Elsa Plessner

österreichische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elsa Plessner, geb. Elisabet Plessner,[1] verh. Ginsberg (22. August 1875 in Wien7. Mai 1932 in Alicante[2]) war eine österreichische Schriftstellerin mit jüdischen Wurzeln.

Elsa Plessner

Leben

Sie kam 1875 (und nicht wie häufig falsch behauptet, 1877) als Elisabet Plessner, Tochter des Journalisten und Holzhändlers Louis Plessner († 18. September 1895, im Alter von 48 Jahren[3]) und der nachmaligen Sängerin und Schauspielerin Clementine Plessner, geb. Folkmann in Wien auf die Welt.[4] Am 21. April 1903 heiratete sie im Wiener Stadttempel den Kaufmann Wilhelm Ginsberg[5] (geboren Berlin, 6. Juni 1880, gestorben 13. Juni 1960 in Gent[6]).[7] Am 6. März 1904 kam der gemeinsame Sohn Ludwig Julius auf die Welt.[8] Am 29. März 1908 brachte sie ein totgeborenes Kind auf die Welt.[9] Am 20. November 1908 promovierte ihr Mann im Fach Medizin. Sie lebten zeitweise in Halle (Saale).[10] 1915 kam es zur Scheidung, danach lebte sie einige Zeit in München.[11] Über den weiteren Lebensweg von Elsa Ginsberg ist nichts bekannt. Sie starb am 7. Mai 1932 in der Carrer Gravina 15 in Alicante und wurde bereits am nächsten Tag im örtlichen Friedhof bestattet.[2] Ihr früherer Ehemann Wilhelm heiratete Marcelle Louise Camille Vyt (13. August 1889, Gent – 20. November 1969 Gent)[12] und bekam mit ihr zwei Kinder, Rudolf (22. November 1923 – 16. November 2011)[13] und Franz Ginsberg.

Künstlerisches Schaffen

Titelblatt von Der gläserne Käfig, 1901

In den Anfängen u. a. von Arthur Schnitzler und Hermann Bahr[14] gefördert, erschienen die ersten Texte ab 1896 in verschiedenen Zeitschriften, darunter Die Zeit, Das Magazin für Litteratur und der Gesellschaft. Im Text Der gläserne Käfig ist ein Mädchen in einem Garten eingesperrt und beobachtet die Straße des Lebens. Es gelingt ihr nicht, die herrschenden Zwänge, die für Frauen die beobachtende Rolle vorsehen zu durchbrechen. Auch ein Mann, der sich in sie verliebt, will sie nur mit sauberem Kleid wissen, so dass sie für immer in dem Käfig bleibt, den sie eigentlich zerbrechen könnte. Damit wird auch ihre feministische Perspektive deutlich, die schon Momente von Die Wand von Marlen Haushofer vorwegnimmt. Neben der Novellensammlung Der gläserne Käfig, die die frühen Arbeiten versammelt, erschienen zwei Theaterstücke. Offensichtlich war sie noch später literarisch tätig, denn am 16. Januar 1916 notiert sich Schnitzler im Tagebuch: „Las Nm. ein schlechtes Buch von Fr. Plessner, Mscrpt. aus München geschickt, mit eingebildetem Brief.–“[15]

In dem Film Dürfen wir schweigen? von Richard Oswald, 1926, ist in der Schauspielerliste eine Else Plessner geführt. Ob es sich um dieselbe Person oder um eine zufällige Namensgleichheit handelt, ist nicht geklärt.

Werke

Die Ehrlosen, erschienen November 1900, vordatiert auf 1901
  • Schatten. Ein Tagebuchblatt. In: Liebelei. Eine Wiener Zeitschrift. Nr. 7 (1. März 1896), S. 143–144.
  • Der gläserne Käfig. Skizzen und Novellen. Wien und Leipzig: Leopold Weiß 1901. (2. Auflage im selben Jahr)
    • Der gläserne Käfig
      • Erstdruck: Der gläserne Käfig. In: Die Zeit, Bd. 12, Nr. 149, 7. August 1897.
    • Der neue Lehrer
      • Erstdruck: Der neue Lehrer. Novelle. In: Das Magazin für Litteratur. 69. Jahrgang, Nr. 10 (10. März 1900), Sp. 251–256, Nr. 11 (17. März 1900), Sp. 276–282.
    • Warten
      • Erstdruck: Warten. Novelle In: Das Magazin für Litteratur, Jg. 66, Nr. 29, 24. Juli 1897.
    • Warum
      • Erstdruck: Warum. In: Das Magazin für Litteratur, Jg. 67, Nr. 39, 30. September 1898, Sp. 926–928.
    • Der Begräbnistag
      • Erstdruck: Der Begräbnißtag. In: Neues Wiener Journal, Nr. 951, 17. Juni 1896, S. 1–2.
    • Im Widerschein
      • Erstdruck: Im Widerschein. In: Neues Wiener Journal, Nr. 1028, 4. September 1896, S. 1.
    • Meine Freundin Clotilde
    • Ein Brief
      • Erstdruck: Ein Brief. In: Neues Wiener Journal, Nr. 1206, 2. März 1897, S. 1–2.
    • Der Selbstmörder
      • Erstdruck: Die Leiter der Seele. In: Simplicissimus, Jg. 1, Nr. 1, 6. Juni 1896, S. 6
    • Baby
      • Erstdruck: Baby. In: Die Gesellschaft. Herausgegeben von M. G. Conrad und Hans Merian. Leipzig: Hermann Haacke. 13 (1897), Viertes Quartal, Heft 10, S. 79–83.
    • Reminiscenz
      • Erstdruck: Reminiscenz. In: Neues Wiener Journal, Nr. 1316, 23. Juni 1897, S. 1–2.
    • Der Herr Cassenchef
    • Am Wege
      • Erstdruck: Am Wege. In: Neues Wiener Journal, Nr. 1056, 2. Oktober 1896, S. 1–2.
    • Im Feuer geprüft
      • Im Feuer geprüft. In: Neues Wiener Journal, Nr. 1008, 14. August 1896, S. 1–2
  • Die Ehrlosen. Schauspiel in 3 Acten. Wien und Leipzig: Leopold Weiss 1901
  • Das erste Kapitel. Schauspiel in 3 Akten. Berlin-Friedenau 1910

Briefausgaben

Sekundärliteratur

  • Plessner, Fräul. Elsa. In: Literarisches Jahrbuch. I. Jahrgang 1902. Köln am Rhein 1903, p. 264
  • Ginsberg, Frau Elsa, geb. Plessner. In: Kürschners deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1915. Herausgegeben von Heinrich Klenz. Berlin: G. J. Göschen 1915, Sp. 538
Commons: Elsa Plessner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Elsa Pleßner – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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