Eleonore Pameijer
niederländische Flötistin
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Leben und Wirken
Pameijer studierte am Conservatorium van Amsterdam bei Koos Verheul und absolvierte ihr Solodiplom mit cum laude. Sie setzte ihr Studium in Utrecht bei Abbie de Quant und am Bennington College bei Sue Ann Kahn fort, weiterhin bei Severino Gazzelloni an der Accademia Musicale Chigiana in Siena. Zudem besuchte sie Meisterkurse bei Julius Baker, Samuel Baron und Marcel Moyse. Eine Ausbildung in der historischen Aufführungspraxis erhielt sie bei Jos van Immerseel, Bart Kuyken und Ton Koopman.
Pameijer gab ihr Debütkonzert im Amsterdamer Concertgebouw. Von 1985 bis 2000 gehörte sie als Soloflötistin zum ASKO/Schönberg-Ensemble und führte Werke von Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Luciano Berio, György Ligeti, Brian Ferneyhough, Iannis Xenakis, Elliott Carter, Kaija Saariaho, György Kurtág und Steve Mackey auf.
Weiterhin trat Pameijer als Solistin mit zahlreichen Orchestern und Ensembles unter der Leitung von Dirigenten wie David Porcelijn, Arturo Tamayo, Richard Duffalo, Ton Koopman, Oliver Knussen, Jaap van Zweden, Kenneth Montgomery, Ingo Metzmacher, Peter Eötvös, Philippe Entremont und Alexander Vedernikov auf. Darüber hinaus konzertierte sie als Solistin in zahlreichen Produktionen des Holland Festivals. Komponisten wie Peter Schat, Dušan Bavdek, Joep Straesser, Vanessa Lann, Peter van Onna, Joost Kleppe, Jeff Hamburg und Guus Janssen schrieben Werke für sie. Außerdem tourte sie international und ist in den meisten europäischen Ländern, Israel, Indien, Sri Lanka, Argentinien, Brasilien, Kanada und den USA aufgetreten.
1996 gründete Pameijer, nachdem sie die Flötensonate von Leo Smit (1900–1943) wiederentdeckt hatte, gemeinsam mit Frans van Rud die Leo-Smit-Stiftung, die sich der Förderung der Musik von den Nationalsozialisten verfolgter und vergessener Komponisten und ihrer Erinnerung widmet. Als künstlerische Leiterin dieser Stiftung organisierte sie mehr als 200 Konzerte in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich sowie den Vereinigten Staaten und das Festival Forbidden Music Regained, das bisher fünfmal in Amsterdam stattfand.[1][2] Mit Carine Alders gab sie im Jahr 2020 das Buch Verfolgte Komponisten in den Niederlanden heraus, das 2024 auch in einer englischen Ausgabe erschien.[3]
Pameijer hat an zahlreichen Radio- und Fernsehproduktionen mitgewirkt sowie Tonträger für die Label Et’cetera, Future Classics, Attacca, Composers’ Voice, Philips, NM Classics, Olympia und Channel Classics aufgenommen. Auch ist sie auf Tonträgern mit dem Nieuw Sinfonietta Amsterdam, dem Gijsbrecht Van Aemstel Quartet, Soesja Citroen, Freek de Jonge und dem Willem Breuker Kollektief zu hören.
Preise und Auszeichnungen
2012 wurde Pameijer als Ritter des Ordens von Oranien-Nassau ausgezeichnet. 2026 erhielt sie gemeinsam mit der Leo-Smit-Stiftung die KVNM-Medaille der Koninklijk Vereeniging voor Nederlandsche Muziekgeschiedenis.[2]
Diskographische Hinweise
- Eleonore Pameijer, Telemann: Fantasias for Solo Flute (RN Classics 1993)
- Eleonore Pameijer, Marcel Worms: Treasures 1937–1944 (Future Classics 2005)
- Eleonore Pameijer, Marcel Worms: Spanning the Globe (Music from Six Continents) (Future Classics 2005)
- Eleonore Pameijer, Frans van Ruth: Lowlands (Future Classics 2007)
- Eleonore Pameijer, Erika Waardenburg: Reprise (Future Classics 2008)
- Ralph Rousseau & Eleonore Pameijer: Flute and Gamba (STS 2017)
Weblinks
- Webpräsenz
- Eleonore Pameijer bei AllMusic (englisch)
- Eleonore Pameijer bei Discogs