Eggenburg

Stadtgemeinde im Bezirk Horn, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Eggenburg ist eine Stadtgemeinde mit 3509 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Stadtgemeinde, Wappen ...
Stadtgemeinde
Eggenburg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Eggenburg
Eggenburg (Österreich)
Eggenburg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Fläche: 23,54 km²
Koordinaten: 48° 39′ N, 15° 49′ O
Höhe: 329 m ü. A.
Einwohner: 3.509 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 149 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3730
Vorwahl: 02984
Gemeindekennziffer: 3 11 05
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kremserstraße 3
3730 Eggenburg
Website: www.eggenburg.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Margarete Jarmer (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(23 Mitglieder)
14
7
2
14 7 2 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Eggenburg im Bezirk Horn
Lage der Gemeinde Eggenburg im Bezirk Horn (anklickbare Karte)AltenburgHornPerneggRöhrenbach
Lage der Gemeinde Eggenburg im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
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Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Hauptplatz mit Dreifaltigkeitssäule
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Eggenburg liegt am Übergang vom Waldviertel zum Weinviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 23,52 Quadratkilometer. 11,59 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Eggenburg, Engelsdorf, Gauderndorf, Stoitzendorf und Stoitzendorf Heide.

Die Stadtgemeinde Eggenburg ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Nachbargemeinden

Meiseldorf Röschitz
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Burgschleinitz-Kühnring Straning-Grafenberg

Geschichte

Schon in urgeschichtlicher Zeit war das Granitplateau oberhalb der Schmida, auf dem sich Eggenburg gründet, ab der jüngeren Steinzeit von Menschen besiedelt. Die Geburtsstunde der Stadt ist in der Babenbergerzeit (976–1246) anzusetzen. Nach der Jahrtausendwende wurde Niederösterreich bis an den Nordwald – das heutige Waldviertel – besiedelt. Zur Sicherung dieses Gebietes entstand um 1160/70 die befestigte Grenzstadt Eggenburg bereits mit Marktfunktion. Erste urkundliche Nennungen von Eginpurch liegen aus dem 12. Jh. vor.[2][3] Im Zwist Přemysl Ottokars mit Rudolf von Habsburg schlug sich Eggenburg auf die Seite des Habsburgers, worauf dieser am 13. August 1277 der Stadt die Stadtrechte erneuerte.

1360 verschrieb Rudolf IV. von Österreich seiner Gemahlin Katharina zur Sicherstellung ihres mitgebrachten Heiratsgutes, wie dies auch schon weiland sein Vater Herzog Albrecht II. getan hatte,[4] die Städte Laa an der Thaya und Eggenburg und die Feste Greitschenstein.[5][6]

Im 15. und beginnenden 16. Jahrhundert erlebte die Stadt trotz der Hussiteneinfälle (1428) und ungarischer Besetzung (1486–1490) eine Blütezeit.[7][8] Das berühmte Sgraffitohaus, auch als „bemaltes Haus“ bezeichnet, zeugt vom Selbstbewusstsein der Bürger. Die Stadt wurde neu befestigt, Abbau und Verarbeitung des Zogelsdorfer Sandsteins ließ ein hoch entwickeltes Steinmetzgewerbe entstehen. 1524 konnten sich die Bürger erfolgreich im Streit gegen den Pfleger Ulrich von Haselbach durchsetzen und gewannen neben dem Niedergericht auch die Hoch- bzw. Blutgerichtsbarkeit.[9][10][11] Wenige Jahre später fiel die Pfandschaft von Burg und Herrschaft Eggenburg an die Rogendorfer, die die Burg instand setzen ließen, dann an die Freiherren von Meggau. 1623 wurde die Herrschaft den Jesuiten[12][13][14][15] verkauft und gelangte später an das Stift Altenburg.

Eine Brandkatastrophe im Jahre 1808 hat einen Niedergang der Stadt bewirkt.

