Emmanuel Olisadebe
polnischer Fußballspieler
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Emmanuel Olisadebe (* 22. Dezember 1978 in Warri, Nigeria) ist ein ehemaliger nigerianischer Fußballspieler, der nach dem zusätzlichen Erwerb der polnischen Staatsangehörigkeit in die polnische Nationalelf berufen wurde.
| Emmanuel Olisadebe | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Emmanuel Olisadebe, 2009 | |
| Geburtstag | 22. Dezember 1978 | |
| Geburtsort | Warri, Nigeria | |
| Größe | 180 cm | |
| Position | Sturm | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1992–1997 | Jasper United FC | 40 (20) |
| 1997–2000 | Polonia Warschau | 66 (20) |
| 2000–2006 | Panathinaikos Athen | 75 (25) |
| 2006 | FC Portsmouth | 2 (0) |
| 2006–2007 | AO Xanthi | 5 (0) |
| 2007–2008 | APOP Kinyras Peyias | 17 (6) |
| 2008–2010 | Henan Construction | 63 (24) |
| 2011–2012 | Vyzas FC Megaron | 0 (0) |
| 2012 | Veria FC | 9 (1) |
| Nationalmannschaft | ||
| Jahre | Auswahl | Spiele (Tore) |
| 2000–2004 | Polen | 25 (11) |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Karriere
Olisadebe kam 1997 aus Nigeria nach Polen. Er trainierte zunächst zur Probe bei Wisła Krakau und Ruch Chorzów, bevor er einen Vertrag bei Polonia Warschau unterschrieb.
2000 verlieh ihm Staatspräsident Aleksander Kwaśniewski in einem Verfahren außerhalb der üblichen Einbürgerung die polnische Staatsbürgerschaft,[1] und Olisadebe spielte als erster dunkelhäutiger Spieler in der Geschichte des polnischen Fußballs für die Nationalmannschaft. Mit seinen Toren hatte er Anteil an der ersten Qualifikation Polens seit 1986 für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. 2001 wurde er zum ersten schwarzen Fußballer des Jahres in Polen gewählt.[2]
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft schoss Olisadebe ein Tor, Polen schied bereits in der Vorrunde aus. Olisadebe war bereits vor der WM im Jahr 2001 zum griechischen Erstligisten Panathinaikos Athen gewechselt, der 2004 Meisterschaft und Ligapokal gewann. Im Januar 2006 wechselte Olisadebe zum englischen Erstligisten FC Portsmouth, wo er sich allerdings nicht durchsetzen konnte. Im August 2006 kehrte er nach Griechenland zurück zu AO Xanthi, kam allerdings nach einem Streit mit dem Vereinspräsidenten nicht mehr zum Einsatz und wechselte wieder den Verein.
Von 2007 bis 2008 spielte er beim zyprischen Verein APOP Kinyras Peyias. Im April 2008 unterschrieb Olisadebe einen Vertrag beim chinesischen Erstligisten Henan Construction FC (auch als Henan Jianye FC bezeichnet). Hier spielte er drei Saisons, bis Ende 2010 sein Vertrag auslief und nicht verlängert wurde. Zur Saison 2011/2012 heuerte er beim griechischen Zweitligisten Vyzas FC Megaron an. Er kam jedoch auf keinen einzigen Ligaeinsatz und wechselte zur Rückrunde zum Ligakonkurrenten Veria FC. Hier kam er auf neun Einsätze, bei denen er ein Tor erzielte. Veria stieg in die Super League (höchste Griechische Spielklasse) auf, Olisadebe bekam jedoch keinen neuen Vertrag und war zunächst vereinslos. Im Januar 2012 erklärte er daraufhin seine Karriere für beendet.
Insgesamt spielte Olisadebe 25-mal für die polnische Nationalmannschaft und schoss dabei elf Tore.
Der Regisseur Janusz Zaorski drehte 2002 den Dokumentarfilm Biało-czerwono-czarny, czyli Olisadebe (Weiß-rot-schwarz, also Olisadebe) über sein Leben in Polen. Nach Zaorskis Aussage handelt es sich um einen Film über „Toleranz und Intoleranz in Polen“.[3]
2001 heiratete Olisadebe die damals 19-jährige Warschauerin Beata Smolińska.[4] Er war mit ihr bis 2017 verheiratet und kehrte nach der Scheidung nach Nigeria zurück, wo er seitdem im Immobiliengeschäft tätig ist.[5]
Erfolge
- Polnischer Meister (2000)
- Polnischer Ligapokalsieger (2000)
- Polnischer Supercupsieger (2000)
- Polens Fußballer des Jahres (2001)
- WM-Teilnahme (2002)
- Griechischer Meister (2004)
- Griechischer Pokalsieger (2004)
Literatur
- Przemysław Nosal / Radosław Kossakowski / Wojciech Woźniak, Transactionality, Opportunism and the Third Generation’s Emotional Patriotism. Deservingness and Transnational Football Players in the Polish National Team. In: The International Journal of History of Sport, 41(2024), S. 9–10.
Weblinks
- Emmanuel Olisadebe in der Datenbank von weltfussball.de
- Bericht über Emmanuel Olisadebe bei Spiegel.de