Eilsleben

Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Eilsleben ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Sitz der Verbandsgemeinde Obere Aller.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Eilsleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eilsleben hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 9′ N, 11° 13′ O
Bundesland:Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Obere Aller
Höhe: 148 m ü. NHN
Fläche: 55,61 km²
Einwohner: 3546 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39365
Vorwahlen: 039409, 039293
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 190
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Zimmermannplatz 2
Website: www.gemeinde-eilsleben.de
Bürgermeisterin: Beatrix Kämz (CDU)
Lage der Gemeinde Eilsleben im Landkreis Börde
KarteBurgstallErxlebenSommersdorfUmmendorf
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Geografie

Lage

Eilsleben liegt im Tal der Oberen Aller am Allerbruch, zirka 30 km westlich von Magdeburg.

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde Eilsleben:

Geschichte

Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1145. Jungsteinzeitliche Funde (Linearbandkeramische Kultur) in der Gemarkung Eilsleben weisen auf eine Besiedlung schon vor weit über 5000 Jahren hin. Das Vorhandensein einer Burg (Beverburg/Bärburg) wird urkundlich erst 1206 im Zusammenhang mit ihrer Zerstörung belegt. Bis 1480 gab es die zwei Orte Westereilsleben und Ostereilsleben, von denen letzterer aufgegeben wurde. Zum Ende des Mittelalters hatte Eilsleben das Ansehen einer Stadt, weil der Ort teilweise von einer Mauer umschlossen war, die zwei Tore aufwies, sowie ein Rathaus, eine Ratswaage und das Recht des Bierbrauens besaß.

Von 1952 bis 1994 lag Eilsleben im Kreis Wanzleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Magdeburg, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Bördekreis, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Börde.

Eingemeindungen

Wormsdorf gehört seit dem 1. Januar 2010 zu Eilsleben.[2] Am 1. September 2010 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Drackenstedt, Druxberge und Ovelgünne per Gesetz nach Eilsleben eingemeindet.[2]

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
19902.304
20052.273
20103.899
20153.848
20203.738
Jahr Einwohner
20213.706
20223.599
20233.579
20243.546
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[3], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Eilsleben besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 16 Mitgliedern und der Bürgermeisterin.[4] Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 61,9 % zu folgendem Ergebnis:[5]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[6]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU37,2 %649,6 %8
AfD10,1 %218,0 %1
Freie Wählergemeinschaft Wormsdorf15,4 %215,7 %2
Die Linke13,4 %205,5 %1
Einzelbewerber Martin Pichl04,2 %1
Einzelbewerber Pierre von Pressentin03,2 %1
Einzelbewerber Gert Ellermann02,0 %
Bündnis 90/Die Grünen04,1 %101,9 %
SPD11,6 %2
Einzelbewerber08,1 %1
Insgesamt100 %16100 %14
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Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD drei Sitze, von denen zwei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.

Bürgermeister

  • 1994–2022: Manfred Jordan (parteilos)[7]
  • 2022–2025: Matthias Finke (parteilos)
  • seit 2025: Beatrix Kämz (CDU)

Finke wurde bei der Bürgermeisterstichwahl am 24. April 2022 mit 61,7 % der gültigen Stimmen gewählt.[8] Er trat 2024 aus beruflichen Gründen zurück.[9]

Kämz wurde bei der Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 mit 55,1 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.[10] Ihre Amtszeit beträgt sieben Jahre.[11]

Wappen

Das Wappen wurde am 10. Oktober 1991 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Das Wappen derer von Eilsleben als altes Familienwappen ist den meisten Bürgern nicht bekannt, wurde aber schon im Orden des Karnevals verwendet. Das Brau-Wappen, als Zunft-Wappen eines Gastwirtes mit Braurecht ist bekannt, weil es schon vom Dorfclub, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Karnevalsverein verwendet wurde. Beide Wappen fanden keine Mehrheit im Gemeinderat. Das nun akzeptierte Wappen ist ein Kompromiss aus beiden vorhandenen Varianten. Die beiden Symbole der alten Wappen wurden in zeitlicher Reihenfolge in die Felder eingeordnet. Das Gemeinsame ist die rot – silberne (weiße) Tinktur. Als Zeichen, dass das Wappen erst in der heutigen Zeit entstanden ist, wurde die Spaltung aus der Mitte gerückt gewählt. Der Buchstabe „E“ wurde als drittes Symbol, das typisch für diesen Landstrich ist, als redendes Element für Eilsleben eingesetzt.

Flagge von Eilsleben

Flagge

Die Flagge ist horizontal in gleich breite Streifen von Rot (oben) und Weiß (Silber, unten) geteilt. Das Wappen ist mittig aufgelegt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Die geschützten Kulturdenkmale der Gemeinde sind im örtlichen Denkmalverzeichnis aufgeführt.

Herz-Jesu-Kirche

Kirchen

Die evangelische Kirche „St. Lorenz“ befindet sich in der Ortsmitte, ihre Kirchengemeinde gehört zum Kirchenkreis Egeln. Das heutige Kirchenschiff wurde von 1856 bis 1858 erbaut, der Turm stammt aus früherer Zeit.

Die katholische Herz-Jesu-Kirche befindet sich an der Ummendorfer Straße. Sie wurde 1896/97 im Baustil der Neogotik erbaut und gehört heute zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Oschersleben.

Hof des Tischlereimuseums

Museen

Das Tischlereimuseum Rüdiger Timme widmet sich der Geschichte des Tischlerhandwerks und der Holzverarbeitung. Es ist seit den 1990er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich und befindet sich in einem alten Bauernhof an der Ostendstraße.

Verkehr

Eilsleben liegt an der Bundesstraße B 245. Von der Autobahn B 2 erreicht man die Gemeinde über die Anschlussstelle Eilsleben.

Der Bahnhof Eilsleben (b Magdeburg) liegt an der Bahnstrecke Braunschweig–Magdeburg. Die Bahnstrecke Blumenberg–Eilsleben wird seit 2002 im Personenverkehr nicht mehr bedient, auch der Güterverkehr ruht seitdem.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Persönlichkeiten mit Bezug zu Eilsleben

Literatur

  • Kurt Bartels: Familienbuch von Eilsleben mit Ovelgünne (Landkreis Börde), 1720 – 1815. Leipzig: AMF 2010 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 55)
  • Laura Dietrich et al.: LBK outpost of Eilsleben: hunter-farmer encounters in the borderlands of Early Neolithic Central Europe. Cambridge University Press, Cambridge 2026 (englisch)[12]
Commons: Eilsleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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