Emil Wachter

deutscher Bildender Künstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Emil Wachter (* 29. April 1921 in Neuburgweier; † 12. Januar 2012 in Karlsruhe[1]) war ein deutscher Bildender Künstler. Er wirkte vor allem als Maler, Bildhauer und Hochschullehrer.

Fenstergestaltung St. Ursula, Neuburgweier
Emil Wachter (1966)
Emil Wachter – Fassade St. Ursula, Neuburgweier

Leben und Wirken

Autobahnkirche St. Christophorus Baden-Baden
Hauptportal St. Kilian in Osterburken.
Freiburg im Breisgau, Betonrelief am Schlossbergsteg

Emil Wachter, Sohn von Anna Wachter, geborene Schindele, und dem Landwirt Gottfried Wachter, war katholisch, studierte nach dem Abitur auf dem Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe,[2] nach eigenen Angaben unterbrochen durch Kriegsdienst (1941–1944) und Gefangenschaft (Oktober 1944–1946[3]), von 1940[4] bis 1948 Theologie und Philosophie an der Universität Freiburg. Dann entschied er sich für Malerei und Bildhauerei, die er von 1948 bis 1952 an der Kunstakademie München und der Akademie Karlsruhe, unter anderem bei Karl Hubbuch und Erich Heckel, studierte.

Ab 1954 war Wachter als frei schaffender Künstler tätig und lehrte von 1958 bis 1963 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, wo er von 1958 bis 1962 eine Malklasse leitete.[5] Bis 1963 hatte er ein Atelier in der Karlsruher Amalienstraße. Seine Lehrtätigkeit an der Karlsruher Kunstakademie gab er aufgrund zunehmender Differenzen mit Georg Meistermann auf.[6]

Wachters Werke wurden in über hundert Einzelausstellungen gezeigt. Seine Themen sind teilweise der christlich-jüdischen Tradition entnommen. Viele Werke Wachters sind in Sakralbauten zu sehen, insbesondere seine vielen Kirchenfenster und die Glockenzier von Kirchenglocken. Auch ganze Kirchengebäude hat Wachter gestaltet. Dabei scheute er den Umgang mit modernen Baustoffen nicht, was sich in seinen Reliefs aus Beton zeigt. Neben den vielfältigen Werken in Sakralbauten schuf Emil Wachter ein immenses Epos weltlicher Malerei, das Tuschen und Aquarelle mit fernöstlicher Anmut und Poesie ebenso umfasst, wie Ölbilder (etliche großformatige Triptychen), die in Farbigkeit und Vielschichtigkeit Landschaften, Menschen und skurrile Tiergestalten zeigen.

Sein Schwager war der Freiburger Studentenpfarrer Wolfgang Ruf, dessen Schwester Pia er im Dezember 1956 heiratete.[7] 1953 veranstaltete Ruf in Freiburg die erste Ausstellung mit Werken von Wachter.[8]

Seit 1968 war Wachter mit Friedrich Weinreb befreundet.[9]

1979 wurde er in das Zentralkomitee der deutschen Katholiken gewählt.[10]

Er hat neben seinen leiblichen Kindern, einem Sohn (Felix) und drei Töchtern (Angela, Dorothee und Simone; geb. 1958–1964), auch einen Pflegesohn (* 1948), um den er sich mit seiner Frau gekümmert hatte, da die Eltern bei einem Busunglück ums Leben kamen, als er zwei Jahre alt war.[11]

Preise und Ehrungen

Posthume Ehrungen

  • 2017: Der Karlsruher Stadtteil Waldstadt, in dem Wachter ab 1963 lebte, benennt einen Weg nach ihm.[13]

Werke (Auswahl)

Glasfenster

Betonreliefs

Weitere Werke

Brunnen

  • Marienbrunnen, Karlsruhe (1981)[20]
  • Kauzbrunnen, Karlsruhe-Waldstadt (1996)[21]

Steinmosaike

Deckengemälde

Altarbilder

Glocken

  • Ornamente auf den Glocken der Kirche St. Josef in Freiburg-Stühlinger[22]

Buchveröffentlichungen

  • Genesis, 101 Lithographien. 1970.
  • Eine schöne Welt, 1976.
  • Höri. Porträt einer Landschaft, 1977.
  • Autobahnkirche Baden-Baden, 1980.
  • Biblische Porträts, 1982.

Emil-Wachter-Radrundweg

Der Bickesheimer Pilgerpfad, auch Emil-Wachter-Rundweg genannt, führt als Radrundweg im Rahmen des Pamina-Radwanderweges an bedeutenden Werken von Emil Wachter vorbei. Der Radweg führt durch die Gemeinden Durmersheim mit Würmersheim, Au am Rhein und Neuburgweier. Die frühen Werke Wachters im nahen Bietigheim sind dabei ausgenommen.[23]

Literatur (Auswahl)

  • Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1293.
  • Nadya Badr: Emil Wachter. Frühe Arbeiten 1942–1955. Karlsruhe 1996.
  • Emil Wachter. Malerei und Zeichnungen 1955–1995. Karlsruhe 1996.
  • Nadya Badr: Emil Wachter. Leben gemalt. Künzelsau 2001.
  • Hermann Schade: Emil Wachter. In: Geist und Leben. 1978.
  • Michael Schlagheck, Günter Berghaus (Hrsg.): Dem Leben auf den Grund gehen. Emil Wachters Adveniat-Krypta in der Essener Münsterkirche. Mit Photos von Felix Wachter. Klartext Verlag, Essen 2002, ISBN 3-89861-156-6.
Commons: Emil Wachter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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