Elke Wolf
deutsche Textilgestalterin, insbesondere Weberin
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Leben und Werk
Elke Wolf absolvierte nach dem Abschluss der Polytechnischen Oberschule von 1960 bis 1962 an der Helene-Lange-Schule in Halle (Saale) eine Ausbildung zur Kindergärtnerin und arbeitete bis 1976 als solche in Theißen und Plauen. Von 1976 bis 1978 war sie als Lampenschirmnäherin beschäftigt und machte in der Zeit ein Webereipraktikum. Von 1978 bis 1981 studierte sie an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg (FSAK).
Danach arbeitete sie in Plauen freischaffend als Textilgestalterin, speziell als Flachweberin. In der DDR war sie 1982/1983 auf der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden, 1983 in Berlin auf der Ausstellung Textilminiaturen und 1985 auf der Bezirkskunstausstellung Karl-Marx-Stadt vertreten. 1983 beteiligte sie sich in der FSAK an den III. Schneeberger Werkstatt-Tagen für Textilgestaltung in der DDR, einem für die DDR-Textilgestaltung wichtigen Symposium.[1] Von 1991 bis 1993 arbeitete sie als Textil-Restauratorin. Danach war sie wieder in Plauen freischaffend als Textilkünstlerin tätig. Daneben betätigt sie sich autodidaktisch als Malerin und Zeichnerin.
2015 schenkte sie der Stiftung Bauhaus Dessau eine geschlossene Werkgruppe von fünfzehn ihrer großformatigen, zwischen 1981 und 1985 entstandenen Webarbeiten, die in ihrer klaren und einfachen Farb- und Formgebung den Bauhaus-Einfluss erkennen lassen.[2] Ihr übriges umfangreiches Lebenswerk an textilen Arbeiten schenkte sie 2024 dem Plauener Textilmuseum Fabrik der Fäden, das ihr dazu eine Sonderausstellung widmete.[3]
Mitgliedschaften
- bis 1990 Verband Bildender Künstler der DDR
- seit 1991 Chemnitzer Künstlerbund e. V. im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler
Werkbeispiele
Textilkunst
- Abschied von der FSAK (1981, Flachweberei, transparentes Gewebe, Leinen/Baumwolle; auf der IX. Kunstausstellung der DDR)
- Roussillon III (1998, Flachweberei, Gobelintechnik, Leinen/Wolle, 122 × 69 cm)
Zeichenkunst
- Landschaft bei Schlema (1979, Aquarell; Sammlung Erzgebirgische Landschaftskunst)[4]
Publizierter Essay
- Zur Arbeit der Webereiwerkstätten am Bauhaus Weimar und Dessau. In: Bildende Kunst, Berlin, 1983, S. 376–377
Einzelausstellung nach der deutschen Wiedervereinigung
- 2001: Greiz, Galerie im Unteren Schloss (Skizzen – Entwürfe – Gobelins)
Literatur
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1043