Elly Frank

deutsche Zeichnerin, Porträtmalerin und Illustratorin, Opfer des Nationalsozialismus aus Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elly Frank (* 11. Dezember 1877 in Stolp; † 30. November 1941 in Riga, Lettland) war eine jüdische Kunstgewerbliche Zeichnerin, Porträtmalerin und Illustratorin.

Stolperstein für Elly Frank, Klopstockstraße, Berlin

Werdegang

Elly Frank wurde 1877 in Stolp geboren, das nach den preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress ab 1816 zum gleichnamigen Kreis im Regierungsbezirk Köslin in der preußischen Provinz Pommern gehörte. Ihre künstlerische Ausbildung absolvierte sie an der Mal- und Zeichenschule des Vereins Berliner Künstlerinnen. Sie war Mitglied des Wirtschaftsverbands Bildender Künstler und wohnte zuletzt in der Klopstockstraße im Berliner Hansaviertel.[1]

Elly Frank illustrierte Kinderbücher, wie „Was Peterle werden möchte“ 1920 oder „Liebe Freunde aus der Tierwelt“ 1930. Zudem arbeitete sie als Porträtmalerin. Ab 1905 veröffentlichte sie Postkarten in verschiedenen Verlagen. Als Motive wählte sie häufig liebliche Szenen mit blonden spielenden Jungen und Mädchen. Verniedlichte Darstellungen von Kindern bei Kriegsspielen finden sich auf Postkarten mit Propaganda für den Ersten Weltkrieg,[1][2] in denen sich ihr Selbstverständnis als loyale Deutsche spiegelte. Verschiedene dieser Postkarten wurden durch die in jüdischem Besitz befindlichen Verlage Arthur Rehn & Co. und Wilhelm S. Schröder veröffentlicht.[3]

Deportation und Tod

Gedenkstätte Rumbula

Am 27. November 1941 wurde Elly Frank im Rahmen der Deportation von Juden aus Deutschland als eine von 1053 Personen mit dem Ersten Deportationszug nach Riga deportiert. Am 30. November erreichte der Zug am frühen Morgen den Bahnhof Šķirotava bei Riga. Da im überfüllten Ghetto Riga kein Platz war, wurden Elly Frank und alle Mitgefangenen beim Massaker von Rumbula im Wald erschossen[1][3] und in den vorbereiteten Gruben verscharrt. Zweieinhalb Jahre nach den Massenmorden wurden auf Befehl des Sonderkommandos unter SS-Hauptsturmführer Walter Helfsgott im Zuge der Sonderaktion 1005 zur Verwischung der Verbrechen von Ende April bis Anfang Juni 1944 die Leichen der Ermordeten durch jüdische Zwangsarbeiter ausgegraben und verbrannt.

Erinnern und Gedenken

Am 9. Februar 2016 wurde für Elly Frank an ihrem letzten Wohnort in der Klopstockstraße[4] in Berlin ein Stolperstein verlegt.[5] Im November 2002 wurde in Rumbula eine Holocaustgedenkstätte fertiggestellt.

Im Jahr 2025 zeigte das Jüdische Museum Berlin die Ausstellung Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne, in der auch Elly Frank vertreten war.[6]

Commons: Elly Frank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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