Edin Hasanović
deutsch-bosnischer Schauspieler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Edin Hasanović ([][1], * 2. April 1992 in Zvornik, Republik Bosnien und Herzegowina) ist ein deutscher Schauspieler und Fernsehmoderator.

Leben
Edin Hasanović wurde zu Beginn des Bosnienkrieges in Zvornik, einer bosnischen Stadt an der Grenze zu Serbien, geboren.[2] Seine Mutter floh wenige Monate später mit dem Säugling nach Deutschland.[3] 2011 legte er an der Heinrich-Schliemann-Oberschule in Berlin-Prenzlauer Berg sein Abitur ab.[4]
Hasanović ist seit 2011 mit der Schauspielerin Natalia Rudziewicz liiert und lebt mit ihr in Berlin.[5][6]
Karriere
Schauspiel
Eigenen Angaben zufolge war Hasanović bereits frühzeitig an der Schauspielerei interessiert. Der Kinderfilm Wer küsst schon einen Leguan? (2003) mit dem jungen Frederick Lau war der ausschlaggebende Schritt, professioneller Schauspieler zu werden. 2005 wurde er bei einer Casting-Agentur vorstellig. Bereits eine Woche darauf folgten laut Hasanović erste Engagements als Schauspieler[7] – er wirkte 2005/06 in Thomas Langhoffs Theaterinszenierung von Botho Strauß’ Die Schändung am Berliner Ensemble mit.
2007 gab Hasanović sein Debüt in Film und Fernsehen. Seine erste Rolle hatte er in der 10. Staffel der Kinder- und Jugendserie Schloss Einstein in mehreren Folgen als junger Gauner Dario. Dem schloss sich im selben Jahr eine wiederkehrende Rolle als halbwüchsiger Bosnien-Flüchtling in der Fernsehserie KDD – Kriminaldauerdienst an. Den Part des Enes gab er in allen drei Staffeln der von 2007 bis 2010 auf ZDF erstausgestrahlten Krimiserie. 2010 war Hasanović mit kleinen Rollen in den Kinofilmen Picco und Die Fremde vertreten. Weitere Nebenrollen im Film und Fernsehen folgten, wobei er häufig auf die Figur des gewalttätigen Jugendlichen abonniert war. So war Hasanović als mordverdächtiger Ganganführer in dem Fernsehfilm Kommissarin Lucas – Aus der Bahn (2010) zu sehen. 2012 wurde er in Der Wald steht schwarz und schweiget gemeinsam mit Frederick Lau, Tómas Lemarquis, Adrian Saidi und Theo Trebs als Entführer der Tatort-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) besetzt und verkörperte 2013 zusammen mit Jannik Schümann zwei gewaltsame U-Bahn-Schläger in Gegen den Kopf, einem weiteren Tatort des Teams Ritter und Stark.[8]

Den Durchbruch als Schauspieler ebnete ihm 2012 seine erste Kinohauptrolle in dem Drama Schuld sind immer die Anderen. In der Filmhochschulabschlussarbeit von Lars-Gunnar Lotz ist Hasanović als jugendlicher Gewalttäter Ben zu sehen, der in ein Erziehungscamp aufgenommen wird. Dort erkennt er in seiner Betreuerin (dargestellt von Julia Brendler) ein früheres Opfer wieder. Die deutsche Fachkritik lobte Hasanović für seine Darstellung des aufbrausenden Straftäters, die ihm den Darstellerpreis des São Paulo International Film Festival, den Günter-Strack-Fernsehpreis[9] sowie eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller einbrachte: „Edin Hasanovićs Ben ist eine Wucht; überwältigend, kraftvoll und zugleich authentisch, unprätentiös: vom abstoßend egoistischen Gewalttäter bis zum verstörten, schuldbewussten Jungen“, urteilte u. a. der deutsche Filmdienst.[10]
Es folgten zahlreiche Rollen in weiteren Film- und Fernsehproduktionen. Matthias Tiefenbacher besetzte ihn 2016 in seinem Film Mutter reicht’s jetzt, wo er die komödiantische Rolle des „homophoben Schwulen“[11] Französischkurs-Teilnehmers Mehmet übernahm. In dem internationalen Oscar-Kriegsdrama Im Westen nichts Neues (2022) übernahm er die Rolle des deutschen Soldaten Tjaden Stackfleet. 2024 war er in Christian Klandts Tragikomödie Sterben für Beginner in der Hauptrolle des angehenden Bestatters Eric zu sehen, dessen bester Freund einen Hirntumor hat.[12]
Nachdem Hasanović bereits ab 2010 in mehreren Folgen der ARD-Kriminalfilmreihe Tatort spielte, bildet er seit 2025 an der Seite von Melika Foroutan in der Rolle des Frankfurter Hauptkommissars Hamza Kulina das erste Cold-Case-Tatort-Team.[13][14] Ihr erster Fall Dunkelheit hatte am 24. August 2025 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein Premiere, wo er für den „Rheingold Publikumspreis 2025“ nominiert wurde.[15] Die Fernsehausstrahlung erfolgte am 5. Oktober 2025.[16]
Weitere Tätigkeiten
Neben der Arbeit bei Film und Fernsehen erscheint Hasanović in den komödiantischen YouTube-Videos von Robert Hofmann. Hasanović führte 2018 und 2020 als Moderator durch die Verleihung des Deutschen Filmpreises. In einer im Oktober 2019 ausgestrahlten Folge der Fernsehsendung Das Duell um die Welt ist Hasanović Protagonist einer nicht als solche gekennzeichneten Inszenierung (Scripted Reality).[17] Von 2019 bis 2021 nahm er an der Sendung Joko & Klaas gegen ProSieben teil. 2021 startete er zusammen mit Christine Westermann den Podcast Jung und Jünger.[18] Seit 2024 moderiert er auf ZDFneo mit Edins Neo Night seine eigene Late-Night-Show. 2026 war er auf RTL Teilnehmer der Quizshow Wer weiß wie wann was war?.
