Edme Champion

französischer Juwelier und Philanthrop From Wikipedia, the free encyclopedia

Edme Champion (geboren am 13. Dezember 1764 in Châtel-Censoir; gestorben am 2. Juni 1852 ebenda) war ein französischer Juwelier, der als Philanthrop bekannt wurde.[1]

Edme Champion, Gemälde von Carl von Steuben
Jean-Baptiste Lecœur: Edme Champion dit „l’homme au petit manteau bleu“, distribuant de la soupe et du pain sur la place du marché Saint-Martin[A 1], Musée Carnavalet

Leben

Edme Champion, Sohn eines Flussschiffers, verwaiste mit 14 Jahren und ging nach Paris, wo er bei einer Tante unterkam und eine Ausbildung zum Juwelier begann.[1] Als die Revolution ausbrach, schloss er sich den Revolutionären an. 1794 heiratete er Edmée Jobbé aus einer Juwelierfamilie in Versailles. 1795 wurde er verhaftet, kam aber dank seiner Frau schon wenige Tage später wieder frei.

Unter dem Direktorium, dem Konsulat und dem Kaiserreich florierten seine Geschäfte. Seit 1811 im Palais Royal ansässig, verfügte er über ein beträchtliches Vermögen. 1824 verkaufte er seinen Bestand. Seine beiden Kinder Aimée und Théodore übernahmen das väterliche Geschäft nicht.

Danach widmete sich Edme Champion der Linderung von Not. Er half bedürftigen und arbeitslosen Arbeiterfamilien, indem er im Winter Suppe und Brot verteilte. Seine Großzügigkeit wurde von König Louis-Philippe belohnt, der ihm 1831 das Kreuz der Ehrenlegion verlieh.[2] Im Jahr 1848 erhielt er, ohne selbst Kandidat bei den Wahlen zu sein, nach einem Aufruf zu seinen Gunsten 40.000 Stimmen.

Grab auf dem Père-Lachaise

Er starb am 2. Juni 1852 im Alter von 88 Jahren in Châtel-Censoir, wurde jedoch zusammen mit seiner Frau Edmée Jobbé auf dem Friedhof Père-Lachaise beigesetzt.[1]

Der kleine blaue Mantel

Edme Champion war unter dem Spitznamen „le petit manteau bleu“ (der kleine blaue Mantel) bekannt. Dieser wird von den Goncourt-Brüdern in ihrem Roman Manette Salomon aus dem Jahr 1867 (Kapitel XXVIII) als allgemeine Bezeichnung für den Typus des rettenden Mannes erwähnt.[A 2][3]

Eugène Sue schrieb in Les Mystères de Paris[4]: „Erlauben Sie uns, hier mit tiefer Ehrfurcht den Namen dieses großen, gütigen Mannes, Herrn Champion, zu erwähnen, den wir zwar nicht persönlich kennen, von dem aber alle Armen in Paris mit ebenso viel Respekt wie Dankbarkeit sprechen.“

Auch wird er unter seinem Spitznamen von Alexandre Dumas in Der Graf von Monte Christo erwähnt: „... ich bin eine Art Philanthrop, und vielleicht werde ich eines Tages nach Paris gehen, um Herrn Appert und dem Mann mit dem kleinen blauen Mantel Konkurrenz zu machen.“

Literatur

  • Martine Brunet-Giry: Edme Champion dit „Le petit manteau bleu“ de Châtel-Censoir à Paris, 1764–1852. Martine Brunet-Giry, 2019, ISBN 979-1-06994545-6.
  • Maroushka Dobelé: Le mystère du petit manteau bleu. Editions du volcan, 2018, ISBN 979-1-09733909-8.
  • Pierre Ladoué: Le petit manteau bleu. FeniXX réédition numérique, 1924, ISBN 978-2-307-20014-7 (google.de).
Commons: Edme Champion – Sammlung von Bildern

Anmerkungen

  1. Der Mann mit dem kleinen blauen Mantel, der auf dem Marktplatz Saint-Martin Suppe und Brot verteilt.
  2. In den verzweifeltsten Momenten tauchte ein kleiner blauer Mantel im Atelier auf, ein Mann wie vom Himmel gesandt, der über die Hochzeiten und Scheidungen der Künstler bestens informiert war, vor dem Bett, in dem sie noch schliefen, erschien und ihnen für möglichst wenig Geld zwei oder drei Skizzen abkaufte, die er auf der Rückseite mit einer Spitze mit seinem Namen versah.

Einzelnachweise

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