Biosphärenreservat El Vizcaíno
Biosphärenreservat
From Wikipedia, the free encyclopedia
Das Biosphärenreservat El Vizcaíno (spanisch Reserva de la Biosfera El Vizcaíno) liegt im Zentrum der mexikanischen Halbinsel Niederkalifornien. Mit einer Fläche von 41.887,20 km²[1] – etwas größer als die Schweiz – ist es das größte Biosphärenreservat Mexikos. Es umfasst neben ausgedehnten Wüsten- und Küstenregionen auch die beiden Küstenlagunen Ojo de Liebre und San Ignacio. Verwaltungstechnisch gehört das Gebiet zum Municipio Mulegé im Bundesstaat Baja California Sur.
Biosphärenreservat El Vizcaíno
IUCN-Kategorie VI – Protected Area with Sustainable use of Natural Resources | ||
Sierra de San Francisco im Biosphärenreservat El Vizcaíno | ||
| Lage | Baja California Sur, Mexiko | |
| Fläche | 41.887,2 km² | |
| WDPA-ID | 306793 | |
| Geographische Lage | 27° 30′ N, 113° 34′ W | |
|
| ||
| Einrichtungsdatum | 1988 | |
| Verwaltung | Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas (CONANP) | |
| Besonderheiten | Umfasst wichtige Kalbungsgebiete für Grauwale, Teil mehrerer UNESCO-Welterbestätten | |
Das Gebiet ist nach dem spanischen Seefahrer und Kartografen Sebastián Vizcaíno benannt, der Anfang des 17. Jahrhunderts mit einer Expedition die Küste der Baja California und des heutigen Kaliforniens erkundete und kartografierte.[2][3]
Geographie und Ökosysteme
Das Reservat erstreckt sich zwischen dem Pazifik im Westen und dem Golf von Kalifornien im Osten. Es beherbergt sehr unterschiedliche Lebensräume, darunter ausgedehnte Wüstenflächen, Salzlagunen, vulkanische Gebirgszüge sowie Mangroven- und Küstenökosysteme.[4]
Die Region ist durch extreme klimatische Bedingungen geprägt. Die Niederschläge sind äußerst spärlich und liegen durchschnittlich unter 80 Millimetern pro Jahr.[5] Die Vegetation ist überwiegend xerophytisch (an extreme Trockenheit angepasst), mit Kakteen, Agaven und sukkulenten Sträuchern.[6]
Tierwelt

El Vizcaíno beherbergt eine große Artenvielfalt. In den Lagunen sammeln sich von Dezember bis April zahlreiche Grauwale. Nach einer rund 8.000 bis 10.000 Kilometer langen Wanderung aus den arktischen Gewässern des Beringmeeres und der Tschuktschensee bringen sie hier ihre Jungen zur Welt.[7][8] Das Gebiet ist damit eine der wichtigsten Kalbungsstätten der Art weltweit.[4]
In den Küstenregionen legen vier bedrohte Arten von Meeresschildkröten ihre Eier ab: die Echte Karettschildkröte, die Unechte Karettschildkröte, die Grüne Meeresschildkröte und die Oliv-Bastardschildkröte.[9] Insgesamt sind über 200 Vogelarten nachgewiesen, darunter Zugvögel, die das Gebiet als Rastplatz nutzen.[10][4][1]
Im Landesinneren leben Säugetiere wie Gabelbock, Wüsten-Dickhornschaf, Maultierhirsch und Puma.[9][1] Die teilweise isolierte Lage des Reservats trägt zum Erhalt lokaler Populationen und ihrer genetischen Vielfalt bei.
UNESCO-Welterbe
Das Reservat selbst ist kein eigenständiges UNESCO-Welterbe, überschneidet sich jedoch mit drei eingetragenen Stätten.
In der Sierra de San Francisco finden sich mehr als 400 Stätten mit prähistorischen Felsmalereien. Diese Darstellungen von Menschen, Tieren und rituellen Szenen gehen auf frühe präkolumbische Kulturen zurück, also Gesellschaften, die vor der Ankunft der Europäer in der Region lebten. Sie wurden 1993 als „Felszeichnungen in der Sierra de San Francisco“ in die Liste des Welterbes aufgenommen.[11]
Im selben Jahr erhielt auch das Walschutzgebiet von El Vizcaíno, das die beiden Lagunen Ojo de Liebre und San Ignacio umfasst, den Status eines Weltnaturerbes.[4] Seit 2005 ist das Reservat zudem Teil der seriellen UNESCO-Welterbestätte „Inseln und Schutzgebiete im Golf von Kalifornien“.[12]
Weblinks
- Angaben zu Klima, Flora und Fauna (spanisch)
- UNESCO-Biosphärenreservatsverzeichnis (englisch)

