hof (Saale) 1979, ISBN 3-921603-00-5, S. 94 f.
- Werner Meyer, Wilhelm Schwemmer: Landkreis Lauf an der Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken XI). R. Oldenbourg, München 1966, DNB 457322500, S. 101–105.
- Wilhelm Schwemmer, Gustav Voit: Lauf-Hersbruck (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 14). Komm. für Bayerische Landesgeschichte, München 1967, DNB 456999256, S. 59 (Digitalisat). Ebd. S. 141 (Digitalisat).
Weblinks
- Eckenhaid in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. November 2022.
- Eckenhaid in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 31. Oktober 2019.
- Eckenhaid im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 16. Oktober 2024.