Filmografie
Filme
- 2010: Picco
- 2010: Die Fremde
- 2012: Schuld sind immer die Anderen
- 2012: Das Leben ist nichts für Feiglinge
- 2013: Weit hinter dem Horizont
- 2013: Die goldene Gans
- 2014: Das Attentat – Sarajevo 1914
- 2014: Dr. Gressmann zeigt Gefühle
- 2015: Herbert
- 2015: Zum Sterben zu früh
- 2016: Hey Bunny
- 2016: Mutter reicht’s jetzt
- 2016: Das Sacher (Zweiteiler)
- 2016: Auf kurze Distanz
- 2017: Leg dich nicht mit Klara an
- 2017: Brüder
- 2017: Die Puppenspieler
- 2017: Nur Gott kann mich richten
- 2018: Vermisst in Berlin
- 2019: Rate Your Date
- 2019: Lara
- 2019: Mein Ende. Dein Anfang.
- 2020: Hello Again – Ein Tag für immer
- 2021: Je suis Karl
- 2022: Im Westen nichts Neues
- 2023: Trauzeugen
- 2024: Spieleabend
- 2024: Sterben für Beginner
- 2024: Der Buchspazierer
Fernsehserien und -reihen
- 2007: Schloss Einstein (Fernsehserie, 4 Folgen)
- 2007–2010: KDD – Kriminaldauerdienst (Fernsehserie, 16 Folgen)
- 2009: Flemming (Fernsehserie, Folge Der Tag ohne gestern)
- 2010: Kommissarin Lucas – Aus der Bahn (Fernsehreihe)
- 2010: Tatort: Die Heilige (Fernsehreihe)
- 2011: Polizeiruf 110: Leiser Zorn (Fernsehreihe)
- 2012: Tatort: Der Wald steht schwarz und schweiget
- 2013: Tatort: Gegen den Kopf
- 2014: Mordsfreunde – Ein Taunuskrimi (Fernsehreihe)
- 2015: Schuld nach Ferdinand von Schirach (Fernsehserie, Folge Schnee)
- 2015: Mordkommission Istanbul – Club Royale (Fernsehreihe)
- 2015: Nachtschicht – Wir sind alle keine Engel (Fernsehreihe)
- 2015, 2020: Löwenzahn (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 2016: Familie Braun (Fernsehserie, 8 Folgen)
- 2017–2020: Der gute Bulle (Fernsehreihe)
- 2017: Der gute Bulle
- 2019: Friss oder stirb
- 2020: Nur Tote reden nicht
- 2017–2018: You Are Wanted (Fernsehserie, 10 Folgen)
- 2018: Donna Leon – Endlich mein (Fernsehreihe)
- 2019: Skylines (Fernsehserie, 6 Folgen)
- 2020: Aus dem Tagebuch eines Uber-Fahrers (Fernsehserie, Folge Bist du Ben?)
- 2021–2022: Wer ist…? (YouTube-Doku-Reihe für ZDFinfo)
- 2021: Queens of Comedy (Fernsehserie, 6 Folgen)
- 2022: Oh Hell (Fernsehserie, Folge Kalifornien)
- 2022: Kranitz – Bei Trennung Geld zurück (Fernsehserie, Folge Celine & Noah – Gang Bang Man)
- 2024: Almania (Fernsehserie, 8 Folgen)
- 2024: Perfekt verpasst (Fernsehserie, 3 Folgen)
- 2025: Tatort: Dunkelheit
- 2025: Tatort: Licht
- 2026: Kacken an der Havel
Moderation
- seit 2024: Edins Neo Night
Auszeichnungen
- 2012: Darstellerpreis des São Paulo International Film Festival für Schuld sind immer die Anderen
- 2013: Nominierung für den Deutschen Filmpreis für Schuld sind immer die Anderen (Beste darstellerische Leistung – männliche Hauptrolle)
- 2013: Günter-Strack-Fernsehpreis für Schuld sind immer die Anderen
- 2013: Preis der Saarland Film GmbH des Günter Rohrbach Filmpreises für seine Rolle in Schuld sind immer die Anderen
- 2016: Goldene Kamera Nachwuchspreis
- 2016: Deutscher Fernsehkrimipreis, Bester Darsteller für Auf kurze Distanz
- 2016: Deutscher Comedypreis für Familie Braun
- 2020: Grimme-Preis, Bereich Fiktion, für seine Rolle in Skylines[19]
Weblinks
- Edin Hasanović bei IMDb
- Edin Hasanović bei filmportal.de
- Edin Hasanović bei Crew United
- Edin Hasanovic bei der Agentur Players
- Theresa Henning: »Ich war schon immer laut«. In: BVG-Magazin PLUS. 26. August 2019 (Edin Hasanović im Interview, BVG-Magazin PLUS, Heft September 2019).