Emil Rösler

deutscher Architekt From Wikipedia, the free encyclopedia

Emil Rösler (* 31. Dezember 1874 in Wolfsberg, heute Vlčí Hora, Tschechische Republik; † 8. Dezember 1954 in Plauen im Vogtland, DDR) war ein deutscher Architekt.[1]

Das von Emil Rösler entworfene ehemalige Warenhaus Julius Tietz in Plauen dient seit Dezember 2016 als Landratsamt des Vogtlandkreises.

Leben und Werk

Emil Rösler stammte aus dem Dorf Wolfsberg (Vlčí Hora), heute Teil von Krásná Lípa. In seiner Jugend büßte er durch einen Unfall ein Auge ein. Rösler besuchte das Gymnasium in Sorau, kurzzeitig auch die Glasfachschule in Haida. In Bunzlau folgte eine Lehre als Maurer. Ab 1892 lebte und arbeitete er vorwiegend in Dresden, von 1894 bis 1895 in Rumburg als Bauzeichner bei einem Architekten, ab 1895 wieder in Dresden, u. a. bei dem Architekten Kurt Diestel. 1902 übersiedelte er nach Plauen, wo er 1904 sein eigenes Architekturbüro gründete. 1907 war er Mitbegründer des Vogtländischen Künstler- und Schriftstellervereins.

Der Schwerpunkt von Röslers Schaffen fällt in die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Geschätzt entwarf er etwa 150 bis 200 Gebäude, darunter Kaufhäuser, Hotels, Banken, Schulen, Villen, Cafés, Restaurants, Kinos, Fabriken und Wohnhäuser. Er wirkte vor allem in Plauen und Umgebung. Zu den in Plauen entworfenen Gebäuden zählt der von 1912 bis 1914 ausgeführte Neubau des Warenhauses Julius Tietz[2][3], das nach teilweiser Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, Wiederaufbau und Umnutzung heute das dortige Landratsamt beherbergt. Eine größere Zahl von Gebäuden wurde auch in der Region Asch (heute ) errichtet, so das dort 1931 fertiggestellte Feuerwehrhaus.[4] Durch Einsatz von Stahlbeton oder Aufzügen galten Röslers Entwürfe zu seiner Zeit als sehr modern.

Bauten (Auswahl)

  • 1899–1900: Doppelmietshaus in Dresden, Leipziger Straße 153–155, historisierender Bau, geprägt von zweigeschossigem Erker, Jugendstildekor und Ziergiebeln, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09217476 Welt-Icon
  • 1900: Mietshaus in Dresden, Leipziger Straße 210, repräsentativer Bau mit abgerundeter Ecke, Klinker-Werkstein-Fassade und Jugendstilelementen, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09217488 Welt-Icon
  • 1902: Mietshaus in Ecklage in Dresden, Roßmäßlerstraße 18, aufwändiger historisierender Bau mit Jugendstilanklängen, hohem Eckturm, Schweifgiebel und Balkonen, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09217550 Welt-Icon
  • nach 1900: Mietvilla in Dresden, Rankestraße 6, errichtet für Paul Johann Haase, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09217696 Welt-Icon
  • 1910: Geschäftshaus der Grund- und Hypothekenbank, sog. Hansahaus, in Plauen, Rädelstraße 2, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09245758 Welt-Icon
  • 1910: Wohn- und Geschäftshaus in Hof, Altstadt 41, unter Denkmalschutz D-4-64-000-7 Welt-Icon
  • 1912/13: Warenhaus Julius Tietz in Plauen, Postplatz 5, jetzt Landratsamt, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09245762[5] Welt-Icon
  • 1912: Handelsschule in Schneeberg, Ringstraße 12 Welt-Icon
  • um 1915: Geschäftshaus der Erzgebirgischen Bank in Schneeberg, Seminarstraße 2 Welt-Icon
  • 1922–1925: Landhaus für Erich Klühs in Plauen, Wartburgstraße 16, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09246729 Welt-Icon
  • 1924/25: Villa für Rudolf Brettschneider in Tetschen - Děčín, El. Krásnohorské 864/34; ehem. Villa von Rudolf Bretschneider (1867–1933) im Art-déco-Stil[6][7][8] Welt-Icon
  • um 1925: Villa für Arnold Geipel in Asch (Aš), Na Vrchu 1928/24; ehem. Villa von Arnold Geipel im Geipel-Park gelegen, nach 1960 Langzeitpflege-Krankenhaus, jetzt Privathaus[9] Welt-Icon
  • 1925/26: Café Henke in Rumburk, Třída 9. května 3/20; ehem. Wohn- und Geschäftshaus von Franz Henke, unter Denkmalschutz ÚSKP-Nr. 102766 [10][11] Welt-Icon
  • 1925–1927: Wohnhaus für Dr. Dölling in Plauen, Wartburgstraße 10, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09301721 Welt-Icon
  • 1926: Mietshaus für Peter August in Plauen, Alleestraße 4, unter Denkmalschutz ID-Nr. 09246728 Welt-Icon
  • 1926: Geschäftshaus der Bezirkskrankenkasse (Nemocenská pojišťovna) in Graslitz (Kraslice), Havlíčkova 1431/43; Gebäude im geometrischen Stil mit Elementen des Art déco, später Poliklinik[12] Welt-Icon
  • 1930: Gebäude der Sparkasse in Graslitz (Kraslice), nám. T. G. Masaryka 76, im modernistischen Stil mit kubistischen Formen[13][14][15] Welt-Icon
  • um 1930: Haus für Richard Meinel in Klingenthal, An der Huth 3 Welt-Icon
  • 1931: Feuerwache mit Bibliothek in Asch (Aš), Poštovní náměstí 635/1, mit den Glasfenstern: Landwirtschaft, Gewerbe, Malerei und Plastik, Handel und Verkehr, Musik und Literatur, Industrie und Wissen, jetzt Stadtmuseum, unter Denkmalschutz ÚSKP-Nr. 103798 [16] Welt-Icon

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI