Eleanor Rosch
amerikanische Kognitionspsychologin
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Eleanor Rosch Heider (* 9. Juli 1938[1] in New York City[2]) ist eine US-amerikanische Psychologin und Professorin für Kognitionspsychologie an der University of California, Berkeley.

Leben
Eleanor Rosch erhielt ihren Bachelor am Reed College und ihren Doktortitel (Ph.D.) 1969 von der Harvard University. Dazwischen arbeitete sie auch als Sozialarbeiterin in Portland.
Werk
Ihr Team trug 1976 psychologische Belege für die Annahme einer Ebene von Basisbegriffen vor.[3] Mit ihrer Prototypentheorie verband Rosch psychologische und linguistische Forschungsergebnisse und förderte die Entwicklung der Prototypensemantik. Beim Menschen hat die mentale Kategorisierung sowohl angeborene (biologische) als auch erworbene (erlernte) Aspekte. Rosch fand heraus, dass Menschen bei der Kategorisierung von Objekten des alltäglichen Lebens weniger nach abstrakten Kriterien vorgehen, sondern sich vielmehr an repräsentativen Vertretern (Prototypen) orientieren. Die Idee dabei ist, dass wir eine angeborene Neigung haben, bestimmten Elementen einer Kategorie (zum Beispiel „Rotkehlchen“ in Bezug auf die Kategorie „Vogel“) eine zentralere Rolle bei der Abgrenzung der Kategorie zuzuweisen, während andere Elemente („Strauß“) eine eher periphere Rolle spielen. So erfüllen beispielsweise Pinguine, Kolibris und Emus das Kriterium „hat Federn“, wodurch sie als Vögel kategorisiert werden können. Da dieser Abstand zum Prototyp variiert, kann man neben einer binären Mitgliedschaft (gehört zur Kategorie oder nicht) also auch eine graduelle Zugehörigkeit zu einer Kategorie beschreiben (Forelle ist ein gutes Beispiel für die Kategorie „Fisch“; Aale sind dahingegen eher „schlechte“ Vertreter).
Ein weiteres Ergebnis war die Erkenntnis, dass hierarchische taxonomische Strukturen (zum Beispiel „Stuhl/Möbel“) nicht willkürlich sind, sondern aus einer untersten Schicht grundlegender Elemente aufgebaut sind. Rosch suchte theoretisch den Begriff der Kategorisierung auf philosophischer Ebene zu klären und postulierte zwei Grundprinzipien: Erstens besteht die Aufgabe von Kategoriensystemen darin, mit minimalem kognitiven Aufwand maximale Information zu liefern; zweitens wird die wahrgenommene Welt als strukturierte Information, nicht willkürlich oder unvorhersehbar wahrgenommen. Davon ausgehend lässt sich festhalten, dass die Aufgabe von Kategorisierungssystemen erfüllt ist (maximale Information wird mit minimalem kognitiven Aufwand gewonnen), wenn mentale Kategorien die Struktur der wahrgenommenen Welt möglichst genau abbilden.[4]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- mit Francisco J. Varela und Evan Thompson: Der mittlere Weg der Erkenntnis: die Beziehung von Ich und Welt in der Kognitionswissenschaft – der Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theorie und menschlicher Erfahrung. Goldmann, München 1995, ISBN 3-442-12514-6. (The Embodied Mind: Cognitive Science and Human Experience, MIT Press, 1991)
- Cognition and Categorization, Lawrence Erlbaum, 1978