Edition Tiamat

deutscher Verlag From Wikipedia, the free encyclopedia

Edition Tiamat ist ein Berliner Verlag, der seit 1979 von Klaus Bittermann betrieben wird.

Geschichte und Programm

Der Verlag wurde 1979 in Nürnberg gegründet, 1981 zog er nach Berlin um.[1] Es erschienen zunächst libertäre Klassiker, z. B. Schriften von Antonin Artaud, Jacques Prevert, René Crevel und der Gruppe La Grand Jeu.

Seit den 1980er Jahren besteht das Verlagsprogramm vor allem aus politischen und theoretischen Essays und Sachbüchern, die insbesondere in der Reihe Critica Diabolis erscheinen, satirischen Schriften und Romanen. Einer der Schwerpunkte liegt auf Übersetzungen, vor allem aus dem Französischen und Englischen. Dazu zählen situationistische und surrealistische Klassiker wie Guy Debords Die Gesellschaft des Spektakels und Standardwerke der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus wie etwa Hannah Arendts Nach Auschwitz.

Zahlreiche deutschsprachige Essayisten, Journalisten und Kritiker wie Christian Schultz-Gerstein, Lothar Baier, Claudius Seidl oder Josef Joffe haben in der Edition Tiamat veröffentlicht. In den 1980er- und 1990er-Jahren war die Edition Tiamat der Stammverlag von Eike Geisel und Wolfgang Pohrt. Von 2019 bis 2023 erschien eine auf elf Bände angelegte Pohrt-Werkausgabe.

1987 veröffentlichte der Verlag unter dem Titel Die alte Straßenverkehrsordnung einen Sammelband mit Texten der Rote Armee Fraktion und Kommentaren von Joachim Bruhn, Gabriele Goettle, Klaus Hartung und Wolfgang Pohrt.

Auszeichnungen

1994 erhielt Klaus Bittermann für die Edition Tiamat den Viva-Maria-Preis[2], 2020 und 2022 den Deutschen Verlagspreis[3][4] und 2023 den Großen Berliner Verlagspreis.[5] In der Laudatio hieß es: „Es sind Verlage wie die Edition Tiamat, die die literarische Landschaft Berlins vielfältig und kostbar machen. Und Verleger wie Klaus Bittermann, die mutige Entscheidungen treffen, die Grenzen verschieben, unbequeme Fragen stellen und die uns immer wieder aufs Neue überraschen und herausfordern.“[6] Für 2026 wurde dem Verlag der Kurt-Wolff-Preis der Kurt Wolff Stiftung zugesprochen.[7]

Autoren

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI