Ehrenpforte

zu Anlässen errichtete kurzlebige Torbauten From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Ehrenpforte werden Torbauten bezeichnet, die aus Anlass besonderer Festlichkeiten (militärische Siege, Fürstenhochzeiten, Herrscherbesuche, kirchliche Hochfeste etc.) errichtet wurden oder werden.[1]

Ehrenpforte für Kaiser Joseph I. (HRR)
Ehrenpforte der Universität Freiburg aus Anlass der Durchfahrt von Marie Antoinette als Braut Ludwigs XVI.

Begriff, Unterscheidung

Der Begriff wird auch im übertragenen Sinn verwendet, etwa bei der Ehrenpforte Maximilians I., einem Holzschnittwerk.

Von den Triumphbögen unterscheiden sich die Ehrenpforten nach Auffassung der Erbauer durch ihren ephemeren, d. h. temporären Charakter, die Ehrenpforten seien nur für einen aktuellen Anlass bestimmt gewesen, und entsprechend kamen für ihre Gestaltung unterschiedliche Materialien zur Anwendung: dauerhafte für die Triumphbögen und vergängliche für die Ehrenpforten.[2]

Geschichte

Ehrenpforten sind schon für das 12. Jahrhundert nachgewiesen. Kardinal Cencius Camerarius (Cencio Savelli) verweist 1192 in seinem Liber censuum auf solche Ehrenpforten für den Papst am Ostermontag.[2] Sehr gebräuchlich war die Errichtung festlicher Ehrenpforten in den europäischen Städten ab dem 13. Jahrhundert, mit einem Schwerpunkt im 16. und 17. Jahrhundert. Die Aufklärung betrachtete solche Bauten als unnütz. Kaiser Leopold II. (HRR) in Wien verweigerte etwa 1790 die Errichtung einer Ehrenpforte und ordnete an, das dafür vorgesehene Geld zur Ausstattung von 40 Landmädchen zu verwenden. Auch Friedrich II. (Preußen) hatte bei seinem siegreichen Einzug nach Berlin 1763 die für ihn errichtete Ehrenpforte als unnötige Ausgabe missbilligend zur Kenntnis genommen. Dennoch erhielt sich der Brauch bis ins 19. Jahrhundert und darüber hinaus, so dass er noch immer Gegenstand von Lehrbüchern war. Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus wurde er beispielsweise wieder häufiger gepflegt.[3]

Beispiele aus Europa

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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