Elisabeth Fulda

deutsch-amerikanische Paläokünstlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elisabeth Rungius Fulda (* 16. August 1879 in Britz bei Berlin als Martha Elisabeth Rungius; † 23. Januar 1968 in New York City, auch Elizabeth R. Fulda, Lise Fulda) war eine deutsch-amerikanische Paläokünstlerin, Tiermalerin und Kinderbuchautorin.

Rekonstruktion von Palaeoscincus (später Edmontonia, 1922)
Herde von Paraceratherium (1923)
Taube (1937)

Werdegang

Fulda wuchs als eines von neun Kindern des Pastors Heinrich Rungius (1833–1922) und seiner Frau Magdalene Fulda auf. Sie lernte das Zeichnen von ihrem Bruder, dem späteren Wildtiermaler Carl Rungius. 1905 folgte sie ihrem bereits zuvor emigrierten Bruder in die Vereinigten Staaten und ließ sich in New York City nieder, wo sie an der Cooper Union 1913 einen Abschluss in Zeichnen erhielt. Anschließend besuchte sie Kurse in Landschaftsmalerei an der Art Students League. Nach ihrer Heirat mit dem Arzt Carl Fulda (1879–1917), mit dem sie eine Tochter namens Irene hatte, gab sie die Malerei vorübergehend auf. Sie ließen sich 1916 scheiden.[1]

Zwischen 1917 und 1926 war Fulda als Künstlerin bzw. Illustratorin und später als Fotografin für die Abteilung für Wirbeltierpaläontologie am American Museum of Natural History unter Henry Fairfield Osborn tätig. Eine Rekonstruktion der in der Mongolei gefundenen Oviraptor-Eier, die Osborn dem Protoceratops zuschrieb, wurde in Roy Chapman AndrewsOn the Trail of Ancient Man (1926) veröffentlicht.[2] Zu ihren weiteren Arbeiten im Museum gehören Zeichnungen einer Szene mit Mammuts, eine Rekonstruktion des Andrewsarchus[3] sowie eine Skulptur von Protoceratops-Jungtieren. Am Museum bereitete sie das 1945 in Auftrag gegebene Wandgemälde History of Life on Earth vor, das jedoch nicht realisiert wurde.[4]

Mit ihrem Bruder Carl malte Fulda 1928 eine Rentiergruppe aus Neufundland für das Brooklyn Museum.[5] 1928 veröffentlichte sie ein Buch mit einem Kindergedicht über den ausgestorbenen Dodo mit Holzschnittillustrationen. Sie malte für den Bronx Zoo und 1937 Dodo-Basreliefs für das Vogelhaus des Nationalzoo.[6]

1960 war Fulda Präsidentin und bis 1967 Vorstandsmitglied der Society of Animal Artists. Fulda war Mitglied der National Association of Women Artists, die nach ihrem Tod einen nach ihr benannten Preis stiftete.[7] Sie hatte Ausstellungen in der Society of American Etchers, der Library of Congress, in Tokio und in der New York Zoological Society. Eine Sammlung von Aquarell- und Graphitzeichnungen befindet sich in der National Gallery of Art,[8] Gemälde besitzt das Leigh Yawkey Woodson Art Museum.[9]

Nach kurzer Krankheit starb Fulda 1968 im New Yorker Doctors Hospital.[10]

Publikationen

Literatur

  • Fulda, Elisabeth, verehel. Rungius. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 2: E–J. E. A. Seemann, Leipzig 1955, S. 177 (Textarchiv – Internet Archive Leseprobe).
  • Caren Fuhrmann: Fulda, Elisabeth (verh. Rungius). In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 46, Saur, München u. a. 2005, ISBN 3-598-22786-8, S. 256.
  • Mai Reitmeyer, Rebecca Morgan, Tom Baione: Beyond Charles Knight: Women paleoartists at the American Museum of Natural History in the early twentieth century. In: The Evolution of Paleontological Art. Geological Society of America, 2022, ISBN 978-0-8137-1218-5, S. 171–180.

Einzelnachweise

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