Ellen Kositza
deutsche Journalistin und Publizistin der Neuen Rechten
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Ellen Kositza (verh. Ellen Kubitschek, vormals verh. Ellen Schenke;[1] * 1. Dezember 1973 in Offenbach am Main) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin der Neuen Rechten.[2][3][4][5][6][7]
Leben
Ellen Kositza stammt aus dem hessischen Offenbach am Main.[8] Mit ihrem Ehemann Götz Kubitschek, einem maßgeblichen Akteur der Neuen Rechten,[1] hat sie fünf Kinder. Zwei Kinder wurden während ihres Studiums in ihrer ersten Ehe geboren.[2] Kositza lebt mit ihrer Familie auf einem ehemaligen Rittergut im sachsen-anhaltischen Schnellroda.[1]
Sie studierte in den 1990er-Jahren Lehramt.[9] Noch während ihres Studiums 1993 wurde sie Stammautorin[8] der Zeitung Junge Freiheit. Dort war sie u. a. für den Bereich Dark Wave zuständig.[10] Außerdem setzte sie sich in der JF für die „Rehabilitation eines traditionellen Frauenbildes“ (Helmut Kellershohn) ein.[11] Kositza wurde nach Kellershohn zu einer Hauptartiklerin der Wochenzeitung.[12]
Kositza wird der Neuen Rechten zugerechnet;[13] sie ist dem Fachjournalisten Andreas Speit zufolge „die einzige Frau mit Gewicht innerhalb der Neuen Rechten“.[14] Sie veröffentlichte u. a. in den Zeitschriften Criticón, wir selbst[15] und eigentümlich frei.[16] Wie auch andere JF-Autoren nahm sie an Veranstaltungen der neurechten Denkfabrik Institut für Staatspolitik (IfS) teil;[17] so war sie 2000 Referentin bei einer Sommerakademie.[8] Sie ersetzte dann den Philosophen Erik Lehnert, der als Geschäftsführer an das IfS wechselte, als Autorin bei der durch ihren Mann zu verantwortenden Zeitschrift Sezession.[18] Im Jahre 2010 nahm sie mit anderen Neurechten an einem laut dem Publizisten Volker Weiß „von Neonazis dominierten ‚Gedenkmarsch‘ für die Bombenopfer von Dresden“ teil.[19] Anfang 2015 gehörte sie in Rom zu den Teilnehmern eines Kongresses der rechtspopulistisch-fremdenfeindlichen Partei Lega Nord, bei dem ihr Mann Götz Kubitschek einen Vortrag hielt.[20]
Im Editorial von Christ und Welt bezeichnete die Politikwissenschaftlerin und Publizistin Christiane Florin das Schrifttum der Familie Kubitschek-Kositza als rechtsradikal.[21] 2000 brachte Kositza gemeinsam mit ihrem Mann anlässlich des 80. Geburtstages Armin Mohlers bei der Edition Antaios eine Festschrift heraus.[8] Wissenschaftlichen Publikationen zufolge vertritt sie antifeministische und antiemanzipatorische Positionen.[22] In einem Sammelbandbeitrag von 1995 plädierte sie für die Todesstrafe für Kinderschänder, Vergewaltiger und Dealer.[8] Laut den Publizisten Stephan Braun, Alexander Geisler und Martin Gerster gibt es bei Kositzas Aussagen zur Migration eine Anschlussfähigkeit an das „rechtsextremistische Parteienspektrum“.[8] Am 23. Oktober 2024 war Kositza Livestream-Gast beim damaligen Bundesvorsitzenden der rechtsextremen Partei Die Heimat Frank Franz.[23]
Auszeichnungen
- 2008: Gerhard-Löwenthal-Preis, ein Journalistenpreis der Jungen Freiheit und der Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung[24]
Schriften (Auswahl)
Monografien
- Gender ohne Ende oder was vom Manne übrigblieb (= Kaplaken. 7). Edition Antaios, Schnellroda 2008, ISBN 978-3-935063-77-7.
- Die Einzelfalle. Warum der Feminismus ständig die Straßenseite wechselt. Verlag Antaios, Schnellroda 2016, ISBN 978-3-944422-17-6.
- Das war’s – Diesmal mit Kindern, Küche, Kritik. Verlag Antaios, Schnellroda 2017, ISBN 978-3-944422-18-3.
- mit Caroline Sommerfeld: Vorlesen. Verlag Antaios, Schnellroda 2019, ISBN 978-3-944422-76-3.
- Geschlecht und Politik (= Kaplaken. 94). Edition Antaios, Schnellroda 2025, ISBN 978-3-949041-94-5.
Herausgeberschaften
- mit Karlheinz Weißmann, Götz Kubitschek (Hrsg./Bearb.): Lauter Dritte Wege. Armin Mohler zum Achtzigsten. Edition Antaios, Bad Vilbel 2000, ISBN 3-935063-00-8.
- mit Götz Kubitschek (Hrsg.): Tristesse Droite. Die Abende von Schnellroda. Verlag Antaios, Schnellroda 2015, ISBN 978-3-944422-21-3.
- mit Götz Kubitschek (Hrsg.): Das Buch im Haus nebenan. Verlag Antaios, Steigra 2020, ISBN 978-3-944422-10-7.
Beiträge in Sammelbänden
- Grenzgänge. In: Roland Bubik (Hrsg.): Wir ’89er. Wer wir sind – was wir wollen. Ullstein, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-548-36643-0, S. 87–105.