Emerentiana

frühchristliche Märtyrerin aus Rom, Heilige der katholischen Kirche From Wikipedia, the free encyclopedia

Die heilige Emerentiana (auch Emerentia) war eine römische Märtyrerin des frühen Christentums, die in der Mitte des 3. oder zu Beginn des 4. Jahrhunderts lebte.[1] Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde sie im Deutschen auch als Emerenz bezeichnet.

Darstellung der Emerentiana auf dem Royal Gold Cup (Saint Agnes Cup)

Leben

Nach der Legende der heiligen Agnes von Rom war Emerentiana eine Sklavin, ihre Mutter war Agnes’ Amme und Kinderfrau. Agnes war eine reiche römische Erbin, die den Märtyrertod starb, weil sie dem Christentum nicht abschwören wollte.

Einige Tage nach Agnes’ Tod ging Emerentiana als etwa 13-jährige Katechumene (d. h. in Vorbereitung auf die Taufe) zu ihrem Grab, um zu beten, und wurde dabei von einer Menschenmenge angegriffen und gesteinigt.

Statue der Emerentiana in der Kirche von Villedieu-les-Poêles (Normandie)

Verehrung

Emerentianas (nichtgebotener) Gedenktag ist der 23. Januar. Sie wird als junges Mädchen dargestellt, das entweder Steine in ihrem Schoß und Lilien in der Hand hat oder von der Menge gesteinigt wird. Ihr Grab befindet sich in der Kirche von Sant’Agnese fuori le mura in Rom. Ein ihr gewidmeter Altar mit einem Marmorrelief von Ercole Ferrata, das ihr Martyrium darstellt, steht in der Kirche von Sant’Agnese in Agone.

Die Märtyrerin Emerentiana ist Schutzheilige des italienischen Benediktinerstiftes Marienberg: Durch Vermittlung des Superiors der Kapuzinermission in Oberrätien, Pater Ignatius von Bergamo, kam die Abtei in den Besitz von Reliquien der heiligen Emerentiana, die seit dem Jahre 1630 als zweite Patronin (Copatronin) der Stiftskirche verehrt wird. Ausgestellt wird die Schädelkalotte (lat. Caput, Abk. Cap.) der Heiligen im Oratorium des Klausurtrakts von Kloster Marienberg. Es ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Reliquie der heiligen Emerentiana: V. et M. = virginis et martyris (Jungfrau und Blutzeugin)

Verehrt wird die heilige Emerentiana auch in Haiti. Ihr ist die Pfarrkirche Sainte-Eméricienne in Lavaud im Bistum Port-de-Paix geweiht.

Literatur

  • Johann Peter Kirsch: „St. Emerentiana“. In The Catholic Encyclopedia, Band 5, Robert Appleton Company, New York 1909.
  • David Farmer: The Oxford Dictionary of Saints, New York und Oxford 1996, S. 157.
Commons: Saint Emerentiana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

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