Ein Privatleben

Film von Juli Jakowlewitsch Raisman (1982) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein Privatleben (Originaltitel: kyrillisch Ча́стная жизнь Tschastnaja schisn) ist ein 1982 veröffentlichtes sowjetisches Filmdrama von Juli Raisman.

TitelEin Privatleben
OriginaltitelЧáстная жизнь
TranskriptionTschastnaja schisn
ProduktionslandSowjetunion
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Ein Privatleben
Originaltitel Чáстная жизнь
Transkription Tschastnaja schisn
Produktionsland Sowjetunion
Originalsprache Russisch
Erscheinungsjahr 1982
Länge 102 Minuten
Produktions­unternehmen Mosfilm
Stab
Regie Juli Raisman
Drehbuch Anatoli Grebnew,
Juli Raisman
Musik Wjatscheslaw Ganelin
Kamera Nikolai Olonowski
Schnitt Walerija Belowa
Besetzung
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Handlung

Nachdem zwei Fabriken zu einer fusioniert wurden, muss Sergej Nikititsch Abrikosow, der ehemalige Direktor einer der Fabriken, in den Ruhestand gehen. Als typischer Manager der Stalin-Ära verkörpert Abrikosow ein Leben, das ganz der Arbeit gewidmet ist, wobei ihm seine Position und seine Aufgaben stets einen Lebenssinn gegeben haben. Bekannt für seine strenge und unnachgiebige Führungsweise, arbeitet er noch immer mit derselben Energie, die ihn als junger Mann antrieb, als er im Alter von 20 Jahren zum Direktor befördert und mit seiner ersten Medaille ausgezeichnet worden war. Nun, da er im Ruhestand ist, fällt es Abrikosow jedoch schwer, außerhalb der Arbeit seinen Platz zu finden, und er sieht sich mit einer ungewohnten Leere in seinem Privatleben konfrontiert. Die Beziehung zu seiner Familie erweist sich als schwierig: Sein Sohn ist im Gegensatz zu ihm nicht ehrgeizig und zieht Freizeit dem Studium vor. Seine Frau respektiert ihn, hat aber wenig mit ihm gemeinsam, und sogar seine Tochter aus einer früheren Ehe hat ihre eigenen ungelösten Familienprobleme.

Allmählich bringen gemeinsame Erlebnisse Abrikosow seiner Familie näher, aber sein Selbstverständnis bleibt zutiefst erschüttert. Als er von seinem Nachfolger erfährt – einem Kandidaten, den er für unwürdig hält –, begibt sich Abrikosow zum Ministerium, wo er von Plänen für eine mögliche neue Aufgabe erfährt. Der Film endet mehrdeutig: Abrikosow erhält einen Anruf, in dem er gebeten wird, zum Ministerium zurückzukehren. Während er vor einem Spiegel steht und seine Krawatte zurechtzieht, werden seine Bewegungen langsamer, er versinkt in tiefen Gedanken. Die Filmkritikerin Neja Zorkaja deutet an, dass dieser letzte Moment darauf hindeutet, dass Abrikosow erkannt hat, dass er sein Leben möglicherweise mit Bestrebungen verbracht hat, die er nun als leer und unerfüllend empfindet. Michail Uljanow, der Darsteller von Abrikosow, sah dies anders und stellte sich vor, dass diese Erfahrungen, unabhängig vom Ausgang, Abrikosows Innenwelt tiefgreifend verändert und ihn zu einem anderen Menschen gemacht haben.

Veröffentlichung und Rezeption

In der Sowjetunion erschien Ein Privatleben am 23. August 1982, fünf Tage später folgte die Aufführung bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig. In der DDR wurde der Film am 5. November 1982 erstmalig aufgeführt.[1] Dort war der Film um rund 10 Minuten gekürzt.

Bei der Oscarverleihung 1983 war Ein Privatleben in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.[2]

Kritik

Das Lexikon des internationalen Films urteilte, bei der Produktion handle es sich um einen „künstlerisch ansprechende[n] Film, der interessante Einblicke in Denken und Handeln der Menschen in der damaligen UdSSR “ biete.[3]

Einzelnachweise

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