Emil Bott

deutschamerikanischer Landschafts- und Porträtmaler der Düsseldorfer Schule From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Guarding the Road to Windschester, Tuschezeichnung, 1862
Defeat of the Cold-Water-Men by the Bock, Illustration (Lithografie), 1873

Aus Frankfurt am Main kommend besuchte Bott in den Jahren 1847 und 1848 die Kunstakademie Düsseldorf. Dort war er Schüler der Landschafterklasse von Johann Wilhelm Schirmer.[2][3][4] 1848 emigrierte er mit seinem Vater Adolph Bott in die Vereinigten Staaten, wo sie sich in Phillipsburg niederließen und der von Johann Georg Rapp inspirierten radikalpietistischen Harmony Society angehörten. Es wird angenommen, dass er nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten als Kunstlehrer einer Privatschule in Brighton Township, Beaver County, arbeitete. 1850 heiratete er Emma Böcking (1827–1899),[5] die Tochter des Landschaftsmalers Adolph Böcking (1782–1861,[6] Bruder des Heinrich Böcking und Enkel des Tuchfabrikanten Bernhard Georg von Scheibler),[7] der von 1832 bis 1834 ebenfalls bei Schirmer in Düsseldorf studiert hatte.[8] Das Paar, das mehrere Kinder hatte, lebte zunächst in Phillipsburg (heute Monaca). 1850 und 1851 erschienen Lithografien von Botts Ansichten der Industriestadt Pittsburgh.[9][10] 1850 erwarb die Western Art-Union einige seiner Bilder. Von 1852 bis 1859 malte er in Cincinnati.[11] 1854 datiert sein Landschaftsbild Beaver Falls. 1859 nahm er an der ersten Kunstausstellung der Pittsburgh Art Association teil. In den 1860er Jahren, in denen Bott in Pittsburgh lebte und dort ein Atelier hatte, galt er als ein angesehener und bekannter Maler der dortigen Kunstszene. 1862/1863 diente er im 1. Freiwilligen-Regiment der West Virginia Light Artillery. Szenen des militärischen Lebens dieser Zeit hielt er in zahlreichen Skizzen fest.[12] In Pittsburgh und Cincinnati profilierte er sich als „Porträtmaler“ von Dampfbooten und Schleppern. Ein Beispiel für diese Marinemalerei ist das 1881 entstandene Bild The Idlewild. Auch betätigte er sich als Dekorationsmaler, indem er Schiffskabinen ausgestaltete.[13] Außerdem gilt er als Industriemaler.[14] Etwa zwischen 1880 und 1899 lebte Bott in Canton (Ohio), wo er als Künstler, auch als Porträtmaler, für die Diebold Safe Works Company arbeitete. 1908 starb er – vergreist und debil – in einem Armenhaus. Einige Werke Botts können heute besichtigt werden in der Merrick Art Gallery in New Brighton/Pennsylvania.[15]

Literatur

  • Paul A. Chew (Hrsg.): Southwestern Pennsylvania Painters, 1800–1945. Westmoreland County Museum of Art, Greensburg/Pennsylvania 1981, S. 22.
  • Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays. Band 2, Gründ, Paris 1999.
  • Bott, Emil. In: Mary Sayre Haverstock, Jeannette Mahoney Vance, Brian L. Meggitt (Hrsg.): Artists in Ohio, 1787–1900. A Biographical Dictionary. The Kent State University Press, Kent/Ohio 2000, ISBN 0-87338-616-7, S. 103.
  • Linda Cunningham Fluharty: Emil Bott. Civil War Soldier and Artist. Fish Creek Press, 2001.
  • Doerte Achilles: Bott, Emil. In: American National Biography III, 2008, S. 334.

Einzelnachweise

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