Endrin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Endrin ist ein Insektizid, das vor allem im Baumwoll- und Getreideanbau verwendet wurde. Es wurde auch als Rodentizid zur Bekämpfung von Wühlmäusen eingesetzt (Handelsnamen: z. B. Mäuse-Kindrin, Fagazid-Wühlmausmittel).[8] Seit dem 8. August 1982 ist diese Anwendung jedoch verboten.[9]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Endrin
Allgemeines
Name Endrin
Andere Namen
  • Hexachlorepoxyoctahydrobis(endo­methylen)naphthalin
  • rel-(1R,4S,4aS,5S,6S,7R,8R,8aR)-1,2,3,4,10,10-Hexachlor-6,7-epoxy-1,4,4a,5,6,7,8,8a-octahydro-1,4-endo-5,8-endodimethanonaphthalin
  • 3,4,5,6,13,13-Hexachlor-10-oxapenta­cyclo[6.3.1.13,6.02,7.09,11]tridec-4-en
Summenformel C12H8Cl6O
Kurzbeschreibung

weißer, kristalliner Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 72-20-8
EG-Nummer 200-775-7
ECHA-InfoCard 100.000.705
PubChem 12358480
ChemSpider 10308856
Wikidata Q423354
Eigenschaften
Molare Masse 380,9 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,77 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

Zersetzung bei 245 °C[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,25 mg·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 300+310410
P: 262264273280301+310302+352+310[1]
MAK
  • DFG: 0,1 mg·m−3 [1]
  • Schweiz: 0,05 mg·m−3[3]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Endrin ist ein starkes Nervengift. Im Körper von Menschen und Tieren wird Endrin weniger stark angereichert als das stereoisomere Dieldrin. Die Halbwertszeit im Boden kann bis zu zwölf Jahre betragen. Für Fische ist Endrin sehr giftig.

Analytischer Nachweis

Der chemisch-analytische Nachweis in Umweltproben, Lebens- und Futtermitteln erfolgt, nach geeigneter Probenvorbereitung zur Abtrennung der Matrix sowie gaschromatographischer Abtrennung von Nebenkomponenten, mittels hochauflösender massenspektrometrischer Techniken wie der Flugzeitmassenspektrometrie (Time-Of-Flight-Massenspektrometrie).[10] Das Europäische Arzneibuch legt als Grenzwert für Endrin-Rückstände in pflanzlichen Drogen 0,05 mg·kg−1 fest.[11]

Verbot

Im Stockholmer Übereinkommen vom 22. Mai 2001 wurde ein weltweites Verbot zur Herstellung, Verkauf und Anwendung von zwölf persistenten organischen Schadstoffen (POP = persistent organic pollutants) ratifiziert. Unter diesem „dreckigen Dutzend“ befindet sich auch Endrin. Seit dem 17. Mai 2004 hat das Übereinkommen, nach der Ratifizierung durch den 50. Beitrittsstaat, globale Rechtsgültigkeit erlangt.[12][13]

Einzelnachweise

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