Edmund Michael
deutscher Lehrer und Pilzsachverständiger
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Edmund August Michael (* 30. Juli 1849 Oberfriedersdorf (Lausitz); † 23. Oktober 1920 in Auerbach/Vogtl.) war ein deutscher Lehrer und Pilzsachverständiger im Königreich Sachsen. Durch den von ihm herausgegebenen Führer für Pilzfreunde wurde er einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

Leben
Edmund Michael wurde als Sohn des Pfarrers Karl August Leberecht Michael in Oberfriedersdorf geboren. Die Familie zog nach Bertsdorf, von wo aus er das Gymnasium zu Zittau besuchte. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg studierte er Landwirtschaft an der Universität Leipzig. 1878 und 1880 absolvierte er die beiden Lehrerprüfungen am Seminar zu Schleiz und wurde, ebenfalls 1880, Lehrer an der Bürgerschule sowie Fachlehrer an der Landwirtschaftlichen Winterschule in Auerbach.
Um die Artenkenntnis der Pilze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, veranstaltete er mehrere Pilzausstellungen, die in der Bevölkerung weitreichende Beachtung fanden. Auf einer dieser Ausstellungen lernte er den Chef der Buchdruckerei Förster und Borries kennen, der ebenfalls an Pilzen interessiert war. Dieser erklärte sich bereit, das Werk herauszubringen, nachdem mehrere große Leipziger Druckereien abgelehnt hatten. Im Jahr 1895 erschien erstmals der Führer für Pilzfreunde. Die darin enthaltenen 47 Abbildungen stammen von dem Kunstmaler Albin Schmalfuß aus Leipzig, den Michael ebenfalls vor der ersten Auflage kennengelernt hatte.
Im Jahr 1900 wurde Michael hauptberuflicher Lehrer an der Landwirtschaftlichen Winterschule in Auerbach, wobei er Ackerbau, Kleintierzucht und Obstbau unterrichtete und als Wanderlehrer für den Landesobstbauverein verpflichtet war. Daneben war er Lehrer in Waldenburg. Er hielt Vorträge in Landwirtschafts- und Obstbauvereinen, war Preisrichter bei Obstausstellungen, leitete Lehrgänge für Baumpflege und Lebensmittelkonservierung und war als Gutachter tätig.
Im fortgeschrittenen Alter erkrankte Michael an einem Herzleiden. Zur Behandlung war er in seinen letzten Lebensjahren wiederholt in Bad Nauheim zur Kur. Bis zu seinem Tod im Jahr 1920 arbeitete er am 4. Band des Werks, das bis dahin in sechs Auflagen und drei Bänden erschienen war. Er wurde auf dem Friedhof in Auerbach beerdigt. Die Reihe wurde später erst durch Bruno Hennig und danach durch Hanns Kreisel unter dem Titel Handbuch für Pilzfreunde weitergeführt.
Wirken
Edmund Michael hielt insgesamt rund 150 Pilzausstellungen mit oft mehreren Tausend Besuchern.[1] Das Werk Führer für Pilzfreunde machte ihn als Pilzvater bekannt.[2] Er finanzierte die Auflagen auch durch die Herausgabe einer preisgünstigen Volksausgabe, die mehrere 100.000-mal verkauft wurde.[3]
Zur Bestimmung wurden ihm Pilze von zahlreichen Pilzfreunden, darunter Eugen Gramberg, zugesandt. Oft unterstütze ihn seine Frau bei dessen Bearbeitung, die sich im Laufe der Zeit eine umfassende Artenkenntnis erworben hatte. Sie sterilisierte auch Pilze für Schaugläser der Firma J. Weck, für die Edmund Michael ein Rezeptbuch bearbeitete.[1] Zudem ging sie ihm in der Landwirtschaft zur Hand.
Auszeichnungen
Werke
- 1895: Führer für Pilzfreunde. Die am häufigsten vorkommenden essbaren, verdächtigen und giftigen Pilze. (mit 47 Abbildungen)
- 2. Auflage, Förster & Borries, Zwickau 1896 doi:10.5962/bhl.title.1635
- 3. Auflage, Förster & Borries, Zwickau 1898 doi:10.5962/bhl.title.3898
- 3. Auflage, Förster & Borries, Zwickau 1901–1905 doi:10.5962/bhl.title.3896
- 1902: Führer für Pilzfreunde. 2. Band
- 1905: Führer für Pilzfreunde. 3. Band
Literatur
- Otto Albert: Edmund Michael, der Begründer des „Führers für Pilzfreunde“, eine Würdigung seiner Person und seines Werkes. In: Mykologisches Mitteilungsblatt. Nr. 5, 1961. S. 29–32. (PDF; 4,3 MB)