Egelinde

Straße in Bad Belzig, Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Egelinde ist ein bewohnter Gemeindeteil im Ortsteil Werbig der Stadt Bad Belzig im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.[1]

Schnelle Fakten
Egelinde
Koordinaten: 52° 13′ N, 12° 28′ O
Höhe: 84,2–89,1 m ü. NHN
Postleitzahl: 14806
Vorwahl: 033847
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Geografische Lage

Egelinde liegt nordwestlich von Bad Belzig in einem Waldgebiet und ist durch die Kreisstraße 6935 mit dem westlich gelegenen Gemeindeteil Hohenspringe und dem östlich gelegenen Gemeindeteil Verlorenwasser verbunden. Südlich der Wohnbebauung fließt der gleichnamige Fluss Verlorenwasser vom Osten kommend in westlicher Richtung vorbei. Das Gelände liegt auf einer Höhe von 84,2 m ü. NHN und steigt auf 89,1 m ü. NHN im Süden hin an.[2]

Geschichte

Ernst Fidicin bezeichnete in seinen Fortsetzungen zu dem Landbuch Kaiser Karls IV. Mitte des 19. Jahrhunderts für 1440 die Schreibweise Egelinge, zwei Meilen südöstlich von Ziesar, dann eingepfarrt nach Werben, gehörend dem Achim Segeser zu Neuendorf bei Brück.[3] Seit 1330[4] soll Egelinde bereits der Familie von Oppen gehört haben. Auf der Gemarkung von Egelinde wurde 1646 namentlich ein gutsherrliches Vorwerk der in der Region mittlerweile reich begüterten Adelsfamilie von Oppen erwähnt.[5] Johann Gottlieb Heineccius bezeichnet 1785 Egelinde als ein adeliches dem Herrn von Oppen gehöriges Vorwerk mit acht Feuerstellen. Hinzu erwähnt er eine Egelingsmühle, eine Wasser-Schneidemühle im Besitz der genannten Adelsfamilie.[6] Für 1820 ist die Einwohnerzahl von 40 Personen in acht Wohnhäusern bestätigt.[7] Noch 1821 fand es als kleiner Gutshof in offiziellen Statistiken amtlich Erwähnung.[8] Der Familie von Oppen wurde 1844 auch für Egelinde die Patrimonialgerichtsbarkeit bestätigt.[9] Egelinde gehörte 1873 der anverwandten Familie der Freiherren von Oppen-Huldenberg, die 1840 die preußische Erlaubnis zur Namensvereinigung bekamen und 1859 in Form der Erstgeburt den Freiherrentitel.[10] Vertreter auf Fredersdorf, Weitzgrund und Egelinde war Albert Freiherr von Oppen-Huldenberg.[11] Egelinde gehörte zu jener Zeit zur preußischen Provinz Sachsen, Kreis Jerichow I.[12] Erben wurde zunächst der ältere Sohn, Freiherr von Oppen-Huldenberg, dann sein Bruder der gut situierte Oberst,[13] Hans Matthias Freiherr von Oppen-Huldenberg (1852–1918) als Herr eines inzwischen gestifteten Familienfideikommiss. Seine Frau war Emmy von Schack, Tochter des Generalleutnants Karl von Schack. Egelinde gehörte 1929 weiterhin zum Gutskomplex Fredersdorf.[14] Das Rittergut Egerlinde umfasste 1922 für sich genommen 1340 ha Land, davon 1263 ha Forsten unter Leitung von Oberförster Flechsig als Verwalter.[15] Letzter Grundbesitzer wurde der Oberleutnant d. R. Hans-Carl Freiherr von Oppen-Huldenberg, geboren 1919 in Berlin, vermisst 1943. Nach den Forschungen der Genealogen Hans Friedrich von Ehrenkrook und Friedrich Wilhelm Euler mit Stand von 1963 stirbt mit ihm die männliche Linie seiner Familie aus. Freiherr von Oppen war seit 1940 mit Elsita Gräfin Reichenbach verheiratet und hatte mit ihr zwei Töchter, beide in Dresden geboren, die auf Wunsch der Mutter katholisch wurden. Der Reserveoffizier war Herr auf Fredersdorf mit Weitzgrund und Egelinde, welches immer noch zum Kreis Jerichow gehörte. Des Weiteren hatte Oppen-Huldenberg altererbte Besitzungen[16] in Neukirch in der sächsischen Oberlausitz. Das Fideikommiss Fredersdorf-Egerlinde war einst im Jahre 1884 gegründet worden und wurde 1934 freies allodiales Eigentum[17] des Gutsbesitzers, und zwar bis 1945.

Während der DDR‑Zeit war der Ort Teil der landwirtschaftlich geprägten Strukturen des Kreises Belzig. Nach der Kreisgebietsreform 1993 wurde Egelinde Bestandteil des neu gebildeten Landkreises Potsdam‑Mittelmark und gehört seit der brandenburgischen Gemeindegebietsreform zur Stadt Bad Belzig.

Einzelnachweise

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