Emilio Cruz
US-amerikanischer bildender Künstler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Emilio Cruz (* 15. März 1938 in The Bronx, New York City, Vereinigte Staaten; † 10. Dezember 2004 ebenda) war ein US-amerikanischer bildender Künstler kubanischer Abstammung. Er ist vor allem für seine Malerei bekannt und war außerdem als Dichter, Dramatiker, Performancekünstler und Musiker tätig. Er lebte und arbeitete die meiste Zeit seines Lebens in New York City und gilt als bedeutende Figur der figurativen Expressionismus-Bewegung in den Vereinigten Staaten.[1][2]

Leben
Emilio Cruz wurde 1938 im New Yorker Stadtteil The Bronx geboren. Er wuchs in New York City auf und entwickelte schon früh ein Interesse für Kunst. Sein Vater, der selbst Künstler war, unterrichtete ihn als Erster in diesem Bereich. Cruz studierte an der Art Students League of New York, an der New School for Social Research und bei Seong Moy in Provincetown, Massachusetts. In den 1960er Jahren war er Teil der New Yorker Kunstszene, die figurative Malerei mit informellen und expressionistischen Konzepten verband. Er stand in Kontakt mit Künstlern wie Bob Thompson und Lester Johnson.[1][2]
Ende der 1960er Jahre zog er mit seiner Ehefrau Patricia nach St. Louis, wo er im Rahmen des Projekts der Black Artists Group das Programm für visuelle Kunst leitete. In den 1970er Jahren lehrte er an der School of the Art Institute of Chicago und stellte dort regelmäßig seine Arbeiten aus. Zudem schrieb und inszenierte er mehrere Theaterstücke, die unter anderem in New York, Nancy, Paris und in Italien aufgeführt wurden. Anfang der 1980er Jahre kehrte er nach New York zurück, wo er seine Ausstellungstätigkeit fortsetzte und später an Institutionen wie dem Pratt Institute und der New York University lehrte. Emilio Cruz starb am 10. Dezember 2004 in New York City an den Folgen von Bauchspeicheldrüsenkrebs.[1][2]
Werk
Das künstlerische Werk Emilio Cruz’ zeichnet sich durch eine expressive Bildsprache aus. Er verknüpft darin figurative Elemente mit abstrakten, oft traumartigen Szenen. In seinen Gemälden setzt er sich mit mythologischen, archäologischen und existenziellen Fragestellungen auseinander. Dabei integriert er sowohl menschliche als auch tierische Figuren in symbolisch aufgeladene Kompositionen. Cruz gilt als Pionier der amerikanischen Moderne der 1960er Jahre. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, darunter im Studio Museum in Harlem und auf internationalen Biennalen. Werke von ihm befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen, darunter im Museum of Modern Art, im Smithsonian American Art Museum sowie im Brooklyn Museum.[3]
Literatur
- Allgemeines Künstlerlexikon Online / Artists of the World Online. Herausgegeben von De Gruyter, Verlag De Gruyter, 2009.
- African American Art: Harlem Renaissance Civil Rights Era and Beyond, Virginia Mecklenburg, Smithsonian American Art Museum, Washington, D.C., 2012, S. 64, 65, 66, 216, 219
- Modern Masters: American Abstraction at Midcentury, Virginia Mecklenburg, Smithsonian American Art Museum, Washington, D.C., 2008, S. 204–207
- Visual Experience, Kaminer, MacFarqua, Schillinger, Davis Publications, Inc. Worcester, MA, 2005, S. 220
- Zabriskie: Fifty Years, Zabriskie Gallery, Ruder Finn Press, New York, NY, 2004, S. 96
- The Studio Museum in Harlem: 25 Years of African-American Art, The Studio Museum in Harlem, New York, NY, 1994, S. 14