Ehrl
Stadtteil von Scheßlitz
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Ehrl ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[3] Die Gemarkung Ehrl hat eine Fläche von 2,898 km². Sie ist in 412 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7034 m² haben.[1][4]
Ehrl Stadt Scheßlitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 50° 0′ N, 11° 3′ O |
| Höhe: | 323 m ü. NHN |
| Fläche: | 2,9 km²[1] |
| Einwohner: | 109 (30. Sep. 2025)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 38 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 96110 |
| Vorwahl: | 09542 |

Geografie
Das Kirchdorf liegt auf freier Flur am Ellernbach, dem rechten Oberlauf des Leitenbachs zwischen dem Tirschental (459 m ü. NHN) im Nordwesten und dem Schlappenreuther Berg (554 m ü. NHN) im Südosten, beides Erhebungen der Fränkischen Alb. Die Staatsstraße 2210 führt nach Burgellern (1,3 km südwestlich) bzw. nach Stübig (1,8 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt 0,7 km westlich zu einer Gemeindeverbindungsstraße, die südlich nach Burgellern und nördlich nach Pausdorf verläuft.[5]
Ellerbach
Auf einer Brücke über den Ellerbach steht eine Statue des Brückenheiligen Johannes Nepomuk aus dem Jahr 1981. Der Sockel trägt die Inschrift „Liebe überwindet Gewalt“.
Der Stelzenläufer am Ellerbach erinnert an den Spitznamen Bachstelzer. Als der Bach noch flache Ufer hatte, überquerte man das Wasser mit Hilfe von Stelzen. Der Gedenkstein erinnert auch an das Alter des Ortes (750 Jahre) und an die früheren Herrschaften Dompropstei und Kloster Langheim.
Geschichte
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ehrl aus 43 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Scheßlitz aus mit Ausnahme der Lehen des Dompropsteiamtes Burgellern, hier übte dieses das Hochgericht in begrenztem Umfang aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten das Amt Scheßlitz und das Dompropsteiamt Burgellern gemeinsam. Grundherren waren
- die Hofkanzlei Bamberg: 2 Sölden;
- das Amt Scheßlitz: 13 Sölden, 1 Mühle;
- das Dompropsteiamt Burgellern: 1 Hof mit Tropfhäuslein, 12 Sölden, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht;
- die Kloster Langheim: 1 Hof, 1 Halbhof, 6 Sölden, 1 Gütlein, 1 Mühle, 2 Tropfhäuser.[6]
Im Jahre 1802 kam Ehrl an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde Ehrl dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Burgellern zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Ehrl. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 8 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchau. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[7] 1875 wurde die Schreibweise des Ortes in die heutige Form „Ehrl“ geändert.[8] 1964 hatte die Gemeinde eine Fläche von 2,900 km².[9]
Am 1. Mai 1978 wurde Ehrl im Zuge der Gebietsreform in Bayern zunächst nach Scheßlitz eingemeindet.[10][11]
Baudenkmäler
In Ehrl gibt es 20 Baudenkmäler:[12]
- Haus Nr. 5, 6, 14: Wohnstallbauten
- Haus Nr. 7, 8, 10, 12, 19: Bauernhäuser
- Haus Nr. 11: Gasthaus Fleischmann
- Haus Nr. 15: Wohnhaus mit Stall und Einfriedung
- Haus Nr. 17: Mühle mit Fachwerknebengebäude
- Haus Nr. 171⁄2: Katholische Filialkirche Beatae Mariae Virginis
- Haus Nr. 18: Ehemalige Schule
- Haus Nr. 20: Stadel
- Haus Nr. 23: Wohnhaus
- drei Bildstöcke, eine Marter, ein Kruzifix
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Ehrl gibt es ein Bodendenkmal.[12]
Einwohnerentwicklung
Religion
Ehrl ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt.[6][9]
Bilder
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Ehrl. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 708–709 (Digitalisat).
- Hildegard Weiß: Stadt- und Landkreis Bamberg (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 21). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 1974, ISBN 3-7696-9884-3.
Weblinks
- Ortsteile > Ehrl. In: schesslitz.de. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- Ehrl in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 14. März 2023.
- Ehrl in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 18. Dezember 2025.
- Ehrl im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 18. Dezember 2025.