Mit dem Bau der Franz-Josefs-Bahn 1870 wurde Eggenburg von Wien aus in zwei Stunden erreichbar. Die Bevölkerung nahm wieder zu, und mit der Initiative Gartenstadt des Kaufmanns Franz Gamerith entstand eine Stadterweiterung.[16]

Bevölkerungsentwicklung

Eggenburg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
2.431
1880
 
2.729
1890
 
3.222
1900
 
4.106
1910
 
4.822
1923
 
4.257
1934
 
4.154
1939
 
4.930
1951
 
4.456
1961
 
4.016
1971
 
3.730
1981
 
3.680
1991
 
3.625
2001
 
3.645
2011
 
3.492
2021
 
3.510
2025
 
3.509
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

In den letzten Jahrzehnten blieb die Bevölkerungszahl trotz negativer Geburtenbilanz konstant, da dies durch eine positive Wanderungsbilanz ausgeglichen wurde.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Der alte Pfarrhof in Eggenburg, auch Resch-Schloss genannt
Vogelsangmühle bei Eggenburg
Hauptplatz von Eggenburg mit gotischen Giebelhäusern, Sgraffitohaus, Pranger, Martinsbrunnen, Mariensäule; inmitten des Hauptplatzes befindet sich das Grätzel.
Der Eggenburger Hauptplatz mit Pestsäule
Hauptplatz von Eggenburg am frühen Morgen vom Heißluftballon aus
Zentrum von Eggenburg am frühen Morgen vom Heißluftballon aus (Juli 2015)
Kellergasse in Engelsdorf
Kellergasse in Stoitzendorf

Bauwerke

  • Katholische Pfarrkirche Eggenburg hl. Stephanus: romanische Türme, gotisches Schiff
  • Karner Eggenburg: Gebeinhaus, bereits 1299 urkundlich erwähnt, der Oberbau wurde 1792 abgerissen, durch Grabung aufgefunden
  • Redemptoristenkloster
  • Martinskapelle mit Bürgerspital: mit Grabsteinsammlung
  • Stadtmauer: Die Stadtmauer ist fast gänzlich erhalten und teilweise begehbar
  • Hauptplatz: Großzügiger fünfeckiger Hauptplatz und Grätzel mit gotischen Giebelhäusern, Pranger, Martinsbrunnen, Mariensäule, barocker Pestsäule
  • Sgraffitohaus: Sgraffitomalereien aus 1547
  • Johannes-Nepomuk-Statue
  • Vogelsangmühle: ein barocker Gutshof
  • Kanzlerturm: begehbarer, eingerichteter Stadtmauerturm, beherbergt ein Museum des Bürgerkorps Eggenburg
  • Das Aufnahmsgebäude des Bahnhofs und der ehemalige Wasserturm, beide um 1870 errichtet

Museen

  • Krahuletz-Museum: seit 1902 bestehendes Museum mit erdgeschichtlichen, urgeschichtlichen und volkskundlichen Sammlungen
  • RRRollipop-Museum: das RRRollipop-Museum stellt ungewöhnliche Kleinkraftfahrzeuge aus der Vergangenheit aus. Es ist ein Teil der Nostalgiewelt Eggenburg[18], welche die 1950er und 1960er thematisiert. „129 Roller, Rollermobile und Miniautos“ aus der Sammlung RRR – Roller, Rollermobile & Raritäten wurden am 10. Juli 2020 in Wien versteigert.

Sport

  • Der UHC Eggenburg wurde 1946 in Eggenburg gegründet. Der Verein, dessen Spielstätte die Stadthalle Eggenburg ist, spielt ab der Saison 2025/26 in der HLA Challenge.[19][20]

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2010 gab es in der Gemeinde fünfzig land- und forstwirtschaftliche Betriebe (um zwölf weniger als im Jahr 1999), davon waren achtzehn Haupterwerbsbetriebe.[21] Im Produktionssektor beschäftigten 39 Betriebe 561 Arbeitnehmer, überwiegend mit der Herstellung von Waren (440), aber auch im Bau (118). Im Dienstleistungssektor gaben 205 Betriebe 1492 Menschen Arbeit, über 50 Prozent in sozialen und öffentlichen Diensten und etwa ein Viertel im Handel.[22][23]

Unternehmen

  • Egston mit ca. 1.800 Beschäftigten.

