Ekkehard Genth

deutscher Internist und Rheumatologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Ekkehard Genth (* 6. November 1942 in Stuttgart[1]) ist ein deutscher Internist und Rheumatologe, der von 1990 bis 2007 die Rheumaklinik und das Rheumaforschungsinstitut Aachen leitete. Ab 1993 lehrte er als außerplanmäßiger Professor an der RWTH Aachen das Fach Rheumatologie mit Schwerpunkt Autoimmunerkrankungen. Beruflich wie ehrenamtlich widmete er sich stets der Weiterentwicklung seines Fachs in Deutschland.

Werdegang

Ekkehard Genth studierte Medizin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Philipps-Universität Marburg, wo er 1969 sein ärztliches Staatsexamen ablegte. 1973 promovierte er an der Universität Tübingen. Er begann seine medizinische Laufbahn an der medizinischen Universitätsklinik Tübingen als Schüler von Hans Erhard Bock und P. Walter Hartl, dem er 1971 noch als Assistenzarzt nach Aachen folgte. 1984 erwarb er die Facharztanerkennung für Innere Medizin, 1986 die Anerkennung als Facharzt für Rheumatologie. 1987 folgte die Habilitation an der RWTH Aachen. Nach Stationen als Oberarzt und Leiter des Zentrallabors amtierte er von 1990 bis 2007 als Chefarzt der früheren Rheumaklinik Aachen und des angegliederten Rheumaforschungsinstituts. Seit 1993 hat er eine außerplanmäßige Professur für Rheumatologie an der RWTH inne.[2][3] Er wurde 2007 emeritiert.[4]

Werk / Wirken

Ekkehard Genth hat durch seine vielfältigen beruflichen und ehrenamtlichen Aktivitäten die deutsche Rheumatologie nachhaltig weiterentwickelt. In seiner Fachgesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), war er von 1993 bis 1996 als Schriftführer aktiv, von 1999 bis 2000 als Präsident und von 2007 bis Ende 2012 als Generalsekretär. 2013 wurde er zum Ehrenmitglied der DGRh ernannt.[2]

In Genths ehrenamtliche Tätigkeit für die DGRh fällt unter anderem die Gründung der Rheumatologischen Fortbildungsakademie GmbH in Berlin im Jahr 2004 durch die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e. V. (DGRh) und den Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh). Diese unabhängige Einrichtung für Fort- und Weiterbildung in der Rheumatologie wird heute von sechs rheumatologischen Organisationen als Gesellschaftern gemeinsam getragen.[5]

Genth entwickelte und betreute als wissenschaftlicher Leiter zahlreiche Fort- und Weiterbildungsprogramme für Ärzte.[6] Darüber hinaus arbeitete er eng mit Patientenorganisationen in der Rheumatologie zusammen, insbesondere der Deutschen Rheuma-Liga, und förderte Selbsthilfe und Patientenschulung. Als Generalsekretär der DGRh war er wesentlich beteiligt an der Gründung einer gemeinsamen Rheumastiftung von Deutscher Rheuma-Liga und DGRh. Es handelt sich um die erste Stiftung in Deutschland, in der sich eine wissenschaftliche Fachgesellschaft und eine Patientenorganisation zusammengeschlossen haben, um Forschungsansätze zu fördern, die Rheuma heilbar machen sollen. Von 2008 bis 2016 wirkte Genth im Vorstand der Rheumastiftung mit und ab 2011 auch im Kuratorium.[2][7] Unter anderem fördert die Rheumastiftung eine Stiftungsprofessur in der Kinderrheumatologie.[8]

Auch im Rheinland erwies sich Genth als Brückenbauer: Er war Mitbegründer und langjähriger Leiter des Rheumazentrums Aachen-Köln-Bonn[9], engagierte sich als Vorsitzender im Aachener Verein zur Förderung der Rheumaforschung und leitete auch die staatliche Massageschule an der Rheumaklinik. Sein Einsatz für das Gemeinwohl wurde 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.[10][11]

Im Jahr 2017 wurde Genth mit der Carol-Nachman-Medaille der Stadt Wiesbaden geehrt.[4][12]

Ehrungen (Auswahl)

  • 2010 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • 2013 Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh)
  • 2017 Carol-Nachman-Medaille der Stadt Wiesbaden

Literatur

  • Eva Richter Kuhlmann: Ekkehard Genth: Rheumatologe mit Herz und Seele. Hrsg.: Deutsche Ärzteblatt. Jahrgang 107, Heft 8. Deutsches Ärzteblatt, Berlin 26. Februar 2010, S. A 341.

Einzelnachweise

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