Emil Garvens
deutscher Unternehmensgründer, Ingenieur, Pumpen-Fabrikant und Verbandsfunktionär
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Emil Karl Heinrich Garvens (* 7. März 1853 in Hannover; † 27. Mai 1921 ebenda)[1] war ein deutscher Ingenieur, Maschinenbau-Unternehmer und Verbandsfunktionär.[2][3]
Leben
Emil Garvens war eines von sieben Kindern des Kaufmanns Heinrich Theodor Garvens, Mitglied der bis ins 17. Jahrhundert in Aerzen nachweisbaren Familie Garvens, und dessen Ehefrau Louise Johanna Katharine Friederike geb. Sohns.[1]
Der Ingenieur[4] gründete 1869 in Wülfel bei Hannover gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm Garvens die Commandit-Gesellschaft für Pumpen- und Maschinenfabrikation W. Garvens. Beide zusammen führten dieses Familienunternehmen, das bald international agierte, 1923 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde (unter der Firma Garvenswerke AG für Pumpen- und Maschinenfabrikation W. Garvens[5]) und im 21. Jahrhundert als Garvens-Waagen-Fabrik in der Rechtsform einer GmbH fortgeführt wird.[2]
Bereits 1902 wirkte Emil Garvens mit der Büro-Adresse Fundstraße 1 in Hannover[6] auch als Vorsitzender der Nordwestlichen Eisen- und Stahl-Berufsgenossenschaft.[7]
Emil Garvens erhielt durch das Kaiserliche Aufsichtsamt für Privatversicherung am 19. März 1904 die Genehmigung zur Gründung des Haftpflichtverbands der deutschen Eisen- und Stahl-Industrie in Form eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit, des späteren HDI Haftpflichtverbands der Deutschen Industrie.[8]
Ebenfalls nach der Jahrhundertwende übernahm Emil Garvens die Aufgaben des Vorsitzenden des Hannoveraner Bezirksverbandes der Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller (GDM), wurde schon 1911 Vorsitzender des Vereins deutscher Arbeitgeberverbände (VdA) auf Bezirksverbands-Ebene und 1913 Vorsitzender der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (VggdA).[3]
1914 trat Garvens in den Aufsichtsrat der als GmbH geführten Gießerei Sächsische Metall-Brikett-Werke in Chemnitz ein, die etwa zeitgleich in Berlin und Hannover neue Zweigwerke einrichtete.[9]
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Garvens um 1919 beigeordnetes Mitglied der Reichsanstalt für Maß und Gewicht (RMG), starb aber bereits zwei Jahre später am 27. Mai 1921.[4] Er wurde auf dem Stadtfriedhof Engesohde bestattet, wo sein schlichter Grabstein noch heute zu finden ist.[10]
Produkte
Im Berliner Ortsteil Grunewald stehen zwei Straßenbrunnen zur Versorgung mit Grundwasser im Handbetrieb. Diese sind am Fuß mit dem Schriftzug „Garvens“ markiert. Diese Brunnen dienen der Notwasserversorgung der näheren Wohngegend, einerseits um die Humboldt-, andererseits um die Herthastraße.
Literatur
- Achim Knips: Deutsche Arbeitgeberverbände der Eisen- und Metallindustrie 1888–1914. (= Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beiheft Nr. 124.) (Dissertation, Philipps-Universität Marburg, 1994) Steiner Verlag Stuttgart 1994, ISBN 3-515-06748-5, passim. (Vorschau über Google-Bücher)
Weblinks
- Emil Karl Heinrich Garvens in der genealogischen Datenbank des Vereins für Computergenealogie