Endo-EKG
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Das Endo-EKG ist eine elektrokardiographische Technik um bei der Anlage eines zentralen Venenkatheters (ZVK) eine Lagekontrolle des Katheters durchzuführen.[1]

Funktionsweise
Beim Einbringen des ZVS wird von der Katheterspitze und einer Oberflächenelektrode ein EKG abgeleitet, dass sich beim Vorschieben des ZVK in Herznähe charakteristisch ändert. Über die Amplitude der P-Welle am EKG-Monitor kann die Lage des ZVK abgelesen werden, da diese in der Nähe des Herzens zunimmt. In allen anderen Lokalisationen hat das Endo-EKG die Form des Oberflächen-EKGs. In Höhe des Sinusknotens hat die P-Welle die größte Amplitude.
Neben einem Metalldraht als Elektrode kann auch die Flüssigkeitssäule im Katheter in Form von Kochsalzlösung oder seltener Bicarbonatlösung verwendet werden.[2.1]
Katheder und EKG können etwa über Krokodilklemmen oder herstellereigene Systeme wie z. B. alphacard von B. Braun Melsungen oder Deltalong von Pajunk Medizintechnik miteinander verbunden werden.[2.2] Dies geschieht nach dem Einbringen des ZVK mit Hilfe eines an das EKG angeschlossenen Zusatzmoduls.
Geschichtliche Entwicklung
Der erste dokumentierte Herzkatheter erfolgte 1929 durch Werner Forßmann im Selbstversuch, bei dem er die Lage radiologisch und über die Länge des eingeführten Katheders prüfte. 1945 wurde erstmals über die Lagekontrolle mittels EKG berichtet. Ab 1948 erfolgte die Umsetzung in die klinische Praxis. Zuerst wurde die Flüssigkeitssäule im Katheder als unipolar positive Ableitung genutzt und das EKG mit einer negative Sammelelektrode erstellt. Später wurde Metalldraht als Elektrode verwendet.[2.3]
Ab 1984 kann der Einsatz von industriell produziertem Einmalmaterial nachgewiesen werden.[2.2] Stand 2002 benutzten käufliche Ableitsystemen eine bipolare Ableitung, wobei die Katheterspitze als negativen Elektrode verwendet wird. Die positive Oberflächenelektrode sollte im Bereich der Herzspitze liegen.[2.1]
Vorteile
- sofortige Lagekontrolle der Katheterspitze
- keine Röntgenstrahlenbelastung
Nachteile
- keine genaue Beurteilung bei Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei Vorhofflimmern mit fehlender P-Welle.
- kein sicherer Ausschluss eines Pneumothorax
Literatur
- Uta Gottwald: Zur intravasalen elektrokardiographischen Lagekontrolle zentraler Venenkatheter. Dissertation. Hrsg.: Medizinischen Hochschule Hannover. 2002 (85 S., d-nb.info).