Eltendorf

Gemeinde im Bezirk Jennersdorf, Burgenland From Wikipedia, the free encyclopedia

Eltendorf (ungarisch Ókörtvélyes, Körtvélyes)[1] ist eine österreichische Gemeinde mit 900 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Jennersdorf, Gerichtsbezirk Güssing im Burgenland.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Eltendorf
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Eltendorf
Eltendorf (Österreich)
Eltendorf (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Burgenland Burgenland
Politischer Bezirk: Jennersdorf
Kfz-Kennzeichen: JE
Fläche: 20,58 km²
Koordinaten: 47° 1′ N, 16° 12′ O
Höhe: 246 m ü. A.
Einwohner: 900 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 44 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7562
Vorwahl: 03325
Gemeindekennziffer: 1 05 02
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Kirchenstraße 2
7562 Eltendorf
Website: www.eltendorf.at
Politik
Bürgermeister: Christian Schaberl (FBL)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
5
5
3
2
5 5 3 2 
Insgesamt 15 Sitze
Lage von Eltendorf im Bezirk Jennersdorf
Lage der Gemeinde Eltendorf im Bezirk Jennersdorf (anklickbare Karte)KönigsdorfMühlgrabenRudersdorfWeichselbaum
Lage der Gemeinde Eltendorf im Bezirk Jennersdorf (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Eltendorf von Süden aus gesehen
Eltendorf von Süden aus gesehen
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt im südlichen Burgenland im Tal der Lafnitz. Das breite Tal liegt in einer Meereshöhe von 230 Meter. Nach Nordosten steigt das Gemeindegebiet zu bewaldeten Höhen an. Die höchsten Erhebungen sind Hochkogel (345 m) und Fidischberg (361 m).

Eltendorf hat eine Fläche von 20,58 Quadratkilometer. Davon sind 55 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 32 Prozent sind bewaldet.[2]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften und gleichnamigen Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[3]):

  • Eltendorf (549) samt Hochkogel und Käferberg
  • Zahling (351) samt Bobisberg, Käferberg, Meisterberg, Oberharberg, Unterharberg und Windenegg

Nachbargemeinden

Kukmirn, (Bezirk Güssing) Gerersdorf-Sulz, (Bezirk Güssing) Neustift bei Güssing, (Bezirk Güssing)
Königsdorf Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Heiligenkreuz im Lafnitztal
Weichselbaum

Geschichte

Keramik, Steinartefakte aus Quarz, Klopf-, Reib-, Mahlsteine, ein kleiner Spinnwirtel und Tonperlen aus der Bronzezeit weisen auf eine frühe Besiedlung hin. Auch für die Zeit der römischen Besatzung in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten konnte eine Besiedlung nachgewiesen werden. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1428. In einer Schenkungsurkunde von König Sigismund an seinen Feldherren Ladislaus von Saro wird Elekfalva (Alexiusdorf) genannt.[4]

Schon 1346 wird Zahling erstmals urkundlich erwähnt.[5]

Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Ókörtvélyes verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 wurde das Geschäft der jüdischen Geschäftsfrau Johanna Rosenberger und ihrer Söhne Adolf und Ernst geschlossen und beschlagnahmt, die jüdischen Besitzer im Mai 1938 in das Sammellager Minihof-Liebau deportiert und von dort im Juni 1938 über die Grenze nach Jugoslawien vertrieben. Im Juli 1938 erwarb ein arbeitsloser Schneider und SA-Obergruppenführer aus dem Ort das Geschäft.[6]

Bevölkerungsentwicklung

Eltendorf: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.884
1880
 
1.885
1890
 
1.935
1900
 
1.678
1910
 
1.652
1923
 
1.465
1934
 
1.486
1939
 
1.448
1951
 
1.267
1961
 
1.217
1971
 
1.122
1981
 
1.029
1991
 
977
2001
 
1.017
2011
 
967
2021
 
911
2025
 
900
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Evangelische Pfarrkirche Eltendorf
Der Innenraum der Kirche
Kirche Zahling
  • Evangelische Pfarrkirche Eltendorf: 1791 erbaute einschiffige Saalkirche, der südliche Fassadenturm ist mit einem Spitzhelm versehen.
  • Katholische Filialkirche hl. Laurentius: Kleine, ursprünglich romanische, einschiffige Kirche mit eingezogener niedriger Halbkreisapsis. Während der letzten Renovierung wurden von Restauratoren des Bundesdenkmalamtes in der Apsis sensationell romanische Fresken freigelegt. Die Kirche befindet sich in Zahling.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Weitere Informationen Ergebnis vom, 2. Oktober 2022 ...
Gemeinderatswahlen in Eltendorf[7][8][9]
Ergebnis vom 2. Oktober 2022[10] 1. Oktober 2017 7. Oktober 2012 7. Oktober 2007 21. Oktober 2002 5. Oktober 1997
Wahlberechtigt 949 946 945 942 929 889
Stim-
men
% Man-
date
Stim-
men
%Man-
date
Stim-
men
%Man-
date
Stim-
men
%Man-
date
Stim-
men
%Man-
date
Stim-
men
%Man-
date
Abgegeben 774 81,45 79386,67 81986,67 78683,44 80586,65 78488,19
Ungültig 36 4,66 627,82 435,25 536,74 688,45 688,67
Gültig 737 95,34 15 73192,1815 77694,7515 73393,2615 73791,5515 71691,3315
Davon entfielen auf
FBL 255 34,60 5 15120,663 19825,524 14619,923 n.k. n.k.
ÖVP 231 31,34 5 32344,197 29437,896 32544,347 33144,917 29441,066
SPÖ 159 21,57 3 19832,474 25232,475 26235,745 33044,787 27538,416
FPÖ 92 12,48 2 598,071 324,120 n.k. 7610,311 14720,533
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Bürgermeister

Bei der Wahl 2022 wurde Christian Schaberl in der Stichwahl mit 59,6 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Eltendorf gewählt.[11]

  • 1967–1971 Alexander Gaal[12]
  • 1971–1982 Rudolf Flamisch
  • 1982–1991 Julius Peischl
  • 1992–2002 Rudolf Mirth
  • 2002–2012 Alexander Wiesner
  • 2012–2022 Josef Pfeiffer[13]
  • seit 2022 Christian Schaberl

Wappen

Der Gemeinde wurde 2009 folgendes Wappen verliehen: In Gold über einem grünen, mit einem blauen Wellenbalken belegten Berg, eine ein zu zwei zu drei gestellte Weintraube; die mittlere Beere der Weintraube ist belegt mit einer goldenen, grünblättrigen heraldischen Rose mit blauem Herz, umgeben von einem schwarzen Ring, oben besteckt mit einem schwarzen Kreuz.[14]

Gemeindepartnerschaften

Persönlichkeiten

Literatur

  • Gerhard Koller: 200 Jahre Evangelische Pfarrgemeinde A.B. Eltendorf 1783–1983. Ein Versuch die Geschichte der Evangelischen dieses Raumes in Grundzügen darzustellen und verständlich zu machen. Doncses, Pinkafeld 1983.
  • Johannes Pötschner: Zahling im Südburgenland: Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Ethnos. Diplomarbeit, Universität Wien 1990.
Commons: Eltendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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