Ellen-Key-Schule

Integrierte Sekundarschule im Berliner Ortsteil Friedrichshain From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Ellen-Key-Schule (vormals: 5. Polytechnische Oberschule Oleg Koschewoi) ist eine öffentliche Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe in der Rüdersdorfer Straße 20 im Berliner Ortsteil Friedrichshain.

Schulnummer02K01
Gründung1954
AdresseRüdersdorfer Str. 20–28
10243 Berlin
Schnelle Fakten Schulform, Schulnummer ...
Ellen-Key-Schule
Logo der Ellen-Key-Schule
Schulform Sekundarschule
Schulnummer 02K01
Gründung 1954
Adresse Rüdersdorfer Str. 20–28
10243 Berlin
Ort Berlin-Friedrichshain
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 55″ N, 13° 26′ 16″ O
Träger Land Berlin
Schüler 824 (Schuljahr 2025/26)[1]
Lehrkräfte 84 Lehrer + 3 Lehramtsanwärter (Schuljahr 2025/26)[1]
Leitung Katrin Hannusch-Schmandt[1]
Website ellen-key-schule.de
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Schulgebäude

Geschichte

Die Schule wurde 1954 als 5. Grundschule Friedrichshain eröffnet.[2][3] Am 18. Oktober 1967 wurde sie nach Oleg Koschewoi (1926–1943) benannt,[4] einem jungen sowjetischen Partisanen und Mitglied der sowjetischen Jugendorganisation Komsomol, der mit Freunden gegen die deutsche Wehrmacht in der Stadt Krasnodon kämpfte und mit 16 Jahren hingerichtet wurde. Koschewoi ist die Hauptfigur in Alexander Fadejews Roman Die junge Garde (Молодая гвардия).

1991 wurde die Schule in die 2. Gesamtschule Friedrichshain umgewandelt, 1993 wurde die gymnasiale Oberstufe der 1. Gesamtschule Friedrichshain als Filiale angegliedert. Seit 1995 werden lernbehinderte Schüler integriert. Mit dem Sommer 1997 wurde das Gebäude der Schule für Sprachbehinderte zugeordnet, und die Sekundarstufen I und II können fortan an einem Standort unterrichtet werden.[5]

Am 8. Mai 1998, wurde die Schule nach Ellen Key, einer schwedischen Reformpädagogin und Frauenrechtlerin, umbenannt. Im Jahr 2000 wurden erstmals die Kooperation mit der Wirtschaft sowie die Berufsorientierung im Schulprofil festgeschrieben.[5]

Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Ellen-Key-Schule eine Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe.[5]

Schulprofil

Die je nach Schülerzahl vier- bis sechszügige Schule[5] hat sich ein Zitat von Ellen Key als Motto gesetzt:

„Die Zeit ruft nach Persönlichkeiten, aber sie wird vergebens rufen, bis wir die Kinder als Persönlichkeiten leben und lernen lassen.“[6]

An der Schule sind der Erwerb der Mittleren Reife, der Fachhochschulreife (schulischer Teil) sowie das Abitur nach zwei oder drei Jahren möglich.[7][8]

Die Schule bietet Unterricht in Englisch, Französisch und Spanisch an.[9] Seit dem Schuljahr 2014/2015 wird im 7. Jahrgang je eine Klasse mit bilingualem Unterricht in Englisch eingerichtet.

Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 824 Schüler. Von ihnen haben 31,6 Prozent eine nichtdeutsche Herkunftssprache.[1]

Kooperationen

Seit 2003 findet das Forstcamp Bogensee in Zusammenarbeit mit dem Projekt Arbeiten und Lernen des Pestalozzi-Fröbel-Hauses statt. Gemeinsam mit der Waldschule Bogensee und dem Forstamt Pankow arbeiten und wohnen die Schüler für jeweils eine Woche in der Revierförsterei Arendsee. Seit 2009 wird das Konzept des Dualen Lernens durch die Humboldt-Universität begleitet, seit 2010 stehen Unterkünfte zur ganzjährigen Durchführung zur Verfügung.[10][11]

Seit 2003 ist die Berliner Energieagentur Partner der Schule in Berufsorientierung und Berufsvorbereitung.[12]

Die Ellen-Key-Schule wirkt mit im Campus Eastside, einem Netzwerk aus Kita, Schule, freien und kommunalen Trägern und Unternehmen.[13]

Gebäude

Der Schulkomplex wurde von 1953 bis 1954 errichtet und von dem Architekten Anton Gerber im Stil der Architektur der nationalen Tradition gestaltet. Gerber wurde von Hermann Henselmann aus West-Berlin angeworben, obwohl er als Architekt an Hermann Görings Carinhall mitgewirkt hatte. Da in der DDR ein Mangel an Architekten und Ingenieuren bestand, erhielten auch Architekten Aufträge, die an Bauwerken aus der Zeit des Nationalsozialismus mitgewirkt hatten.

Das Gebäude besteht aus einer neoklassizistischen Dreiflügelanlage mit einem Vorplatz. Der Mittelteil des Gebäudes ist viergeschossig und durch offene Säulenhallen mit den zweigeschossigen Flügeln verbunden. Der Eingang ist repräsentativ mit einem Portalbalkon gestaltet, der auf Säulen und Pfeilern ruht. Der Komplex stellt ein herausragendes Beispiel der Baukultur in der Frühzeit der DDR dar und steht heute unter Denkmalschutz.[8] 1998 bekam die Schule eine vier Meter hohe Skulpturenwand.[14]

Die Schule ist heute mit modernen naturwissenschaftlichen Fachräumen und Computerräumen ausgestattet.[8]

Literatur

  • Jörg Kirchner: Architektur nationaler Tradition in der frühen DDR (1950–1955). Zwischen ideologischen Vorgaben und künstlerischer Eigenständigkeit. Hamburg 2010, DNB 1007209062.
  • Stalin-Allee. Die deutschen Wühler. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1952 (online).
  • Günter Dallmer: Sachlich, kritisch, konstruktiv. Der Pädagogische Rat an der Oleg-Koschewoi-Oberschule Berlin-Friedrichsheim. In: Deutsche Lehrerzeitung, 1978, Heft 34, S. 3.

Einzelnachweise

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