Bildung

In Eggenburg gibt es zwei Kindergärten, eine Volksschule, eine Neue Niederösterreichische Musikmittelschule und eine Landesberufsschule.[24]

Gesundheit

Verkehr

Das denkmalgeschützte Aufnahmsgebäude im Bahnhof Eggenburg
  • Straße: Die Retzer Straße (B35) führt von Krems aus durch Eggenburg bis über Retz hinaus an die Grenze zu Tschechien und durchquert die Stadt in Nord-Süd-Richtung. Eine andere regional wichtige Straßenverbindung ist die Waldviertler Straße (B2), welche Eggenburg mit Horn und Hollabrunn verbindet.
  • Bus: Die Stadt ist Ausgangs- und Zielpunkt mehrerer regionaler Buslinien des Betreibers ÖBB-Postbus.
  • Bahn: Durch Eggenburg verläuft die Franz-Josefs-Bahn. Die ÖBB betreiben den Bahnhof Eggenburg, der für Pendler, insbesondere mit den Zielen Tulln an der Donau und Wien, ein wesentlicher Knotenpunkt ist.

Politik

Rathaus Eggenburg

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

Bürgermeister

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Eggenburger Bruderschaft, ab 1629 eigenständige Zunftvereinigung der Steinmetze und Steinbildhauer
  • Wolfgang Brandstetter (* 1957), Jurist, Universitätsprofessor, ehemaliger österreichischer Vizekanzler und Justizminister, lebt in Eggenburg
  • Ernst Degasperi (1927–2011), Künstler, schuf das Kunsthaus – Haus des Friedens in Eggenburg
  • Johann Gallus Högl (1664–1719), Steinmetzmeister, lebte und starb in Eggenburg
  • Eduard Kranner (1893–1977), Schriftsteller und NS-Bürgermeister von Eggenburg
  • Josef Naderer (1906–1965), Politiker (ÖVP) und Weingroßhändler, von 1934 bis 1938 Vizebürgermeister von Eggenburg
  • Arnulf Neuwirth (1912–2012), Künstler, lebte in Eggenburg
  • Heinrich Reinhart (1927–2013), Mediziner und Heimatforscher, lebte in Eggenburg
  • Johann Georg Schmutzer (1665–1747), Steinmetzmeister und Bildhauer, lebte und starb in Eggenburg
  • Jakob Seer (1665–1737), Steinmetzmeister und Bildhauer, lebte und starb in Eggenburg
  • Hans Seitz (1929–2011), Förderer der Stadt, Einsatz für denkmalgeschützte Gebäude
  • Fritz F. Steininger (* 1939), Geologe und Paläontologe, Obmann der Krahuletz-Gesellschaft
  • Angela Stifft-Gottlieb (1881–1941), Prähistorikerin, leitete das Krahuletzmuseum
  • Johann Baptist Stöger (1810–1883), Laienbruder der Redemptoristen-Kongregation, lebte und starb in Eggenburg
  • Paul Strickner († 1694) Steinmetzmeister in Eggenburg
  • Werner Vasicek (1939–2013), Heimatforscher und Paläontologe, Kustos im Krahuletz-Museum
  • Paul Wasserburger (1824–1903), Oberbaurat, k.k. Hofbau- und Steinmetzmeister, 1870 Ehrenbürger von Eggenburg, 1898 geadelt

Ehrenbürger

  • Felix Stainach, Hofrat[37]

Literatur

Einzelnachweise

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